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Unbeliebte Strompreisbremse Windkraftfonds vor dem Aus?

Windkraft Foto: © PhotographyByMK / Fotolia.com

Der Bundesverband WindEnergie e.V. wirft der Regierung vor, den Ausbau der Windenergie durch die geplanten Änderungen am EEG zu gefährden. Denn Investitionen, z.B. in Form von Windkraft-Beteiligungen, sind notwendig, um die Energiewende zu stemmen.


Die geplante „Strompreisbremse“ von Bundesumweltminister Altmaier ist noch gar nicht rechtskräftig und verursacht doch schon gehörigen Wirbel. Während die Regierung ihr Konzept zur Deckelung der (Öko-)Stromkosten verteidigt, sorgt sich die Windenergiebranche über nachlassende Investitionen. „Die Bundesregierung gefährdet mit ihren geplanten Änderungen am EEG Milliarden-Investitionen und rund 100.000 Arbeitsplätze in Deutschland. Bereits jetzt sind Investoren stark verunsichert. Der Ausbau der Windenergie ist bereits völlig ins Stocken gekommen“, kritisiert Andreas Jesse, Vizepräsident des Bundesverbandes WindEnergie e.V. (BWE) das Vorhaben. Nach Berechnungen des BWE wurden in 2012 Windkraftanlagen mit einer stattlichen Gesamtleistung von 2.500 Megawatt gebaut, dies entspricht Investitionen in Höhe von rund drei Milliarden Euro. Doch damit könnte bald Schluss sein. Statt notwendiger Kostendämpfung für die Verbraucher brächten die Pläne der Bundesregierung vielmehr „eine ganze Branche aufgrund nicht nachvollziehbarer und intransparenter Berechnungen“ zum Erliegen, so der BWE.

Alternative Modelle zur Kostensenkung
Auch für Andreas Eichler, Vice President Sales Germany des Weltmarktführers für Windenergieanlagen Vestas und Sprecher des Hersteller- und Zuliefererbeirats des BWE, sind die Kürzungspläne nicht nachvollziehbar: „Die Windenergie ist die günstigste erneuerbare Energiequelle und belastet den Stromverbraucher über das EEG kaum. Die Vorschläge der Bundesregierung machen jedoch einen weiteren Ausbau der Windenergie in den meisten Teilen Deutschlands unrentabel. Gefährdet wären damit Arbeitsplätze, Investitionen, Einnahmen aus Gewerbe-, Körperschafts- und Einkommensteuer und die Energiewende an sich.“ Um diesen befürchteten Kahlschlag zu vermeiden, wurden vom BWE Alternativvorschläge entwickelt, die der Windenergie-Industrie zumindest ein Überleben ermöglichen würden. Vorstellen könne man sich zum Beispiel ein neues Vergütungsmodell, wonach nur besonders windreiche Standorte eine geringere Einspeisevergütung als bisher erhalten würden sowie die Streichung des EEG-Bonus für Systemdienstleistungen. Technische Mehrkosten sollten stattdessen von den Betreibern selbst getragen werden. Damit könnte nach Einschätzung des Verbandes – genauso wie im Altmaier-Vorschlag – ein Einsparvolumen von insgesamt 60 bis 70 Millionen Euro pro Jahr realisiert werden, allerdings ohne den Ausbau der Windenergie komplett zu stoppen.

Auswirkungen auf Windkraft-Beteiligungen
Noch zeigen sich private Investoren von den Kürzungsplänen – in welcher Härte diese auch immer umgesetzt werden – unbeeindruckt, Engagements im Windenergie-Sektor sind nach wie vor beliebt. Eine für Anleger geschlossener Fonds derzeit sogar positive Auswirkung dieser Diskussion klingt auf den ersten Blick überraschend: Die Weichkosten, also die Summe aller Aufwendungen, die nicht direkt in das Anlageobjekt fließen, sind gesunken. Nach Berechnungen der Ratingagentur Scope lag der Weichkosten-Anteil bei Beteiligungen aus dem Bereich Erneuerbare Energien im Jahr 2011 noch bei 22,1 Prozent des Eigenkapitals (inkl. Agio). 2012 wurden im Durchschnitt nur noch 18,5 Prozent Weichkosten ausgewiesen. Die Analysten gehen davon aus, dass dieser Kostenblock bei Umweltfonds aus dem Energiesektor künftig stabil bleiben, oder sogar noch weiter sinken wird. Die Erklärung: Sinkende Einspeisevergütungen – wie zuletzt bei Solarfonds durchgesetzt und künftig bei Windkraftbeteiligungen befürchtet – drücken bei gleichzeitig zunehmender Konkurrenz um attraktive Standorte die Rendite. Um dennoch lukrative Ausschüttungen für die investierten Anleger darstellen zu können, sind die Fondsinitiatoren sozusagen „gezwungen“, ihre anfänglichen, nicht objektgebundenen Kosten gering zu halten. Inwiefern sich die Windfonds-Branche allerdings auf die geplanten EEG-Kürzungen einstellen wird, ob mehr Anbieter ins lukrative Ausland ausweichen oder andere Anlagesegmente – etwa der dringend benötigte Ausbau der Energie-Infrastruktur – in den Vordergrund treten, bleibt abzuwarten.
14.03.2013,

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