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Gastbeitrag Dirk Müller über den „verbalen Eiertanz der Fed“

Gastbeitrag

Investoren beschäftigt eine mögliche US-Zinswende, die Shopping-Tour der Notenbanken und die drohende Gefahr einer Stagflation. Lesen Sie im Marktkommentar von Mister Dax, was dies für Anleger bedeutet, und warum sie auf „Wassergräben“ achten sollen.


Die wichtige Marke um 10.400 Punkte im DAX hat bis in diese Woche hinein gehalten. Darunter befindet sich eine weitere gewichtige Unterstützung im Bereich zwischen 10.150 und 10.000 Punkten. Erst darunter müsste man wieder deutlich stärkere Abgaben einkalkulieren. Zunächst gelang Anfang August der Durchbruch durch den oberen Abwärtstrend seit Jahresbeginn. Dieser Durchbruchsbereich um 10.400 stellt nun einen interessanten Boden für die derzeitige Konsolidierung dieser starken Bewegung da, von dem aus weitere dynamische Kursgewinne die höhere Wahrscheinlichkeit haben. Jedoch muss auch die Möglichkeit einer Topbildung mit Rückfall in den Abwärtskanal beobachtet werden, solange die Anschlussbewegung über 10.750 noch nicht stattgefunden hat...

Jackson Hole und die nicht endenden Zinserhöhungs-Spekulationen
Das große Ballyhoo der Notenbanker in den Rocky Mountains von Wyoming hatte – zumindest wenn man dem offiziellen Wording Glauben schenken mag – eine höhere Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung zum Ergebnis. Diesen verbalen Eiertanz kennen wir von der US-Notenbank aber schon seit einigen Jahren. Eine moderate Zinsanhebung sei angemessen, so der Tenor. Gar zwei Zinserhöhungen werden noch für dieses Jahr ins Spiel gebracht. In Schwächephasen hingegen würde die Fed auf weitere Wertpapierkäufe zurückgreifen. Die Märkte nehmen also eine höhere Wahrscheinlichkeit für Zinserhöhungen wahr und preisen diese langsam ein. Entsprechend kam zuletzt der Euro unter Druck und der US-Dollar ging fester. Die Arbeitsmarktdaten am Freitag werden hier weitere Erkenntnisse bringen.

Das US-Bruttoinlandsprodukt lag im ersten Halbjahr 2016 jedoch bei einem näheren Blick auf die harten Fakten bei unter einem Prozent p.a.. Das Wachstum der US-Industrieproduktion weist seit vielen Monaten negative Werte auf. Die Auftragseingänge sehen traurig aus, die Lagerbestände gehen durch die Decke. JP Morgan sieht die Rezessionsgefahr für die USA in den nächsten 12 Monaten bei 37 Prozent, Jim Rogers längst bei 100 Prozent. In einigen Luxusimmobilien-Segmenten an prominenten Orten (wie etwa in Aspen) brechen die Umsätze um die Hälfte ein, nachdem schon im durchschnittlichen Immobiliensektor nichts wirklich gut vorangeht, insbesondere dann, wenn man sich die realen Zahlen ansieht. Denn offiziell vermeldete Zahlen haben auch hier recht wenig mit der Realität zu tun. Man kann sich oft nur die Augen reiben angesichts dessen, wie diese Zahlen zustande kommen. Wenn man jedoch die härter belastbaren Zahlen abfragt, stellt man fest, dass diese eine sehr traurige Sprache bezüglich der tatsächlichen wirtschaftlichen Situation der USA sprechen. Wo da die Federal Reserve die Zinserhöhungsphantasie mit der Argumentation „Die Wirtschaft läuft so gut“ hernehmen will, das erschließt sich wirklich niemandem mehr.

Seit geraumer Zeit kaufen sowohl die Bank von Japan als auch die Schweizer Notenbank in großem Stil Aktienpakete. Die BoJ hat inzwischen etwa die Hälfte der ETFs auf den Nikkei 225 erworben und ist bei zahlreichen Unternehmen mittlerweile einer der zehn größten Investoren. Die Schweizer Notenbank hat über 100 Milliarden Franken in Aktien investiert, wovon über 60 Prozent US-Qualitätstitel sind. Wann kommen Fed und EZB zu dem Gedanken, dass die bisherigen Maßnahmen nicht mehr ausreichen und tun es ihren Kollegen gleich? Welchen Boom das für die Aktienmärkte bedeuten würde zeigt ein Blick auf den Nikkei 225, der sich im Zeitraum der Zentralbankkäufe verdoppelt hat. Mit Einstellung der Käufe Mitte/Ende 2015 endete dieser Spuk zunächst abrupt.

Inflation – Deflation – Stagflation: Welches Szenario ist am schlimmsten?
Die Gefahr, die wir momentan sehen, ist tatsächlich jene der Stagflation. Bei einer Inflation steigen bekanntermaßen die Preise. Eine normale Inflation (in tragfähigem Rahmen) ist gar nichts Negatives. ,wenn es sich um eine nachfragegetriebene Inflation handelt. Den Menschen geht es gut, alle haben Jobs, es werden händeringend Arbeitskräfte gesucht und die Firmen müssen höhere Gehälter zahlen, um die Menschen einstellen zu können. Die erhöhte Nachfrage nach Gütern lässt die Preise steigen etc. Dies ist also eine Inflation auf Basis einer guten Wirtschaft. Das bedeutet aber, dass die Menschen sich mehr leisten können, weil sie höhere Gehälter bekommen. Dies ist die „gesunde“ Definition der Inflation.

In einer Deflation hingegen fallen die Preise. Schwache Wirtschaftsleistung senkt die Nachfrage nach Produkten. Das bedeutet also, dass auch Löhne und Gehälter eher fallen als steigen und viele Umsätze zurückgehen. Die Preise fallen mit einer fallenden Wirtschaft, die Wirtschaft zieht sich zusammen. Man hat also (insgesamt gesprochen) weniger Geld im Portemonnaie, muss aber auch niedrigere Preise bezahlen. Dieses Szenario ist schlecht für die Wirtschaft, da gefährlich, da es in einen Teufelskreis nach unten gehen kann. Aber es ist keine direkte Katastrophe für die Bürger, da fallenden Einkommen fallende Preise gegenüberstehen.

Das schlimmste Szenario für eine Gesellschaft und ihre Mitglieder ist in der Tat die Stagflation, also eine schrumpfende Wirtschaft, in der die Menschen arbeitslos werden und in der niedrigere Gehälter bekommen aber gleichzeitig die Preise, u.a. aufgrund überbordender Staatsschulden und die Inflationierung von Vermögenspreisen, durch die Decke gehen. Die Gefahr einer Stagflation liegt in einer sehr schnellen Verarmung einer Gesellschaft, denn die Preise steigen und die Leute können sich wegen fehlender Jobs und niedrigerer Löhne immer weniger leisten. Dieses Szenario rückt zunehmend nach oben in der Wahrscheinlichkeitsliste.

Wann steigen die Ölpreise wieder nachhaltig? Vielleicht nie...
Immer wieder wird diskutiert, ob „die Saudis möglicherweise doch die Förderung drosseln werden“. Diese Erwartung wurde in der Vergangenheit schon nicht bestätigt. Die Saudis brauchen jeden Petrodollar und können sich eine Drosselung gar nicht leisten. Zu allem Überfluss äußerte sich der neue irakische Energieminister dahingehend, die Ölförderung weiter zu steigern. Es gäbe kein Limit außer dem technisch Machbaren. Dabei lud er internationale Unternehmen ein, im Irak zu investieren und zu fördern, man will die Lagerkapazitäten verdoppeln. Es ist ein Rattenrennen auf den letzten Metern des Ölzeitalters Mit der dynamischen Wandlung hin zu einer Welt erneuerbarer Energien ist Öl ein Auslaufprodukt. Das Motto lautet also: Schnell jetzt alles aus dem Boden herausholen, was später wertlos unter dem Sand zurückbleibt! Das scheint auch der Irak verstanden zu haben. Es ist kaum zu erwarten, dass ausgerechnet die Saudis ihr Öl für später aufheben werden.

Solarboom in Indien löst Investitionsschub aus
Dazu passt, dass Indien seine Solarkapazitäten weiter massiv ausbaut. Derzeit hofft man auf billige Module aus China. Denn dort muss man sich mit enormen Überkapazitäten im Bereich Solarmodule herumschlagen. In China lief ein großes Solarsubventionsprogramm aus und viele Hersteller sitzen noch auf großen Mengen Solarzubehör. China hat Überkapazitäten und Indien hofft nun, diese billig abstauben zu können.

Für Anleger, die von diesem Solarboom profitieren wollen, gilt besondere Wachsamkeit. Hierbei kommt es ganz wesentlich darauf an, wo genau investiert wird. Solarmodule gehören zur Kategorie der Commodities, können inzwischen also überall auf der Welt produziert werden. Es ist mehr oder weniger egal, von welchem Hersteller sie gekauft werden. Es kommt lediglich auf den Preis pro Leistungseinheit an. Manche Hersteller sehen sich dabei gezwungen, diese Module zu Ramschpreisen auf den Markt zu werfen, um zu überleben. Dabei werden auch die qualitativ guten Hersteller in diese Preisspirale nach unten hineingezogen. Es ist daher an der Börse immer gefährlich, in Commodities, also austauschbare Produkte zu investieren.

Man sollte sich daher eher auf Unternehmen konzentrieren, die ein Produkt im Portfolio haben, an dem man nicht vorbeikommt bzw. es einen Grund gibt, warum die ganze Welt bei diesem Unternehmen genau das haben will. Daher ist es gerade bei langfristigen Investitionen ganz wichtig genau das an der Börse immer im Blick zu haben. Im Dirk-Müller-Premium-Aktien-Fonds achten wir besonders auf Unternehmen mit einem sogenannten „Wassergraben“. Je breiter dieser Schutz ist, umso schwieriger ist es für Konkurrenten darüber hinwegzukommen. Facebook ist ein solches Unternehmen. Die extreme Dominanz und Marktdurchdringung macht es für Konkurrenten nahezu unmöglich, Facebook das Geschäft streitig zu machen. Im Bereich der erneuerbaren Energien ist Vestas gerade dabei diesen Wassergraben sehr breit zu ziehen.

Ihr
Dirk Müller
31.08.2016,

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