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Gastbeitrag Dirk Müller über Donald Trump und die Kampfabstimmung in Italien

Das Kolosseum in Rom leuchtet in der Morgensonne Foto: © / Frédéric Prochasson / FotoliaDie Märkte blicken mit Spannung auf das Referendum in Italien.

Die USA säuft trotz Wahlsieg von Donald Trump und entgegen zahlreicher Prognosen nicht ab. Es könnte gut sein, dass auch das Vertrauensvotum über Italiens Premier Renzi am Sonntag weniger Wellen schlagen wird als zuvor vermutet.


Der DAX fährt weiter auf den gewohnten Schienen zwischen den Marken 10.200 und 10.800. Es bleibt also trotz Trump und anderer Themen noch adventlich ruhig an den Börsen. Die Hoffnung auf eine Jahresendrallye besteht bei vielen Anlegern auch weiterhin. Ein Ausbruch über die Marke von 10.800 Punkten dürfte einen schnellen Schub bringen, aber immer verbunden mit der Sorge, dass es dann zu Beginn des Jahres gleich wieder in die andere Richtung geht, ähnlich wie es in diesem Jahr zu beobachten war.

Italien-Sorge an den Märkten
Nachdem die Diskussionen um Trump und dessen künftige Gestaltung der Politik in den USA in den vergangenen Wochen die Schlagzeilen beherrschten, bahnt sich nun ein „neues“ Thema seinen Weg auf die Titelseiten. In Italien wird am kommenden Wochenende per Volksabstimmung über die Neuorganisation des Regierungssystems abgestimmt. Auch hier handelt es sich eigentlich um keine bahnbrechende Neuigkeit, schließlich läuft diese Debatte bereits seit Wochen und Monaten. Nun steht aber Sonntag eine Art Schicksalstag für die Zukunft des Landes bevor. Renzi, der Mann Brüssels und der Reformen, stellt seinem Volk sozusagen die Vertrauensfrage und macht seinen Verbleib im Amt vom Ausgang dieses Votums abhängig. Die Italiener sind über die geplanten Reformen scheinbar alles andere als glücklich. Die Spekulationen darüber, was das für Auswirkungen für das Land Italien, seine Banken, seine Regierung aber auch die Zukunft der europäischen Idee und nicht zuletzt des Euro haben könnte, schießen natürlich in alle Richtungen.

An der US-Wahl und den Wochen, die darauf folgten haben wir gesehen, dass wohl längst nicht alles so heiß gegessen wird, wie es im Wahlkampf gekocht wurde. Das wird wohl letzten Endes auch in Italien der Fall sein, spannend ist diese Entwicklung aber allemal.

Ein Wort zu unseren Ökonomen
Ganz interessant ist in diesem Zusammenhang, dass sich jetzt 130 deutsche Ökonomen zu Wort melden, die einen US-Aufschwung durch Trump erwarten. Da kann man schon ins Staunen geraten. Hatten wir nicht vor der Wahl gehört, dass es, wenn Trump kommt, zum Einbruch der Wirtschaft kommt? Dass Amerika absäuft, weil Handelsbarrieren verstärkt würden, dass ein Rückgang der Globalisierung und ein daraus folgender Zusammenbruch der US-Wirtschaft die Folge wären? Jetzt ist plötzlich ein Aufschwung zu erwarten. So wirklich ernst nehmen kann man solche Aussagen nicht mehr.

Der Ölpreis und die Folgen
Auch hier hieß es vor einigen Monaten von vielen Seiten: „Die OPEC hat sich geeinigt und jetzt wird alles gut.“ Selbst, wenn man sich bei der OPEC offiziell zusammengerauft hat, ein wirklicher Grund für einen Preisanstieg ist nicht erkennbar, wenn die Weltwirtschaft doch weiter abkühlt. Und nicht nur die Abkühlung der Weltwirtschaft haut auf den Ölpreis, sondern auch das „Weg von Öl und Gas“, hin zu Erneuerbaren, hin zu den Elektrofahrzeugen.

Auch wenn es sicherlich noch einige Jahre dauern wird, zeigt die Entwicklung auf eine Zukunft ohne Verbrennung und die Geschwindigkeit, mit welcher dieser Fortschritt auf uns zukommt, ist dramatisch.

Ich hatte in den letzten Monaten einige Male die Möglichkeit, mit Vertretern großer deutscher Automobilkonzerne zu sprechen. Da wachsen die Sorgenfalten mittlerweile im Minutentakt. Es fehlt schlicht eine Idee, wie man dieser Entwicklung Herr werden kann. Das ganze Geschäftsmodell vieler Unternehmen in diesem Sektor erodiert und plötzlich stehen da bisher vollkommen unbekannte chinesische Autobauer auf der Matte, die im chinesischen Markt bereits unglaubliche Mengen an Elektrofahrzeugen produzieren und verkaufen.

Ein V8-Motor besteht aus etwa 1.700 Einzelteilen, ein Elektromotor aus 17 Einzelteilen. Jetzt können Sie sich ausmalen, dass künftig ein gewaltiger Teil an Zulieferern und Know-how gar nicht mehr benötigt wird. Genau dieses Know-how ist es, das die deutsche Auto-Industrie aufgebaut hat, gerade beispielsweise in den Bereichen „effiziente Verbrennungsmotoren“ und Getriebe.

Es gibt einige Studien, die aktuell davon ausgehen, dass etwa 40 Millionen Arbeitsplätze alleine in Europa durch selbstfahrende und Elektro-Fahrzeuge verloren gehen werden. Das geht vom Getriebehersteller bis zum Schmierstoffhersteller und durch die ganze Palette. Man denke nur mal an den Service-Betrieb, der bei unseren Autohändlern hinten dran steht: Ölwechsel, Bremsbeläge, Auspuff durchgerostet… Sie kennen das, wenn Sie selber Auto fahren. Und jetzt stellen Sie sich vor, das alles brauchen Sie nicht mehr. Es wird eine disruptive Entwicklung werden und die deutschen Autohersteller wissen noch nicht, wie sie damit umgehen sollen. Letztendlich handelt es sich künftig wohl eher um automobile Hüllen und die, die daran verdienen, stellen Software, Apps und sonstige digitale Technik für den Markt her. Eine spannende Welt wird es allemal.

Ihr
Dirk Müller
30.11.2016,

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