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Aladdin BlackRocks zentrales Nervensystem für den Markt?

Aladdin Foto: © / Brian Jackson / fotoliaDer Held aus Tausendundeinenacht besitzt selbst keine magischen Kräfte.

Aladdin, eine über Jahre entwickelte Plattform von BlackRock, gilt als das zentrale Nervensystem des Unternehmens. Es organisiert zudem die Investments von 60 weiteren globalen Unternehmen, die Assets im Wert von etwa 14 Billionen Dollar verwalten.


Die Finanzwelt wird immer komplexer und die Finanzmärkte können rasend schnell die Richtung wechseln. Die Fülle der zur Verfügung stehenden Daten ist kaum noch überschaubar. Seit über 25 Jahren bündelte der weltweit größte Asset Manager BlackRock seine Ressourcen für die Programmierung einer High-Tech Investmentplattform mit dem Namen Aladdin, die den gesamten Investmentprozess der Gesellschaft sowie zahlreicher anderer institutioneller Investoren, wie zum Beispiel Fondsgesellschaften, umspannt.

Die Investmentplattform Aladdin sucht ihresgleichen. Die Abkürzung steht für „Asset, Liability, and Debt and Derivative Investment Network“, was den universellen Anspruch verdeutlicht, mit dem BlackRock den Investmentprozess auf die nächste Ebene bringen will. Erst im Dezember bezeichnete BlackRocks Präsident Rob Kapito auf der Goldman Sachs Financial Services Konferenz in New York die Technologie an der Wall Street indirekt als „Müll“, wie der Business Insider titelt.

Die Digitalisierung der Finanzwelt ist ein Megatrend, der immer weiter voranschreitet. Die Verknüpfung verschiedener Daten-Sätze stellt dabei eine große Herausforderung für die Branche dar. Die IT-Systeme sind fragmentiert und bilden oft nur einen Teil des Geschäfts ab. Mit Aladdin – einem IT-System mit 25 Millionen Zeilen Code, erstellt von über 1.000 Entwicklern über mehrere Jahrzehnte – erhebt man den Anspruch, den gesamten Investmentprozess über sämtliche Assetklassen abdecken und somit das gesamte Wissen des Konzerns bündeln zu können.

Die „kollektive Intelligenz“ vorantreiben
Tatsächlich hat sich BlackRock mit Aladdin im Bereich des Risikomanagements zu einem wichtigen Technologie-Lieferanten für institutionelle Investoren entwickelt. Die Software verbindet 120 Investment-Teams aus dem eigenen Haus in über 70 Metropolen und 30 Ländern miteinander. BlackRock selbst lässt damit seine gesamten Assets im Wert von insgesamt etwa 4,5 Billionen Dollar über Aladdin laufen. Damit profitiert auch jeder Anleger, der ein BlackRock-Produkt kauft, indirekt von dem hochmodernen Risikomanagement-System. Das Betriebssystem wird von mindestens 60 weiteren großen und namhaften Playern – unter ihnen auch die Deutsche Bank – genutzt, die nach Angaben der Financial Times gemeinsam etwa 14 Billionen Dollar in Assets verwalten.

Aufgrund der voranschreitenden Verbreitung kann man bei Aladdin schon vom zentralen Nervensystem – nicht nur von BlackRock – sondern bald vielleicht sogar von einem großen Teil der Finanz-Industrie sprechen.

Es „vereint Informationen, Menschen und Technologien, um Geld in Echtzeit sofort und transparent zu managen“, so das Unternehmen auf Nachfrage von FondsDISCOUNT.de. Dabei generiert es „Einblicke und Analysen“, mit deren Hilfe Asset Manager und andere Finanzinstitutionen ihre Strategien optimieren können. Portfolio Manager „sehen Investitionen, Exponierungen und Risiken klarer“. Das System „hilft ihnen dabei, smartere Entscheidungen“ zu treffen. Schneller soll es zudem sein. Die Datenverarbeitung erfolgt mit „Konsistenz, Effizienz und Geschwindigkeit“. Die Bündelung aller relevanten Datensätze in einem universellen System ermöglicht es BlackRock eigenen Angaben zufolge auch, Zeit zu sparen und – ganz im Sinne der Investoren – „besser zu kommunizieren“.

Der Mensch spielt die entscheidende Rolle
Portfolio- und Risikoanalyse, Trading, Risikomanagement und Controlling, Datenkontrolle und Verwaltung – all diese Bereiche umfasst das System. BlackRock weist dabei darauf hin, dass Aladdin auf die Wünsche der Kunden angepasst werden kann. So unterscheidet sich das Risikomanagement-System eines Kunden explizit von dem eines anderen, je nachdem, welche Bestandteile benötigt werden.

Das System bleibt dabei nur ein Werkzeug im Arsenal des Portfolio Managements, das von Menschen gesteuert wird. Der Manager entscheidet noch immer selbst, was er mit den Analysen von Aladdin macht. Er kann ein bestimmtes Asset einem Stress-Tests unterziehen. Er erhält aber keine Vorgabe darüber, eine Aktie zu kaufen, verkaufen oder zu halten.

Aladdin kann also den Menschen nicht ersetzen. Doch weil die Technik immer weiter voranschreitet und die Betriebssysteme immer intelligenter werden, „steige die Bedrohung, dass Menschen selbstgefällig werden“, schreibt der New Yorker Autor Tracy Allowy für die Financial Times in einem Beitrag über BlackRocks Investmentsystem. Das Risiko nehme zu, „wenn immer mehr Investmentfirmen die gleiche Software benutzen in Zeiten, in denen sich die Märkte tendenziell gleichzeitig in eine Richtung bewegen.“

Mehr als 20.000 Investmentprofis nutzen Aladdin weltweit.
05.01.2016,

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