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Freigabe des Schweizer Franken Auswirkungen für Anleger

Freigabe des Schweizer Franken Foto: © / mozZz / Fotolia.com

Mit der überraschenden Abschaffung des Mindestkurses hat die Schweizer Notenbank für weitreichende Turbulenzen gesorgt. Auch für Anleger hat die Entkopplung von Franken und Euro Folgen – nicht nur negative.


Die Nachricht traf die Finanzwelt völlig unvorbereitet: Letzte Woche hatte die Schweizer Nationalbank (SNB) die Koppelung des Franken an den Euro mit sofortiger Wirkung aufgegeben. Seit September 2011 verteidigte die Notenbank einen Mindestkurs von 1,20 Franken pro Euro. Dadurch wurde der Franken künstlich billig gehalten, um die exportorientierte Schweizer Wirtschaft zu stärken. Begründet wurde die abrupte Aufhebung der Deckelung mit der Abschwächung des Euro gegenüber dem US-Dollar. Gleichzeitig, so die SNB, habe der Franken zum Dollar abgewertet. Daher sei die Notenbank zu dem Schluss gekommen, dass die Aufrechterhaltung des Euro-Franken-Mindestkurses „nicht mehr gerechtfertigt“ sei.

Direkt nach Ankündigung der Freigabe sank der Wechselkurs unter die Parität und ist seitdem stark schwankend. Abgesenkt wurde auch der Referenzzins Drei-Monats-CHF-Libor auf minus 0,25 Prozent bis minus 1,25 Prozent p.a. Diese Schritte sorgen nicht nur für ein heftiges Beben an der Schweizer Börse – der Aktienmarkt brach um bis zu 14 Prozent ein –, sondern haben auch Auswirkungen auf fremdfinanzierte Fondsbeteiligungen und Renten sowie Fremdwährungsswaps.

Fonds könnten in Schieflage geraten
Anleger, die in einen Fonds mit Innenfinanzierung Schweizer Franken investiert haben, sind in besonderem Maße betroffen. „Die Finanzierung von Fondsinvestitionen durch Kredite in Schweizer Franken und anderem war ein beliebtes Mittel, um höhere Ausschüttungen prognostizieren und bewerben zu können“, erklärt der Hamburger Fachanwalt Peter Hahn von Hahn Rechtsanwälte. „Diese Rechnung ist nicht aufgegangen, da der Einbruch des Euro im Verhältnis zum Franken dafür gesorgt hat, dass die Kreditverbindlichkeiten der entsprechenden Fonds in Euro gerechnet erheblich gestiegen sind. Da die Fonds ihre Einnahmen in der Regel in Euro erzielen, ist dies ein massives Problem, das sich durch die jüngste Entscheidung der SNB jetzt noch einmal erheblich verschärft hat. Es steht zu befürchten, dass Fonds-Insolvenzen auftreten." In Anbetracht der hohen Kursschwankungen seit Ankündigung der SNB sei eine schnelle Reaktion der betroffenen Anleger erforderlich, betont der Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht.

Aktienbesitzer müssen nicht in Panik verfallen
Wer hingegen Aktien der großen Schweizer Konzerne besitzt, muss kurzfristig keine großen Einbrüche befürchten. Denn global agierende Unternehmen können Währungsverwerfungen gut abfedern. Bei den drei größten Titeln Nestlé, Roche und Novartis waren die Währungsgewinne für Euro-Anleger sogar deutlich größer als die Kursverluste der Unternehmen in der Schweizer Währung. Aktionäre könnten bei künftigen Dividendenzahlungen daher vom starken Franken – bzw. vom schwachen Euro – profitieren. Einfach ausgedrückt: Der in der Schweiz investierte deutsche Anleger bekommt mehr für sein Geld. Auch am deutschen Aktienmarkt waren die Auswirkungen des Entscheids bislang positiv, der Dax legte kräftig zu und erklomm neue Höchststände. Hintergrund ist auch hier der Absturz des Euro, von dem exportorientierte deutsche Unternehmen profitieren können. Auch Anleger, die (Euro-)Aktienfonds mit den großen Schweizer Werten oder Dax-Unternehmen im Depot haben, können die weiteren Entwicklungen beruhigt abwarten. Zudem sorgt die breite Streuung über eine Vielzahl von Titeln dafür, dass einzelne Kursabstürze nicht so sehr ins Gewicht fallen würden. Anleger, die ihr Depot weiterhin mit Fremdwährungen diversifizieren möchten, könnten hingegen beispielsweise auf den kanadischen oder australischen Dollar setzen. „Viele unserer Kunden nehmen die Chancen solcher Ausweichwährungen bereits wahr“, so die Einschätzung von Thomas Soltau, Vertriebsleiter bei FondsDISCOUNT.de. „Es ist immer ratsam, nicht alles auf eine Karte zu setzen – dies gilt für Währungen genauso wie für Börseninvestments.“
23.01.2015,

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