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Kurssturz in China Volatilität dürfte zunehmen

Kurssturz in China Foto: © / filipefrazao / Fotolia.com

Der Börsen-Crash in China hat Auswirkungen auf die weltweiten Aktienmärkte. Für den Kapitalmarktstrategen Carsten Roemheld der Investmentgesellschaft Fidelity ist dies jedoch lediglich eine Korrektur, nicht der Start eines Bärenmarktes.


Das schwächelnde Wachstum in China und die Abwertung der chinesischen Währung sorgten in den vergangenen Tagen für Schlagzeilen und verunsichern viele Anleger. Carsten Roemheld, Kapitalmarktexperte bei Fidelity, spricht in seinem aktuellen Marktkommentar jedoch von einer „Korrektur, nicht dem Start eines Bärenmarktes“. Seiner Einschätzung nach dürften die Schwankungen an den Aktienmärkten weiter zunehmen, „ehrlich gesagt waren sie in den vergangenen zwölf Monaten auch fast zu niedrig.“ Doch so lange die US-Wirtschaft stabil bleibe, dürfte die Welt nicht in eine Rezession rutschen. Denn, so der Finanzexperte, trotz der zunehmenden Marktschwankungen würden die Unternehmensdaten und das globale Umfeld weiterhin für Aktien sprechen.

Ursachen für den Kurssturz
Für den Kurssturz am chinesischen Markt macht Roemheld mehrere Faktoren verantwortlich: „Einerseits mehren sich die Zeichen für eine Wachstumsabkühlung. Etliche Indikatoren wie der Autoabsatz, Stromverbrauch und Einkaufsmanagerindex bewegen sich im negativen Terrain. Andere Indikatoren wie die Einzelhandelsumsätze und die Kreditvergabe wachsen langsamer. Auch der Reformmotor ist ins Stottern geraten. Beim Umbau der Staatsbetriebe scheint der Eifer der Privatisierung und für mehr Wettbewerb zu erlahmen und einer Konsolidierung von Wirtschaftszweigen Platz zu machen. Als Herzstück der Reform sollte den Marktkräften eine größere Rolle zugebilligt werden. Diesen Grundsatz scheint man in den letzten Wochen fallen zu lassen zugunsten verstärkter Eingriffe in den Markt.“

Roemheld geht trotzdem davon aus, dass man es in China mit einer Abkühlung, nicht jedoch mit einem Einbruch zu tun hat. Schließlich würden die etwas ins Stocken geratenen Reformen fortgeführt. Zudem sei die Abwertung des Renminbi schlussendlich Ausdruck einer Öffnung des Kapitalverkehrs und keine Panikreaktion auf die wirtschaftliche Entwicklung. Der Fidelity-Experte erwartet weitere Lockerungsmaßnahmen wie die Senkung des Leitzinses und der Mindestreservequote – damit würden die Wirtschaft und die Aktienmärkte gestützt.

Dennoch beschreibt Roemheld China als Risiko, auch für den japanischen Aktienmarkt. Dieser befinde sich derzeit in einer Konsolidierungsphase, sei aber aufgrund seiner günstigen Bewertungen und dem positiven Ausblick für das Gewinnwachstum der Unternehmen im Vergleich zu den übrigen entwickelten Märkten „gut aufgestellt“. Weiter heißt es: „Ich gehe davon aus, dass der Finanzsektor in Japan sich im Zuge der Zinserhöhung in den USA gut entwickelt.“

Deutsche Unternehmen: Gewinnsteigerungen erwartet
Doch wie ist es um den deutschen Aktienmarkt bestellt? Nach Einschätzung bei Fidelity ist dieser in den vergangenen drei Monaten stärker abgestraft worden als der europäische Gesamtmarkt, „die heimischen Aktien sind in meinen Augen nun überverkauft“, schreibt Roemheld. Beim Kurs-Gewinn-Verhältnis liege der DAX unter dem europäischen Durchschnitt. Dies sei „nicht gerechtfertigt“. Roemheld gibt zu bedenken, „dass nur rund zehn bis 15 Prozent der Erträge deutscher Unternehmen aus China kommen“. Zudem seien nicht alle Exportgüter von einer Wachstumsabkühlung gleich stark betroffen. „Insgesamt gehe ich davon aus, dass die Gewinne deutscher Unternehmen in diesem Jahr um sieben bis zehn Prozent steigen werden. Tatsächlich haben die meisten Unternehmen mit ihren Gewinnausblicken im zweiten Quartal positiv überrascht. Unterstützt wird dieser Ausblick auch von einem der wichtigsten Indikatoren, dem Einkaufsmanagerindex, der weiter von globalem Wachstum ausgeht", heißt es in dem Marktbericht.
28.08.2015,

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