Erfunden wurde die digitale Vermögensverwaltung in den USA. Zu den ersten Anbietern in diesem Bereich zählen Betterment und Wealthfront. Sie leisteten Pionierarbeit und gingen jeweils im Jahr 2008 beziehungsweise 2011 an den Start. In Deutschland hat es etwas länger gedauert, sich dieser Innovation anzunehmen. Das liegt sicherlich an einer allgemein höheren Skepsis gegenüber Geldanlagen und auch Digitalisierung. Zu den ersten Anbietern hierzulande zählen Quirion (2011) oder auch Liqid (2016).


 


Unterschiedliche Kategorien


Die derzeitigen Anbieter agieren aktuell in unterschiedlicher Mission. Sie lassen sich grob in drei Kategorien einteilen. Beratungstool:  Es wird eine Software angeboten, mit deren Hilfe ein geeignetes Portfolio ermittelt wird. Dafür geben Kunden diverse Daten ein, unter anderem die Risikobereitschaft. Die Software ermittelt daraufhin ein passendes Fonds-Portfolio. Den Kauf der Fonds nimmt der Kunde dann selbst vor. (z.B. Truevest). Robo-Advisor-Fondslösungen: Der Anbieter konzipiert vorab erstellte Portfolios in einem Dachfonds, den der Kunde über die Börse erwerben kann. So ist der Anleger in einen oder mehreren ETF investiert. (z. B. Easyfolio). Verwaltete Depots: Diese Kategorie ist das umfassendste Angebot für den Kunden. Mittels Algorithmen wird das Portfolio eines Depots ermittelt und dieses bei einer Partnerbank eingerichtet. Die eingekauften Fonds werden dann verwaltet und auch umgeschichtet. (z. B. investify)


 


Mittlerweile gibt es in Deutschland über 40 Anbieter. Diese unterscheiden sich nicht nur im Selbstverständnis, sondern auch bei Mindestanlage und Kosten. Es gibt Anbieter, die Kunden ohne Mindestanlage locken (z.B. Easyfolio oder growny). Andere haben immens hohe Mindestanlagen, wie beispielsweise liqid mit 100.000 Euro. Hinsichtlich der Performance gibt es aufgrund der jüngeren Markteintrittsdaten noch keine Langzeitanalysen. Viele Robo Advisor konnten aber in den letzten drei Jahren mit einer ansprechenden Performance überzeugen. Bei der Auswahl von digitalen Vermögensverwaltungen sollten jedoch auch immer die Kosten Beachtung finden. Neben den Gebühren, die meist unter 1 Prozent p.a. liegen (Qurion aktuell 0 Prozent), kommen noch Fondskosten dazu. Diese können 0,07 oder aber auch 0,4 Prozent betragen. Vereinzelt locken Anbieter Neukunden auch mit Freimonaten. Experten gehen davon aus, dass der Peak hinsichtlich der Anbietervielfalt mittlerweile erreicht ist. Künftig würde sich der Markt konsolidieren und durch Übernahmen überschaubarer werden.


 


 Hybrides Modell


Um die digitale Vermögensverwaltung zu optimieren und auch um mehr Vertrauen zu schaffen, agieren viele Anbieter vermehrt mit einem hybriden Modell. Dabei werden die Vorteile aus beiden Welten (Mensch und Roboter) in einem Korb gebündelt. Da Maschinen bei Rechenaufgaben von Natur aus schneller als Menschen sind, werden die digitalen Tools dazu verwendet, Terabytes an Daten zu durchsuchen und sie in verwertbare Informationen und Erkenntnisse umzuwandeln. Dies wirkt der Tendenz der Berater entgegen, rein instinktiv Anlageentscheidungen zu treffen. Die gesteigerte Effizienz des Modells hilft einem einzelnen Vermögensverwalter, seine täglichen Aktivitäten zu optimieren und operative Aufgaben zu automatisieren. Hybridmodelle können so gestaltet sein, dass die menschliche Komponente die Titelauswahl umfasst (z.B. Solidvest). Bei anderen Hybridmodellen steht die persönliche Beratung im Vordergrund. Das Spektrum reicht von einem guten Telefonservice, über Infoveranstaltungen bis zu persönlichen Gesprächen. Letzteres ermöglichen beispielsweise Scalable Capital und Liqid – allerdings nur ab einer bestimmten Mindestanlage oder nur in bestimmten Metropolen.


 


Grüner Robo-Advisor


Da ESG-Kriterien und Nachhaltigkeit bei Geldanlagen eine immer größere Rolle spielen, können Anleger nun auch mitels Robo-Advisor „grün“ investieren. Die in Marburg ansässige Vermögensverwalter FiNet Asset Management AG startete Ende des vergangenen Jahres Vividam – einen selbst so genannten „Anti-Robo-Advisor“, der auf Nachhaltigkeit und ausschließlich auf aktiv gemanagte Fonds setzt. Der Robo ist speziell für Berater gedacht, die sich seit Dezember 2018 mit ihren Kunden anschließen können. Vividam basiert dadurch auf einem hybriden Prinzip, bei dem es zusätzlich zum Robo auch Beratung gibt. Mit 1,08 Prozent vom verwalteten Volumen pro Jahr liegen die Kosten hierzulande klar über dem Durchschnitt. Finet rechtfertigt diese mit der sorgfältigen Fondsauswahl, die einige Analysearbeit erfordere. Die vier Anlagestrategien, welche sich in der Aktienquote unterscheiden, sind alle auf Nachhaltigkeit ausgerichtet. Im Portfolio sind die Aktien gleichgewichtet, Rebalancing findet einmal im Jahr statt. Als Mindestanlagesumme sieht Finet einmalig 3.500 Euro vor, die gepaart mit einem Sparplan von 75 Euro pro Monat investiert werden können. Das Unternehmen ist davon überzeugt, dass neue Regulierungen im Nachhaltigkeitsbereich und der steigende Druck, gegen den Klimawandel anzukämpfen, weiteres Wachstum eröffnen könnte.


 


Ausblick


Der Markt um digitalen Vermögenverwaltungen steckt in Deutschland immer noch in den Kinderschuhen. Trotz vieler Anbieter ist dieser im Vergleich zu den angelsächsischen Regionen noch recht überschaubar. In den kommenden Jahren wird sich der Markt aller Wahrscheinlichkeit nach konsolidieren und könnte weiter wachsen. Für Anleger bieten sich viele Vorteile (geringere Kosten, Kostentransparenz, breite Streuung), auch muss man sich im Alltag nicht mehr ausgiebig mit der Geldanlage befassen. Es gibt einige Anbieter mit fairen Konditionen und einem guten Kundenservice. Allerdings sind die Strategien standardisiert, sodass es an Individualität klar mangelt. Zudem fehlt den Anbietern die langjährige Erfahrung, sodass eine signifikante Historie erst in den kommenden Jahren erstellt werden kann. So lässt sich resümieren, dass ein Robo-Advisor eine gute Alternative für Investments sein kann, falls man sich mit Themen rund um die Geldanlage nicht intensiver beschäftigen möchte. Anleger, die bereits Erfahrungen mit Geldanlagen haben, Prozesse und Mechanismen einschätzen können und auch Interesse für die Finanzmärkte mitbringen, werden sich mit Robo-Advisor eher langweilen. Sie sollten besser die eigenen Entscheidungen treffen und individuell investieren.


 


Digitale Vermögensverwaltungen bei FondsDISCOUNT.de


Auch Kunden von FondsDISCOUNT.de können mit einem Robo-Advisor Vermögen anlegen:


Solidvest

Solidvest ist eine Online-Vermögensverwaltung, welche einen Vermögensaufbau mit Investitionen direkt in Aktien und Anleihen anbietet. Als Teil der DJE Kapital AG kann Solidvest auf über vier Jahrzehnte gewachsene Expertise zurückblicken. Gegenüber anderen digitalen Anbietern werden die Depots nicht mit Börsenindizes nachbildenden ETF-Fonds bestückt. Ein Team aus 14 Analysten sucht 50 Einzeltitel für den Anleger in individuell angepasster Gewichtung aus. Nach der Ermittlung der Anlagestrategie hat der Anleger optional die Möglichkeit, dass Depot anhand von Themenschwerpunkten zu individualisieren.


Tipp: Kunden von FondsDISCOUNT.de erhalten 1 Prozent auf die erste Anlagesumme geschenkt. >> Hier!


 


Truevest


Truevest ist ein vollautomatisiertes Selbstberatungstool in der Vermögensberatung, bei dem auf langjährige Erfahrungen und ein nachhaltig erprobtes Risikomanagement zurückgegriffen werden kann. Als Label der Patriarch Multi-Manager GmbH werden die Geschäftstätigkeit und Anlagestrategie einerseits auf Grundlage finanzmathematischer Signale aus der Charttechnik und andererseits der Erfahrung menschlicher Experten gegründet. Die explizite Titelauswahl verantworten Fondsmanager der mandatierten Berater DJE Kapital AG und StarCapital AG. Insgesamt bietet Truevest vier methodische, geprüfte Strategien an, welche in ihrer Ausrichtung die unterschiedlichen Bedürfnisse und Risikoneigungen des Anlegers berücksichtigen. Das Unternehmen orientiert sich bei der Wahl der Anlageklassen an der Marktlage und kann in unruhigen Phasen bis zu 100 Prozent Cash-Quote halten.


 


Loni


LONI ist ein Robo-Advisor mit hybridem Modell, da mit einer Mischung aus digitaler Anlagewelt und menschlichen Entscheidungen gearbeitet wird. Als Grundlage hierfür dient der „CIO View“. Diese Analysen des Chief Investment Officer sind den Anlegern als Magazin zugänglich, gleichzeitig werden die Investmententscheidungen basierend auf dieser Expertise getroffen. Somit ist das Portfolio von LONI auch nicht statisch, sondern wird von den Experten an die jeweiligen Marktgegebenheiten angepasst. Zudem ist LONI sehr individuell: Aus 19 verschiedenen Anlagestrategien wählen Anleger die Strategie aus, die am besten zu Ihren Sparzielen und Ihren bisherigen Erfahrungen passt.