Service-Telefon täglich von 8 bis 22 Uhr:   030 2757764-00

Suche: WKN/ISIN, Beteiligungen, Gesellschaften

Rückkehr der Bankräuber? Banken wollen Bargeld in riesigen Tresoren lagern

Rückkehr der Bankräuber? Foto: © peshkov / fotoliaTresore könnten bald eine Renaissance erleben.

Deutsche Banken erwägen, Bargeld aus Kostengründen wieder in Tresoren zu lagern. Das könnte Banküberfälle wieder lukrativ machen und die Geldpolitik der Zentralbanken unterwandern.


Werden Geldspeicher und LKW-Kolonnen voller Bargeld auf deutschen Straßen bald Realität? Banken haben einen neuen Weg gefunden, um die Strafzinsen der Zentralbanken auf Bankeinlagen zu umgehen. Medienberichten zufolge erwägen mehrere deutsche Banken – unter ihnen die Commerzbank –Bargeld in Tresoren zu lagern. Auch der Rückversicherer Munich Re hat bereits mit der Lagerung einer hohen Millionensumme experimentiert. Bereits im vergangenen Jahr machten Meldungen von Schweizer Pensionsfonds die Runde, die riesige Summen Bargeld von ihrer Bank holen und in ihren Tresoren lagern wollen.

In einer normalen Welt müssten die physische Lagerung von Bargeld sowie dessen Transport mit höheren Kosten verbunden sein als eine elektronische Summe auf dem Server eines Zentralbank-Computers. Doch das ist nicht mehr der Fall. In der neuen Normalität der Niedrigzinspolitik der Zentralbanken müssen Banken Strafzinsen auf Bankeinlagen bei ihren nationalen Zentralbanken zahlen. Für den Euro-Raum liegt der Strafzins bei -0,4 Prozent. In der Schweiz liegt er bei -0,75 Prozent und in Schweden sogar bei -1,25 Prozent (siehe Grafik).

Diese Strafzinsen sollen die Kreditinstitute eigentlich dazu bewegen, mehr Geld in Form von Krediten in den Wirtschaftskreislauf zu geben. Doch das Kreditgeschäft lahmt. Die Niedrigen Zinsen lassen die Einnahmen der Banken einbrechen. Für sie ist es einfacher, auf anderen Wegen – zum Beispiel an den Finanzmärkten – Erträge zu generieren.

Um die Strafzinsen der Zentralbanken zu umgehen, erscheint es also günstiger, das Geld wieder in Hochsicherheits-Tresoren zu lagern. Denn der Euro – ebenso wie die Schwedische Krone oder der Schweizer Franken – ist eine starke Währung. Daher können große Summen in relativ kleinen Volumengrößen ohne Probleme gelagert werden. Selbst dann, wenn der 500 Euro Schein in 2018 abgeschafft wird.

Bankräuber, Naturkatastrophen und andere Probleme
Wie große Summen Bargeld aussehen, weiß man nur aus Filmen, in denen Banken ausgeraubt werden. Wenn die Bankräuber eine Aktentasche mit Bargeld füllen, haben sie mehr als zwei Millionen Euro erbeutet. Knapp 90 Millionen kann man bereits unter einem Doppelbett verstecken und in ein durchschnittliches Hotelzimmer passen sogar mehr als zehn Milliarden Euro.

Was die Banken an Strafzinsen sparen, nehmen sie als erhöhtes Risiko in Kauf. Nicht nur Erdbeben und andere Naturkatastrophen könnten den Transport oder die Lagerung von Bargeld gefährden. Eine LKW-Kolonne voller Bargeld auf deutschen Autobahnen könnte Bankräubern neue Anreize zu Überfällen liefern.

Es dürfte zudem schwierig werden, einen Versicherer zu finden, der das Risiko eines Bargeldtransports in Millionenhöhe tragen will. Die Versicherungskosten könnten der FT zufolge bei 0,5 bis 1,0 Prozent des transportierten Bargeldvermögens liegen. Das ist derzeit noch mehr als der Strafzins der EZB, aber nicht höher als der Strafzins der Schweizer Zentralbank und sogar weniger als schwedische Banken für Bankeinlagen aufbringen müssen.

Das bedeutet, dass die Banken in Europa ihre Zentralbanken unter Druck setzen könnten, sollten diese die Zinsen weiter absenken. Wenn die Banken damit beginnen, in einer koordinierten Aktion Geld in Tresoren zu lagern, könnte das die Geldpolitik der Zentralbanken zum Scheitern bringen. Das Vertrauen in die Zentralbanken als eine wichtige Stütze für die Finanzmärkte könnte schwinden. Alle Marktteilnehmer wollen das vermeiden. Doch die Banken sind angeschlagen und versuchen derzeit alles, um Kosten zu sparen.

Investmentfonds: Mittel gegen Zinsflaute und Bargeldverbot
Für Privatanleger lohnen sich Bankeinlagen schon lange nicht mehr. Wer sein Erspartes nicht nter dem Kopfkissen lagern sondern lieber vermehren möchte, kann in Unternehmensanleihen oder Aktien investieren. Die FondsDISCOUNT.de-Topseller unter den Mischfonds kombinieren Anleihen- und Aktieninvestments miteinander in ausgeklügelten Anlagestrategien.

Neben Kassenschlagern wie dem Multiple Opportunities von FvS (ISIN: LU0323578657) tauchen zum Beispiel auch kleinere Fonds unter den Top-Performern auf, ohne von der großen Aufmerksamkeit der Medien zu profitieren. Der IP White Fonds (ISIN: LU1394856451) überzeugt zum Beispiel durch seine geringe Volatilität und übertrifft dabei im Jahresvergleich die Perfomance des FvS-Fonds. Der M & W Privat Fonds (ISIN: LU0275832706) zeichnet sich durch seine Flexibilität aus: Das Fondsmanagement frühzeitig auf Edelmetalles gesetzt hat. Das zeigt sich auch in der Performance des Fonds, die alle anderen Fonds in den vergangenen zwölf Monaten in den Schatten stellt.
18.08.2016,

Bei Fragen und Anregungen zu diesem Artikel schreiben Sie uns gerne eine E-Mail an die redaktion@fondsdiscount.de oder rufen uns unter der Service-Nummer 030 2757764-00 an. Wir freuen uns auf Ihr Feedback.

Produkte zu diesem Thema

M & W Privat von LRI Invest S.A.
Flossbach von Storch SICAV - Multiple Opportunities R von Flossbach von Storch Invest S.A.
IP White A von INTER-PORTFOLIO Verwaltungsgesellschaft S.A.

Alle Anlagen an Wertpapierbörsen sind mit Risiken verbunden:

  • Die Wertentwicklung eines Fonds wird maßgeblich von der Wertentwicklung der Anlagewerte bestimmt. Daraus ergibt sich das Risiko von finanziellen Verlusten wenn sich Marktpreise von bestimmten Werten ändern.
  • Das Risiko des Fondsmanagements besteht darin, dass der Fondsmanager Entscheidungen trifft, die eventuell nicht den Zielvorstellungen der Anleger entsprechen, oder die dazu führen, dass sich der Fonds negativ entwickelt.
  • Von den angelegten Beträgen gehen Kosten für die Fondsverwaltung usw. ab. Das kann dazu führen, dass sich Fonds im Vergleich zur direkten Anlage, z.B. in Aktien, nicht proportional entwickeln.
  • Wertentwicklungen der Vergangenheit sind keine Garantie für zukünftige Erträge. Wer Ranglisten und Statistiken als Entscheidungsgrundlage für eine bestimmte Fondsanlage nutzen will, sollte auf die Voraussetzungen achten, unter denen derartige Rang- und Bestenlisten erstellt wurden.
  • Je nach Fondsart, Ausrichtung und Fondskonstruktion ergeben sich spezielle Risiken für den Anleger, z.B. Verluste durch Währungsschwankungen. Weitere Details entnehmen Sie bitte dem Verkaufsprospekt.

Ähnliche Artikel finden

» » » Rückkehr der Bankräuber? - Banken wollen Bargeld in riesigen Tresoren lagern

Suchbegriffe, die Leser mit diesem Thema verbinden


Mehr aus dem Bereich Investmentfonds

Von Biotech bis Medizintechnik Von Biotech bis Medizintechnik - Mit dem apo Medical Balance am Health Care Markt investieren Um zu erfahren, welche Health Care Aktien besonders attraktiv sind, bedarf es viel Knowhow. apoAsset gewährt einen Blick ins Portfolio des apo Medical Balance und verrät, warum Labor-Ausstatter mehr...

Fidelity Global Dividend Fund Fidelity Global Dividend Fund - ‚Qualitätsaktien bieten Schutz in unruhigen Zeiten‘ Fondsmanager Dan Roberts ist sich sicher: Qualitätsaktien sollten in keinem Portfolio fehlen. Sein Fidelity Global Dividend Fund ist übrigens bis Ende März über FondsDISCOUNT.de mit einer mehr...

5-Sterne-Fonds 5-Sterne-Fonds - Patriarch Classic TSI liegt nach Morningstar-Bestnote voll im Trend Der Patriarch Classic TSI erhält von der Rating-Agentur Morningstar die höchste Auszeichnung. Der Aktienfonds lässt den DAX seit seiner Auflage mit knapp 30 Prozent weit hinter sich zurück mehr...

Unser Newsletter

... informiert Sie über aktuelle Kapitalanlagen & Marktentwicklungen
social media