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Anlegers Liebling Worauf Sie bei Rentenpapieren achten sollten

Börse Foto: © samxmeg / istockphoto.com

In Zeiten nervöser Finanzmärkte und historisch niedriger Zinsen für Sparer rücken Anleihen wieder verstärkt in den Fokus privater Anleger. Doch Bond ist nicht gleich Bond. Welche Investitionsmöglichkeiten zur Wahl stehen, zeigt der folgende Überblick


Die deutschen Anleger gelten gemeinhin als eher risikoscheu. Festzinsanlagen wie Sparbriefe oder Tages- und Festgeldkonten sind demgemäß sehr beliebt – schließlich arbeitet das Kapital hier ruhig und sicher vor sich hin und es steht schon im Vorhinein fest, welcher Ertrag am Ende verbucht werden kann. Wer sich jedoch ausschließlich auf diese Strategie verlässt, hat nun ein Problem. Denn die Leitzinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) auf historisch niedrige 0,75 Prozent kann zwar in den krisengeplagten Euro-Peripheriestaaten für mehr Investitionen und Wachstumsimpulse sorgen, für den privaten Sparer dagegen bedeutet dies, dass sich seine Hausbank mehr oder weniger nur noch zum Verwahren seines Vermögens eignet. Nennenswerte Zuwächse lassen sich mit den vorherrschenden Mini-Zinsen jedenfalls nicht erzielen.

Hoffnung auf ein schnelles Ende der Niedrigzins-Politik besteht leider nicht. Im Gegenteil: Branchenkenner gehen davon aus, dass das Zinsniveau bis Jahresende noch weiter absinken könnte. Eine Erhöhung ist erst wieder in Aussicht, wenn sich die Eurozone stabilisiert hat – und dies kann angesichts der desaströsen Finanzlage einzelner Mitgliedsstaaten noch Jahre dauern. Hinzu kommt eine Teuerungsrate von aktuell 1,7 Prozent, die kaum noch über Zinserträge auf dem klassischen Sparbuch gedeckt werden kann. Immer mehr Anleger wenden sich daher alternativen Anlageformen zu. Insbesondere ein Segment hat in den letzten Monaten stark zugelegt: Festverzinsliche Wertpapiere sind in Zeiten niedriger Bankzinsen und volatiler Aktienmärkte äußerst begehrt. Nach Erhebungen des BVI – Bundesverband Investment und Asset Management e.V. flossen im ersten Halbjahr 2012 rund 11,2 Milliarden Euro in Rentenfonds, während beispielsweise das Engagement in Aktienfonds rückläufig ist. Gefragt waren insbesondere Rentenfonds mit Schwerpunkten im US-Dollar, Unternehmensanleihen sowie Anleihen aus den Emerging Markets.

Die richtige Balance aus Sicherheit und Rendite
Die verstärkte Nachfrage nach Rentenpapieren ist vor dem Hintergrund der Eurokrise nicht verwunderlich. Denn was die Anleger jetzt suchen, ist größtmögliche Sicherheit – regelmäßige Ausschüttungen inklusive. Anleihen versprechen beides. Das Grundprinzip ist einfach: Die Schuldverschreibungen werden von Staaten und Unternehmen ausgegeben, die sich auf diese Weise bankenunabhängig Kapital beschaffen. Wer sich eine solche Anleihe kauft – also Geld „verleiht“ – erhält für die vereinbarte Laufzeit einen festen Zinssatz, den sogenannten Kupon. Am Ende der Laufzeit – diese kann von einem Jahr bis prinzipiell unendlich dauern – erhält der Gläubiger sein eingesetztes Kapital zu 100 Prozent zurück. Weitere Ertragspotenziale ergeben sich aus der Handelbarkeit von Anleihen. Denn die Papiere können flexibel an der Börse veräußert werden. Verkauft ein Anleger seine Schuldverschreibung vor Ablauf der Laufzeit zu einem höheren Kurs, steigt seine Rendite. Der Rentenmarkt ist vielleicht auf den ersten Blick nicht so spektakulär wie der Aktienmarkt, doch die gehandelten Volumina sind deutlich höher. Ob der Kurswert einer Staats- oder Unternehmensanleihe steigt oder fällt, wird beispielsweise von aktuellen Konjunkturdaten, politischen Wahlen und vor allem der Bonität des Emittenten beeinflusst. Verfügt beispielsweise ein Land über eine gute Bonität und entsprechend hohe Ratings, wird der Kupon geringer ausfallen als bei einem Staat, der sich dringend Kapital beschaffen und dafür bei den Anlegern mit hohen Zinsen Anreize schaffen muss. Eine hohe Rendite geht jedoch wieder zulasten der Sicherheit – denn das Risiko, dass der verschuldete Staat in Zahlungsschwierigkeiten gerät, ist höher als bei einem Land, dass seine Gläubiger zwar mit geringeren Zinsen, dafür jedoch zuverlässig bedient. Dieses Wechselverhältnis zwischen Sicherheit und Rendite erklärt zum Beispiel, warum Bundesanleihen – also von der Bundesrepublik Deutschland begebene Staatsanleihen – derzeit zwar für beispiellose Sicherheit im Depot sorgen, dafür jedoch Renditen lediglich unterhalb des Inflationsausgleichs bringen: Der deutsche Staat gleicht in den Augen zahlreicher Investoren einem sicheren Hafen im krisengeplagten Europa und kann sich daher sehr günstig mit Geld eindecken. Diese jeweils spezifischen Rendite-Risiko-Profile verschiedener Anleihe-Typen sollten Anleger im Blick haben und mit ihren individuellen Investmentzielen abgleichen.

Staatsanleihen: Hohe Sicherheit, wenig Zinsen
Dass auch Staatsanleihen eine gehörige Portion Nervenstärke erfordern können, wissen Privatanleger, die sich vor einiger Zeit und in gutem Glauben Griechenland-Anleihen ins Portfolio geholt haben. Doch in der Regel gelten von Staaten emittierte Wertpapiere als relativ sicher – eben immer in Abhängigkeit vom Zustand der jeweiligen Haushalte. Regelrechte „Klassiker“ in diesem Segment sind Bundeswertpapiere. Die mit dem Slogan „Die entspannendste Geldanlage Deutschlands“ beworbenen Obligationen sind aktuell wieder im Kommen – trotz geringer Zinsen. Im August dieses Jahres übertraf die Nachfrage der Investoren das angebotene Volumen um das 1,8-Fache, eine Steigerung von 0,3 Punkten gegenüber dem Vormonat. „Das volatile Marktumfeld hat die Suche nach Sicherheit auch heute wieder zum ausschlaggebenden Moment für das Abschneiden des Bundes in der Auktion gemacht“, kommentierte ein Sprecher der Finanzagentur des Bundes das Handelsergebnis. Doch diese Sicherheit hat ihren Preis. Die Rendite für Bundesanleihen die 2017 auslaufen, liegt bei mageren 0,37 Prozent. Etwas attraktiver sind die Renditen von Staatspapieren im europäischen Ausland, insbesondere in Skandinavien. Schwedische Anleihen etwa bringen bei fünfjähriger Laufzeit immerhin 1 Prozent Rendite, in Norwegen sind es sogar 1,4 Prozent.

Unternehmensanleihen: Das Rating ist entscheidend
Als Alternative zu derzeit eher zinsschwachen Staatsanleihen greifen viele Anleger auf Unternehmensanleihen zurück. Nach Angaben des Branchenverbandes BVI konnten Fonds mit Unternehmensanleihen im ersten Halbjahr 2012 ein Plus von 3,3 Milliarden Euro verzeichnen. Besonders hoch notiert sind US-Konzerne mit Top-Ratings wie Microsoft, ExxonMobil oder Johnson & Johnson. Als Euro-Investment empfiehlt beispielsweise die Euro-am-Sonntag-Redaktion unter anderem Bonds von BASF, Daimler oder Unternehmensanleihen des Schweizer Pharmakonzerns Roche. Hier lägen zwar nur A-Ratings vor, doch das Ausfallrisiko sei gegenüber den sehr raren AAA-Emittenten nur unwesentlich höher, so die Finanzexperten.

Hochzinsanleihen: Starke Rendite bei hohem Risiko
Deutlich spekulativer geht es im Bereich der hochverzinsten, auch High Yields genannten Papiere zu. Hochzinsanleihen gelten als Renditebringer im Rentenbereich. Emittiert werden die Bonds in der Regel von Unternehmen, die über keine oder schlechte Kreditratings verfügen. Die Gefahr, dass solche Unternehmen pleitegehen, ist wesentlich höher als bei solide aufgestellten Emittenten. Anleger müssen hier also mit schwacher Bonität und hohen Ausfallrisiken rechnen, werden dafür jedoch – wenn alles gut geht – mit üppigen Zinsen belohnt. Zum Vergleich: Eine qualitativ hochwertige Unternehmensanleihe bringt es im Schnitt auf 2,5 Prozent Rendite pro Jahr, mit einer Hochzinsanleihe dagegen lassen sich durchschnittlich 8,8 Prozent erzielen. Aufgrund des Insolvenzrisikos sind solche Papiere für langfristige Anlagen eher weniger geeignet. Das Gewinnpotenzial kann am besten mit einer durchdachten Buy-and-Hold-Strategie in einem breit gestreuten Portfolio ausgeschöpft werden.

Egal ob Staats- oder Unternehmensanleihe: Wer sich für einen Einzeltitel entscheiden möchte, sollte vorab viel Zeit und Wissen in die Auswahl des Papiers investieren. Ratings studieren, Wirtschaftsnachrichten verfolgen, Rentenindizes auswerten – dieser Aufwand wird gerade von Einsteigern gerne unterschätzt. Nicht nur für sie bieten Rentenfonds eine gute Alternative. Hier sorgen professionelle Fondsmanager für die Auswahl interessanter Titel, auch der optimale Kauf- und Verkaufszeitpunkt einzelner Papiere wird von Profis bestimmt. Rentenfonds gelten im Vergleich etwa zu Aktienfonds als eher konservative Anlageform, d.h. der Kapitalerhalt steht im Vordergrund. Je nach Anlagestrategie kann das Portfolio eines Rentenfonds auf einen bestimmten Anleihen-Typus, eine Region oder auch eine Währung ausgerichtet sein. Das Anlageuniversum umfasst bis zu 60, 70 oder sogar 100 Einzeltitel – kaum ein Privatanleger kann sein Kapital so breit streuen. Selbst die im Einzelinvestment eher riskanten Hochzinsanleihen können hier ihre Potenziale voll zur Geltung bringen, denn einzelne Verluste werden durch stetige Zinseinnahmen oder Wertsteigerungen anderer Titel kompensiert. Ein weiterer Vorteil: Die Fondsgesellschaften haben Zugang zu lukrativen Newcomer- oder Nischenmärkten etwa im Bereich der Emerging Markets, die Privatpersonen oftmals verwehrt sind. Oftmals sitzen die Fondsmanager direkt in den Anlageregionen und kennen die jeweiligen Märkte sehr genau.
17.08.2012,

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