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Container-Direktinvestment P&R wird von Fach-Magazinen in die Mangel genommen

Container-Schiff verlässt Hafen. Foto: © enanuchit / fofoliaAnleger erhalten Mieteinnahmen von Container-Direktinvestments. Doch was, wenn der Rückkaufwert am Laufzeit-Ende einbricht?

Investoren sollten bei Direktinvestments wie z.B. in Container genau darauf achten, ob alle Angaben im Prospekt vollständig sind. Bei einem Direktinvestment von P&R fehlte das Alter der Container – andere Angaben lassen dringende Fragen aufkommen.


Seit Beginn dieses Jahres müssen Anbieter von Direktinvestments auch ein Prospekt für ihre Investoren erstellen. Darin sollen alle für eine Anlageentscheidung benötigten Informationen vorliegen. Doch bei einem Container-Direktinvestment der P&R Unternehmensgruppe in Grünwald war das nicht der Fall: Im Prospekt fehlte das Alter der gebrauchten Container. Wie Finanztest (Ausgabe 7/2017) berichtet, wurden dieses Jahr aus dem Container-Angebot Nr. 5001 „über 34.000 gebrauchte Metallboxen für mehr als 92 Millionen Euro verkauft“, ohne dass die Anleger das Alter im Prospekt einsehen konnten.

Kurzum: Die Container sind 5,5 bis sechs Jahre alt. Nutzbar seien die Container 15 bis 17 Jahre. Ist also alles halb so wild?

Bereits im vergangenen Jahr geriet P&R und seine Tochtergesellschaften Finanztest zufolge in das Visier der Wirtschaftsprüfer. Weil sie „in ihren Jahresabschlüssen jahrelang nicht alle Angaben zu finanziellen Verpflichtungen und Geschäftsführerbezügen“ veröffentlichten, schränkten die Wirtschaftsprüfer die Bestätigungsvermerke ein.

Kritik geht vor allem in Richtung der Gesellschaft P&R Equipment & Finance, die Rahmenverträge mit Leasinggesellschaften für die Container abschließt. Die Infos aus den Rahmenverträgen werden den Anlegern nicht im Prospekt zugänglich gemacht. Aus den Container-Prospekten geht allerdings hervor, dass die Gesellschaft bis zum Jahr 2022 Verpflichtungen in Höhe von 991,7 Millionen Euro nachkommen muss. Der unabhängige Insider-Report „kapitalmarkt-intern“ wies bereits im Februar 2017 in seinem Prospekt-Check darauf hin. In der aktuellen Ausgabe stellt das Magazin diese Verpflichtungen in ein Verhältnis: „P&R geht davon aus, bis 2022 Container in einem Volumen von jährlich 500 Millionen Euro an Anleger absetzen zu können! Im ersten Quartal 2017 waren es im Rahmen des Angebots 5001 jedoch nur 46,5 Millionen Euro.“ Das Magazin rät Anlegern angesichts dieser Zahlen zu „äußerster Vorsicht“.

Auch Finanztest zufolge „könnte es eng werden, wenn nicht kräftig Kapital hereinkommt“. Bei einem Vergleich der Mieteinnahmen und -ausgaben der P&R Equipment & Finance ist die Rede von einer „Unterdeckung in dreistelliger Millionenhöhe“ für die Jahre 2014 und 2015.

Das muss keine Katastrophe sein – zumindest nicht für P&R. Denn beim Rückkauf der Container von den Anlegern am Ende der Laufzeit könnte P&R Finanztest zufolge einen Rückkaufwert von „weniger als 65 Prozent des Erwerbspreises“ ansetzen. Ob sich das Direktinvestment für die Anleger dann noch lohnt, ist fraglich. Vor allem, weil es für sie schwer möglich sei, die Box selbst zu vermarkten.
27.06.2017,

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