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Dirk Müller "Krisengefahr in China wird massiv unterschätzt"

Dirk Müller Foto: © / Finanzethos

China, VW-Skandal, US-Aktien: Wir haben mit dem bekannten Börsenexperten Dirk Müller über das aktuelle Marktgeschehen, die Herausforderungen für Privatanleger und die bisherige Entwicklung seines Aktienfonds gesprochen.


FondsDISCOUNT.de: Herr Müller, der Start in das neue (Börsen-)Jahr war enttäuschend, der Börsencrash China führte zu einem Kurssturz beim DAX. Dennoch spielen – so zumindest der Eindruck – die Wirtschaftsnachrichten aus China in den deutschen Medien nur eine untergeordnete Rolle. Wird hier eine Gefahr unterschätzt?
Dirk Müller: In der Tat. Ich bewerte die Entwicklungen in China als weitaus gefährlicher, als dies gegenwärtig dargestellt wird. Meiner Meinung nach wird hier eine Gefahr massiv unterschätzt. Seit Jahren warne ich vor dem Platzen des China-Booms – die Frage ist für mich daher nicht ob, sondern wann diese Blase platzen wird. Ich habe eine solche Entwicklung einmal als „Geysir-Szenario“ beschrieben. Dieses beginnt mit einer Blasenbildung, geht dann über in das Platzen der Blase, um dann in einem explosiven Ausbruch zu gipfeln. Bezogen auf China muss man klar sagen, dass hier eine Blasenbildung par excellence erfolgte. Internationale Investoren sorgten für Kapitalzuflüsse im großen Stil. Das Kapital wurde für ein bis fünf Prozent günstig in den USA, Japan oder in Europa geliehen und mit zweistelligen Wachstumsraten in China investiert. Dieser Investitionsschub – es floss ja ständig neues Kapital nach – machte es sogar möglich, dass in China in Dinge investiert wurde, die gar keinen Sinn machen: Kohlekraftwerke, die völlig unrentabel sind, Städte, in denen keiner wohnt oder Immobilien ohne Mieter sind Ausdruck dieser Fehlentwicklungen in XXL-Dimension. Die staatliche chinesische Kommission für Entwicklung und Reform beziffert diese Fehlinvestitionen in den Jahren 2009 bis 2015 mit satten 6,9 Billionen US-Dollar. Allein in 2013 sollen 47 Prozent der Bruttoinvestitionen Fehlinvestitionen gewesen sein. Lange Zeit ging das auch gut, die Preissteigerungen beispielsweise im Immobilienbereich reichten aus, um auch dann noch Gewinne zu generieren. Jetzt allerdings könnte diese Blase platzen – und im Prinzip ist dies Ausdruck eines gesunden Entwicklungszyklus. Wenn der Boom endet, sinken jedoch auch die Währungsreserven – die Investoren holen ihr Geld nach Hause. Zwar dauert es noch, bis die Kredite notleidend werden, aber die Banken beginnen, sich gegenseitig nicht mehr zu vertrauen. Also zusammengefasst: Sollte es die Zentralbank nicht schaffen, hier gegenzusteuern, wird weiterhin massiv Kapital aus China abgezogen werden. Ich sehe darin eine katastrophale Entwicklung.

Im Gegenzug zur Wahrnehmung des Börsencrashs in China wurde dagegen der VW-Skandal sehr intensiv thematisiert. Zu Recht?
Der VW-Skandal? Stimmt, da war mal was (lacht). Das ist jetzt gerade einmal drei Monate her und wir wurden mit Fernsehsondersendungen und einer geradezu panischen Berichterstattung bombardiert. Kommentatoren beschworen das Ende des Vertrauens. Man konnte sich in der Tat fragen, ob hier die nicht Maßstäbe völlig verdreht wurden. Mittlerweile kann man sich daran jedoch kaum noch erinnern. Fest steht: VW verfügt immer noch über ein gesundes Geschäftsmodell und ist gut bewertet.

Was erwarten Sie für 2016 – mit welchen Herausforderungen werden Anleger konfrontiert werden?
Das eingangs beschriebene Szenario für China dürfte eines der zentralen Themen für die langfristige Betrachtung werden. Wenn die Blase tatsächlich platzt, liegt ein Katastrophen-Jahr vor uns. Aber man kann es nicht wissen. Die Zentralbanken könnten immer noch gegensteuern.

Welche Strategie empfehlen Sie in solch unsicheren Marktphasen?
Kurz gesagt: Man muss sich so aufstellen, dass es keine Rolle spielt, ob die Entwicklung nach oben oder nach unten geht. Ich empfehle daher Investitionen in gute Unternehmen mit tragfähigen Geschäftsmodellen. Aber auch zwingend die Absicherung dieses Depots gegen mögliche starke Kursrückgänge.

Das ist das Stichwort, um auf Ihren im April letzten Jahres gestarteten Dirk Müller Premium Aktien Fonds zu sprechen zu kommen. Auf Ihrer Webseite haben Sie Ihre Strategie einmal in dem Satz „Nach oben bin ich dabei, nach unten schlafe ich gut“ zusammengefasst. Wie fällt Ihre Bilanz der vergangenen Monate im Vergleich zum Gesamtmarkt aus?
Ich bin mit unserem Fonds sehr zufrieden! Wir haben in den vergangenen Monaten kontinuierlich besser als der Gesamtmarkt performt. In der Spitze waren das knapp zehn Prozentpunkte. Einem leichten Minus von 4,07 Prozent steht ein Verlust des MSCI World Value (EUR) Index von 8,11 Prozent (zum 30.12.2015) gegenüber. Natürlich wäre diese Entwicklung in steigenden Märkten noch schöner, aber wie gesagt im Vergleich zum Gesamtmarkt stehen stehen wir sehr gut da. Die Einbrüche des DAX im Frühjahr und im Sommer haben wir nicht mitgenommen. Dementsprechend ging unsere Strategie auf: Nach oben dabei sein, nach unten möglichst wenig verlieren.

Wie muss ein Unternehmen aufgestellt sein, damit Sie es in Ihr Portfolio aufnehmen?
Aktuell haben wir 39 Unternehmen im Portfolio und betreiben konsequentes Stock-Picking, um die besten auszuwählen. Dabei verlassen wir uns auf eine sehr detaillierte Analyse der Fundamentaldaten. Wir würden von daher auch in Unternehmen aus China oder Brasilien investieren, würden uns die Daten überzeugen. Wichtig für uns ist, dass die Unternehmen in der Vergangenheit gezeigt haben, dass sie es können. Eine einwandfreie Bilanz, eine überzeugende Perspektive für die Zukunft und nicht zuletzt eine faire Bewertung sind für uns die Voraussetzungen für ein Investment. Wir arbeiten insofern nicht mit Stopp-Loss, das wäre für uns kontraproduktiv. Wenn die Kurse sinken, kaufen wir – nach eingehender Analyse – eher zu.

Ihr Fonds investiert derzeit zu 50 Prozent in US-Aktien. Der US-Aktienmarkt gilt bei manchen Beobachtern als überbewertet, insbesondere im Elektronik-Segment. Wie sehen Sie das, ist eine Umschichtung in europäische Aktien 2016 sinnvoll?
Das ist richtig, viele US-Titel sind sehr ambitioniert bewertet. Wie bereits beschrieben, wählen wir jedoch nicht nach Regionen aus bzw. müssen hier bestimmte regionale Zielsetzungen im Portfolio erfüllen, sondern schauen uns die Fundamentaldaten einzelner Unternehmen genau an. Solange uns die Unternehmen überzeugen und die Bewertungen fair sind, gibt es für uns keinen Grund, umzuschichten.

Herr Müller, vielen Dank für dieses Gespräch!
13.01.2016,

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