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Informationsflut Wie Medien die Finanzmärkte beeinflussen

Informationsflut Foto: © / ag visuell / fotoliaMedien filtern die Datenflut im Informationszeitalter.

Wechselwirkungen zwischen medialer Berichterstattung und Aktienkursen sind ökonomisch bewiesen. Massenmedien zeigen Trends auf, verkürzen Inhalte und erzeugen einen Herdentrieb. Psychologische Faktoren spielen dabei eine große Rolle.


Die Medien werden zum Sündenbock in China. Ein Journalist wird im staatlichen Fernsehen für den Börsencrash der vergangenen Woche verantwortlich gemacht. Wang Xiaolu muss am Montag ein öffentliches Geständnis ablegen. Ein kritischer Artikel aus seiner Feder soll die Panik an den Märkten ausgelöst haben. Diese Stigmatisierung – die ohne eine rechtsstaatliche Anklage erfolgt – ist Ausdruck der obersten Staatspropaganda der Kommunistischen Partei Chinas. Abseits dieses staatlichen Kontrollzwangs können Medien aber tatsächlich eine enorme Wirkung auf die Finanzwelt ausüben.

Im Informationszeitalter müssen Anleger, Trader und Fondsmanager mit einer riesigen Flut an zur Verfügung stehenden Daten umgehen. Die Auswertung dieser Daten ist die Grundlage für jedes Investment. Dabei werden die Informationen zunächst einmal durch die Medien gefiltert. Bereits an dieser Stelle findet eine erste Auswertung statt, die Information wird dem Rezipienten in einem bestimmten Kontext aufbereitet. Inhalte werden verkürzt, komplexe Themen vereinfacht dargestellt oder Sachverhalte ganz außer Acht gelassen.

Psychologie der Finanzmarktakteure
Bei der medialen Rezeption der Information kommen zudem psychologische Faktoren ins Spiel. Jeder Anleger handelt aufgrund von unterschiedlichen Werten und Maßstäben. Fondsmanager handeln aufgrund von unterschiedlichen Anlagestrategien. Doch so chaotisch diese unzähligen Faktoren bei der Medienrezeption finanzwirtschaftlicher Daten sein mögen, gibt es einige große Trends, die mit der medialen Berichterstattung zusammenhängen.

Ökonomisch belegt ist die These, dass Anleger nicht gern auf Experten hören. Finanzberater haben noch immer ein schlechtes Image. Und das liegt nicht nur an einigen schwarzen Schafen in der Branche. Anleger sind zutiefst skeptisch. Sie vermuten stets Eigennutz hinter den Tipps der Finanzprofis. Berater stehen unter dem Einfluss von Umsatzzielen und Provisionen, so die Befürchtung, daher werden Expertentipps gern ignoriert.

Die Rolle der Massenmedien
Viel lieber verlassen sich die Anleger beim Kauf oder Verkauf von Finanzprodukten auf leicht verständliche, medial aufbereitete Inhalte, wie zum Beispiel Artikel in Wirtschaftszeitungen. Der Einfluss der Medienberichte nimmt sogar noch zu, wenn die Beiträge Bilder enthalten. Privatanleger nehmen Informationen zudem leichter an, wenn diese ihre eigene Strategie bestätigen.

Somit bekommen Medien einen messbaren Einfluss auf Aktienkurse: Je öfter sie über bestimmte Aktien positiv berichten, desto höher steigt der Kurs. Ein gutes Beispiel ist der Fonds Multiple Opportunities von Flossbach von Storch (siehe Chartbild, oben). In den Medien wird dieser Fonds immer wieder als einer der beliebtesten Mischfonds beschrieben. Mit dem Bekanntheitsgrad wuchs auch das Volumen des Fonds auf mittlerweile knapp 6,2 Milliarden Euro an.

Gezielte Steuerung von Informationen
Fondsmanager Bert Flossbach ist sich dieser Medienmacht bewusst. In einem Interview mit Finanzen.net erklärt er den Kursrutsch nach der China-Krise: „Die Systeme haben genau so reagiert, wie sie programmiert wurden“, nämlich mit dem massenhaften Abverkauf von Sicherheiten. Mit dieser Einschätzung wird der Einbruch an den Börsen als Reibungsverlust kontextualisiert und verliert den Krisencharakter. In einem Marktumfeld mit potenziel steigender Volatilität wird damit das Ziel verfolgt, Anleger zu beruhigen und die Kurse zu stabilisieren.

Einen ähnlichen Effekt beobachtet Thorsten Hens, Experte für die Verhaltenspsychologie an den Finanzmärkten, in die andere Richtung. Wenn die Medien über ein Thema ständig negativ berichten, dann sinken die Kurse. Wirtschaftsmedien könnten gar nicht anders, als Inhalte verkürzt darzustellen, sagte Hens der Schweizer Handelszeitung. Auch sie unterliegen – wie Finanzberater – eigennützigen Zwängen: Sie müssen auf knappe und kompakte Artikel setzen in einer Zeit, in der die Aufmerksamkeitsspanne aufgrund der Informationsflut des Internets stetig weiter sinkt. Es ist daher nicht ratsam, in den Medien allein einen Sündenbock für fehlgeschlagene Anlageentscheidungen zu suchen.

Fazit: Wer dem Herdentrieb der massenmedialen Berichterstattung nicht folgen möchte, muss sich umfassend informieren. Dabei kann es sinnvoll sein, sich auch von Experten unverbindlich mit Informationen versorgen zu lassen. Eine erste Orientierung kann dabei ein Blick auf die eher unbekannteren Aufsteiger-Mischfonds der FondsDISCOUNT.de-Kunden sein.
02.09.2015,

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