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Kriseninvestment Die Sorgen treiben die Anleger in Edelmetalle

Edelmetalle Foto: © zentilia / istockphoto.com

Je größer die (finanziellen) Zukunftsängste, desto stärker die Flucht in die Angstwährung Gold. Doch auch Silber und Kupfer sind stark nachgefragt.


Seit nunmehr rund zwölf Jahren befindet sich der Goldpreis in einer Aufwärtsbewegung. Der Wert der Feinunze hat sich seitdem vervielfacht. Bei rund 1.921 US-Dollar ist der bisherige Preishöhepunkt notiert. Und auch wenn der Kurs inflationsbereinigt noch unter den Tops aus einer Zeit liegt, in der die damalige Sowjetunion in Afghanistan einmarschiert ist und im Iran US-Geiseln gefangen gehalten wurden – die Hausse des Goldpreises beschert dem Edelmetallsektor hohe Aufmerksamkeit bei Investoren. Immer wieder sind es vor allem die Unsicherheiten, die die Anleger ins Gold treiben. Das Edelmetall gilt als das Kriseninvestment schlechthin und bietet als Sachwert zudem Inflationsschutz. Krisen gab es seit dem Platzen der Internetblase an der Börse genug, sodass vor allem die rasante Aufwärtsbewegung in den vergangenen Jahren erklärbar ist. Da auch weiter einige internationale Krisen schwelen, seien es die Probleme einiger europäischer Staaten mit ihren Finanzen oder eine mögliche militärische Konfrontation zwischen Israel und dem Iran, könnte das Gold in der nächsten Zeit weiter im Blickpunkt stehen. Es gibt einige Experten, die Preise von 2.000 US-Dollar und mehr für die Feinunze Gold voraussagen.

Doch auf den Goldpreis wirken noch mehr Faktoren ein als Krisennachrichten. Der Blick auf die Entwicklung der Nachfrage nach Gold zeigt ein deutlich steigendes Interesse. Notenbanken stocken ihre Goldvorräte auf, private Investoren greifen ebenfalls verstärkt zu. Die Mehrnachfrage kann von den Goldförderern nicht befriedigt werden, was die Preise steigen lässt. Eine Rolle spielen dabei auch Staaten wie China, das aufgrund seines enormen Wachstums längst zum kursbestimmenden Faktor für viele Rohstoffe geworden ist. Die breiter werdende Schicht wohlhabender Chinesen treibt die Nachfrage nach Gold ebenfalls an. Das starke chinesische Wachstum ist auch ein wichtiger Faktor für andere Edelmetalle. Während Gold vor allem als Investment eine Bedeutung hat, reagieren Metalle wie Silber und vor allem Kupfer wesentlich stärker auf die weltwirtschaftliche Entwicklung. Diese Metalle haben ein breites Einsatzspektrum in der Industrie. Silber und Kupfer kommen zum Beispiel in der Elektrotechnik zum Einsatz. Silber ist aufgrund seiner antibakteriellen Wirkung zudem in der Medizin von Bedeutung und spielt natürlich auch in der Schmuckindustrie eine große Rolle. Logische Folge dieses breiteren Verwendungsspektrums ist, dass sich die Kurse der verschiedenen Edelmetalle sehr unterschiedlich entwickeln. Ihre kurzfristige Entwicklung ist oftmals spekulativ geprägt, langfristig wird vor allem die Entwicklung von Angebot und Nachfrage den Preistrend bei Silber, Kupfer und Co. bestimmen. Und hier spielen dann wiederum Boomstaaten wie Teile der BRIC-Länder oder auch die Türkei eine entscheidende Rolle. Die Nachfrage nach Edelmetallen aus diesen Gegenden wird weiter steigen, das scheint sicher.

Das Szenario, das viele Experten vor diesem Hintergrund erwarten, lässt steigende Preise bei den Edelmetallen erwarten. Die steigende Nachfrage wird auf ein Angebot treffen, dessen Ausbau längst nicht so zügig vonstatten geht. Neue Rohstoffvorkommen zu erkunden und zu erschließen ist ein Geschäft, das sich über viele Jahre hinzieht, hohe Investitionen erfordert und große Risiken mit sich bringt. Neue Erkundungstechniken verbessern zwar die Möglichkeit, neue Rohstoffquellen zu erschließen, doch große Teile der Erde sind bereits gut erkundet. Neue Gebiete stellen die Bergwerksbetreiber oftmals vor große Herausforderungen, sei es aufgrund des Klimas oder der politischen Lage vor Ort. Die Ausgangslage scheint damit klar: Allen kurzfristigen Schwankungen und den bisherigen Gewinnen der vergangenen Jahre zum Trotz dürften Gold und Co. gute Chancen haben, langfristig noch höhere Höhen zu erobern.
16.04.2012,

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