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Expertenmeinung Börsencrash jährt sich zum 30. Mal – und kann sich jederzeit wiederholen

Vollautomatisierte Handelssysteme erhöhen die Crash-Gefahr Foto: © / zapp2photo / FotoliaVollautomatisierte Systeme handeln synchron. Dadurch steigt die Gefahr von Verkaufswellen und schließlich Crashs - wie damals, am Schwarzen Montag

Der 19. Oktober 1987 ging als Schwarzer Montag in die Börsenhistorie ein – damals brachen die Märkte weltweit ein. James Bateman (Fidelity) blickt zurück und warnt: Ein durch vollautomatisierte Handelssysteme ausgelöster Crash kann jederzeit drohen.


Heute jährt sich ein Ereignis, das Börsianern noch gut im Gedächtnis sein dürfte: Der Crash von 1987 brachte US-Anlegern in nicht einmal zwei Wochen Verluste von rund zehn Prozent ein. Der als „Schwarzer Montag“ betitelte Crash war zugleich der erste Börsen-Erdrutsch, der durch vollautomatisierte, auf Algorithmen basierenden Handelssysteme ausgelöst wurde. Hintergrund: Die Programmhändler hatten sich ganz auf ihre Modelle verlassen.  Als die Aktienkurse fielen, verkauften sie dieser Logik entsprechend, um die Verluste für ihre Portfolios einzudämmen. Im Zuge dieser Verkaufswelle stießen auch alle anderen Marktteilnehmer ihre Papiere ab und verstärkten damit den Abwärtssog rund um den Globus.

James Bateman, CIO Multi Asset beim Vermögensverwalter Fidelity, geht davon aus, dass sich ein solcher Crash jederzeit wiederholen könnte. Denn vollautomatisierte Handelssysteme werden auch für andere Börsen-Crashs verantwortlich gemacht. Insbesondere der sogenannte „Flash Crash“ im Jahr 2010 hat so seinen Lauf genommen. Damals stürzte der S&P 500 in nur 20 Minuten um sechs Prozent ab. Bateman warnt, dass die Gefahr derartig verursachter Börsenbeben zugenommen hat, denn seit 1987 habe sich der Anteil der mit vollautomatisierten Handelsmodellen durchgeführten Transaktionen am amerikanischen Aktienmarkt von 13 Prozent auf aktuell 27 Prozent mehr als verdoppelt. „Damit steigt auch die Gefahr eines von Computerprogrammen ausgelösten Markt-Crashs“, so der Kapitalmarktexperte.

Wie sollten sich Anleger vor dem Hintergrund steigender Crash-Gefahren verhalten? Kurzfristiges Rauschen der Märkte ausblenden und stattdessen langfristig denken, empfiehlt Bateman. Denn auf lange Sicht bieten die Aktienmärkte immer noch attraktive Erträge. So schlossen sich an die schlimmsten Verluste vom Höchststand des amerikanischen Aktienindex S&P 500 in einem Monat in den vergangenen 40 Jahren in aller Regel zehn Jahre mit starken Erträgen an.

„Aus vergangenen Ereignissen können wir auch heute noch lernen. In bestimmten Bereichen ist aktuell Vorsicht geboten. So machte der Schwarze Montag deutlich, wie wichtig die Marktstruktur ist. Gegenwärtig geben deshalb volatilitätsmindernde Strategien Grund zur Sorge. Sie leisten einer einseitigen Positionierung in schwankungsarme Aktien Vorschub, deren Kurse fallen, wenn die Volatilität steigt“, erklärt Bateman.

Auch die Rentenmärkte böten aktuell Anlass zur Sorge. Denn passive Anlagestrategien verfolgen strikte Regeln zur Indexnachbildung und könnten gezwungenermaßen zu Verkäufern werden, wenn eine Anleihe aus der Investment-Grade- in die Hochzinskategorie herabgestuft wird. Seit 2009 habe sich die Zahl der Investment-Grade-Anleihen an der Schwelle zum spekulativen Segment verdreifacht. Das bedeute, dass einem größeren Teil der Investment-Grade-Indizes eine Herabstufung drohe. Dies könnte künftige Krisen an den Finanzmärkten verstärken.

19.10.2017,

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