Alles begann in China. Das Virus verbreitete sich im Reich der Mitte, Wochen bevor es Europa und Amerika erreichte. Hüben wie drüben wurde es zur Seuche, was eine wirtschaftliche Krise und Abstürze an den Kapitalmärkten zur Folge hatte. Doch die Märkte in Asien, insbesondere China, konnten die Turbulenzen gut abfedern. Für Anleger lohnt aber auch eine langfristige Betrachtung.


Urbanisierung und Innovationskraft als Treiber


Die Berliner Ratingagentur Scope hat die asiatischen Volkswirtschaften sowie die dortigen Kapitalmärkte unter die Lupe genommen und einen positiven Status-quo festgestellt. Grundlage dafür ist laut Scope die zunehmende Urbanisierung. Mit der Verstädterung wachse gleichzeitig die Konsumfreude, auch die Innovationskraft nehme zu: „China, das lange als Hersteller billiger Massenprodukte galt, befindet sich in vielen Bereichen der Hightechindustrie auf Augenhöhe mit den entwickelten Ländern oder ist bereits an ihnen vorbeigezogen.“  Der chinesische Technologiekonzern Huawei zähle in Bereichen wie der 5G-Technologie schon zu den globalen Marktführern. Trotz aller Risiken, wie der schwelende Handelskonflikt zwischen China und den Vereinigten Staaten sowie Chinas Hegemonialbestrebungen, bescheinigt das Analysehaus den asiatischen Volkswirtschaften eine weitaus robustere Verfassung als noch vor einigen Jahren, beispielsweise zu Zeiten der Asienkrise 1997/98. „Dies sorgt dafür, dass Auslandsschulden durch entsprechende Währungsreserven gedeckt sind und die Abhängigkeit von ausländischem Kapitalimport deutlich geringer ist.“ Scope weist darauf hin, dass der Anteil der asiatischen Wirtschaft schon jetzt kaufkraftbereinigt rund 50 Prozent des globalen Bruttosozialproduktes beträgt. Zudem geht die Ratingagentur davon aus, dass China innerhalb der kommenden zehn Jahre die USA als größte Wirtschaftsmacht der Welt ablösen wird.


Von Asien-Investments profitieren


Mit der zunehmenden Wirtschaftskraft gewinnen laut Scope auch die asiatischen Aktienmärkte zunehmend an Bedeutung. Das liege vor allem an der Expansion der chinesischen Börsen: „So ist der Marktwert der chinesischen Aktiengesellschaften rund dreieinhalbmal so hoch wie der Wert aller in Deutschland gelisteten Unternehmen,“ stellen die Analysten fest. Gleichzeitig sei in Indien mit über 5.000 gelisteten Unternehmen die weltweit höchste Anzahl börsennotierter Unternehmen zu finden. Auch dem Anleihenmarkt bescheinigt das Unternehmen einen steigenden Attraktivitätsgrad. Dies gelte für Staatsanleihen als auch für Corporate Bonds: „Die Verschuldung der Unternehmen insgesamt ist seit drei Jahren rückläufig und die Liquiditätsreserven zur Bedienung der Anleihen sind gestiegen. Entsprechend niedrig sind die Ausfallraten asiatischer Unternehmenspapiere.“


Durch die geringe Korrelation der asiatischen Börsen mit dem globalen Gesamtmarkt ergeben sich laut Scope einige Vorteile bezüglich Diversifikation in Multi-Asset-Portfolios. So haben Fonds mit Asien-Fokus nach eigenen Angaben im ersten Quartal mit rund 19,2 Prozent weniger nachgegeben als welche mit Fokus auf die USA (20,3) oder auf Europa (23,6). Auch längerfristig präsentiert Scope ein erstaunliches Ergebnis: „Aktienfonds-Peergroups mit Fokus China zeigen mit Stand Ende Mai über 1-, 3- und 5-Jahreszeiträume eine höhere durchschnittliche Performance als ihre europäischen und globalen Pendants – und zugleich kein signifikant höheres Risiko gemessen an der Volatilität.“


Fonds mit China-Aktien


JPM China A (ISIN: LU0051755006)


Die beiden Portfoliomanager Howard Wang und Rebecca Jiang investieren vorwiegend in Aktien chinesischer Unternehmen. Bis zu 40 Prozent der Vermögenswerte können chinesische A-Aktien sein. Der im Jahr 1994 aufgelegte Fonds hält ein Volumen von 1,7 Milliarden US-Dollar. Schwergewichte im Portfolio sind Tencent und Alibaba sowie der Versicherer Ping An Insurance.


Invesco China Focus Equity Fund (ISIN: LU0717748643)


Mike Shiao managt den Aktienfonds seit Auflage im Jahr 2011. Bei der Aktienauswahl verfolgt er einen Bottom-up-Ansatz und konzentriert sich auf chinesische Unternehmen mit nachhaltiger Führung und Wettbewerbsvorteilen. Zu einem kleineren Anteil besteht das Portfolio auch aus Aktien von Unternehmen aus Hongkong. Zu den wichtigsten Positionen gehören Tencent, die Online-Handelsplattform JD.com sowie das Tech-Unternehmen NetEase, welches unter anderem Suchmaschinentechnologie bereitstellt.


UBS (Lux) Equity Fund - China Opportunity (ISIN: LU0067412154)


Yu Zhang und Bin Shi investieren ausschließlich in Aktien chinesischer Unternehmen, die in Hongkong oder an den Börsen in Shanghai oder Shenzen gelistet sind. Dabei richtet das Manager-Duo den Fokus auf die Branchen Kosumgüter und Finanzen.  Zu den Top Holdings zählen der Bildungsanbieter TAL Education sowie die Tech-Konzerne Alibaba und Tencent. Der im Jahr 1996 aufgelegte Fonds hält ein Volumen von rund 8.9 Milliarden US-Dollar.


 


Wertentwicklung im Fünf-Jahreszeitraum



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