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ETFs Indexorientierung kann Rendite kosten

ETFs Foto: © / Alexander Hoffmann / Fotolia.com

Mit einem Exchange Traded Fund – kurz ETF – kaufen Anleger „den Markt“, denn die beliebten Anlageprodukte bilden einen zugrunde gelegten Index nach. Doch was passiert eigentlich, wenn darin neue Titel aufgenommen werden?


ETFs zählen mittlerweile mit zu den beliebtesten Anlageprodukten. Aktuell werden etwa drei Billionen US-Dollar in den Indexprodukten verwaltet. Laut einer Prognose von Goldman Sachs könnte das von Exchange Traded Funds verwaltete Vermögen bis im Jahr 2020 weltweit auf sechs Billionen US-Dollar, also rund 5,4 Billionen Euro, ansteigen. Dies wäre eine Verdoppelung gegenüber dem heutigen Stand innerhalb der kommenden fünf Jahre. Doch inzwischen werden auch die kritischen Stimmen zu den Indexfolgern lauter.

Aktive Fonds kaufen schneller und mitunter günstiger neue Titel
Eine Schwäche von ETFs zeigt sich etwa, wenn neue Titel in den zugrunde gelegten Index aufgenommen werden. Beispiel Dax: Am 21. September wird der Wohnungskonzern Vonovia, vormals bekannt als Deutsche Annington, in den deutschen Leitindex aufgenommen werden. Der Chemiekonzern Lanxess rutscht dafür in den MDax ab. Zugegeben, allzu oft kommen solche Veränderungen nicht vor – die Aufnahme von Vonovia ist der erste Neuzugang seit drei Jahren. Und doch haben solche Änderungen Auswirkungen für Anleger, die ETFs auf den Dax im Depot haben. Die ETF-Anbieter nämlich kaufen den neuen Titel nicht frühzeitig nach, sondern warten in der Regel bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Aktie auch tatsächlich im Index aufgenommen ist. Dadurch soll eine möglichst getreue Abbildung der Wertentwicklung sichergestellt und der „Tracking Error“, also sinngemäß der Nachbildungsfehler, minimiert werden. ETFs verhalten sich bei solchen Umstellungen also etwas behäbig. Schneller agieren hingegen die Manager aktiv verwalteter Fonds. Sie sondieren bereits im Vorfeld die Nachrichtenlage und kaufen neue Titel zügig nach – denn auch die Manager von Aktien- oder Mischfonds orientieren sich oft an Indizes. Für ETFs hat dies zur Folge, dass sie erst zu einem Zeitpunkt kaufen, zu dem die Preise bereits gestiegen sind. Da auch bei Börsengeschäften die Regel „Im Einkauf liegt der Gewinn“ gilt, müssen ETF-Anleger daher mit Renditeeinbußen rechnen. Christophe Bernard, Anlageexperte des Londoner Hedgefonds-Hauses Winton Capital Management, schätzt etwa nach einem Bericht des Handelsblatts, dass Anleger, die ETF auf das amerikanische Aktienbarometer SP 500 halten, dadurch 0,2 Prozent Rendite verlieren.

Der Ausgabeaufschlag bei aktiven Fonds ist ein größerer Renditekiller
Anleger könnten nun auf kleinere Indizes ausweichen, die nicht so sehr im Fokus von Fondsmanagern stehen. Aus Gründen der Risikostreuung empfiehlt es sich jedoch ohnehin, sein Vermögen sowohl auf aktive und passive Fonds und hier wiederum auf unterschiedliche Märkte zu verteilen. Zum anderen ist fraglich, ob die relativ geringe Renditeeinbuße von 0,2 Prozentpunkten und die Tatsache, dass Änderungen in den Titelzusammensetzungen der Indizes nur selten vorkommen, tatsächlich so ausschlaggebend sind. Schließlich sind ETFs nicht zuletzt aufgrund ihrer insgesamt niedrigen Kostenstruktur so gefragt. Ein viel größerer Renditekiller ist bei aktiven Fonds hingegen der Ausgabeaufschlag, der mit fünf Prozent zu Buche schlägt. Wer hier effektiv sparen möchte, sollte seine Fonds daher über Fondsvermittler wie FondsDISCOUNT.de kaufen. Grundsätzlich lohnt es sich jedoch bei ETFs genauer in die Anlagebedingungen zu schauen. Denn viele ETFs bilden den jeweiligen Index lediglich synthetisch nach – wer einen Dax-ETF kauft, partizipiert also unter Umständen gar nicht an den im Leitindex gelisteten Unternehmen, sondern erzielt lediglich eine identische Wertentwicklung.
11.09.2015,

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