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Starker Mann am Bosporus Die Türkei als Wirtschaftsmacht

Energie Foto: © ZU_09 / istockphoto.com

Die Türkei gilt mittlerweile nicht nur als respektable Regionalmacht, sondern auch als starker Wirtschaftsstandort. Immer mehr deutsche Unternehmen wollen von dem Boom profitieren.


Rückständig, bäuerlich geprägt, ökonomisch geradezu ein Entwicklungsland – die Assoziationen mit der Türkei waren lange Zeit eher von Mitleid geprägt. Heute zeigt sich ein völlig anderes Bild. Längst wird die Wirtschaftskraft der Türkei in einem Atemzug mit China, Südafrika und Brasilien genannt.

Die Türken kommen – und wie!
Im ersten Halbjahr 2011 übertraf das Wirtschaftswachstum der Türkei sogar das von China. Und auch für das laufende Jahr sind die Aussichten mehr als rosig. Erst kürzlich korrigierte die Investmentbank Goldman Sachs ihre Wachstumsprognose auf 2,5 Prozent nach oben – damit würde die Türkei selbst im Krisenjahr 2012 stärker wachsen als die Euro-Zone und die gesamte Weltwirtschaft. Die Weltbank geht von vergleichbaren Zahlen aus. Und der Boom scheint unaufhaltsam: Experten prognostizieren bis 2020 ein jährliches Wirtschaftswachstum zwischen 4,5 und 5 Prozent.

Faktoren für den Erfolg
Einer der Gründe für diese Dynamik dürfte in der Bevölkerungsstruktur liegen. Das Durchschnittsalter in der Türkei beträgt nur 28 Jahre. Zum Vergleich: In alternden Deutschland sind es 44 Jahre. Ein weiteres Kennzeichen ist das starke Bevölkerungswachstum. Schätzungen gehen von einem Anstieg der Einwohnerzahl von heute 77 Millionen auf 80 Millionen im Jahr 2015 aus. Die Folgen: Bauboom, starke Konsumnachfrage, erhöhter Energiebedarf. Selbstbewusst und modern gibt sich auch die Regierung Erdogan. Eine konsequente Haushaltssanierung, radikale Steuerreformen und die Privatisierung von ehemaligen Staatsunternehmen ebneten den Weg für den Aufschwung. Ernsthafte Beitrittsperspektiven zur EU sind trotz dieser Modernisierungsprozesse dennoch nicht in Sicht. Die religiös-konservative AKP von Recep Tayyip Erdogan sieht die Zukunft der Türkei daher auch eher im weiteren Ausbau als Regionalmacht. Denn die türkische Wirtschaftskraft strahlt aus. Rege Handelsbeziehungen bestehen beispielsweise mit den Balkanstaaten, mit dem Kaukasus, mit Zentralasien, aber auch mit dem Iran und Syrien.

Perspektiven für deutsche Unternehmer
Der Boom am Bosporus zieht auch immer mehr deutsche Unternehmen an. Für den Düsseldorfer Handelskonzern Metro beispielsweise zählt die Türkei zu den wichtigsten Wachstumsmärkten. Seit 2007 konnte das Unternehmen seine Umsätze in der Türkei um fast 20 Prozent pro Jahr steigern. Auch Deutschlands größter Energieversorger E.on will seine Expansionspläne neben Indien und Brasilien auf die Türkei konzentrieren. Mitbewerber RWE wird Ende 2012 ein leistungsfähiges Gaskraftwerk in der türkischen Provinzhauptstadt Denizli in Betrieb nehmen. Und Mercedes-Benz-Lkw plant Investitionen von rund 130 Millionen Euro in seinen türkischen Fertigungsstandort.

Überhitzungs-Gefahr?
Im Jahr 2023 feiert die türkische Republik ihr 100-jähriges Jubiläum. Die Türkei soll bis dahin zu den zehn bedeutendsten Regionen der Welt gehören, so das selbsterklärte Ziel. In ökonomischer Hinsicht scheint dies in Anbetracht der aktuellen Zahlen greifbar zu sein. Vorausgesetzt, der Wachstumsmotor der türkischen Wirtschaft läuft weiterhin ungebremst. Doch genau hier sehen Wirtschaftsexperten das Problem. Denn die Türkei importiert seit Jahren mehr als sie exportiert. Und das führt zu einer starken Abhängigkeit von fremdem Kapital. Also doch die Anbindung an einen starken Partner, an die EU? Derzeit ist dieses Thema für die Türkei uninteressant. Die eigene Wirtschaftsstärke, aber auch die Entwicklungen in der Euro-Zone scheinen eher die Haltung „Die EU will uns nicht, wir brauchen die EU nicht“ zu stützen.

Vom Türkei-Boom profitieren
In türkische Einzelwerte zu investieren, dürfte aus Risikogründen für private Investoren kaum in Frage kommen. Im Fondssektor stellt der beispielsweise der UBAM Turkish Equity eine Alternative zu einem Direktinvestment dar. Der Aktienfonds unterliegt den üblichen überproportionalen Kursrisiken eines Akteninvestments in einem Emerging Market, dämpft diese jedoch durch eine Diversifikation in viele Einzelwerte. Letzten Zahlen zufolge hat der noch sehr junge, erst im April des vergangenen Jahres aufgelegte Fonds sich vor allem in Finanz- sowie, mit deutlichem Abstand, in Investitionsgüterwerte engagiert.
03.04.2012,

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