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Gastkommentar Dirk Müller über Emmanuel Macron und die Aussichten an der Börse

Dirk Müller Foto: © / Dirk Müller

Die Kurse steigen und nach Einschätzung von Dirk Müller könnte es beim DAX auf hohem Niveau weitergehen. Mit Blick auf Frankreich rät der Börsenprofi, voreilige Schlüsse zu vermeiden und die Lage aufmerksam zu beobachten.


In dieser Woche haben wir weiter steigende Kurse gesehen. Unterstützungen finden wir im DAX bei 12.600 und 12.400 Punkten. Das sind Marken, die wir uns vor einem Jahr noch nicht einmal hätten vorstellen können. In diesem Bereich halten sich die Märkte stabil. Das zeugt von wenig Abwärtsdruck – trotz des starken Anstieges zuvor. Die Gegenwehr der Bären hält sich in Grenzen, ebenso der Optimismus am Markt. Die professionellen Anleger sind sehr zurückhaltend und trauen dem ganzen auch nicht so recht über den Weg. Also gibt es durchaus Argumente dafür, dass es in diesem Modus so weitergehen kann. Wir dürften auf einem hohen Niveau konsolidieren, um dann weitere Anstiege zu sehen. Die Marke von 12.950/13.000 Punkten wäre das nächste Ziel. Solange noch keine Euphorie mitspielt und nichts Schlimmes dazwischenkommt, sieht die Lage an den Aktienmärkten gar nicht schlecht aus. Klar ist der Markt überkauft, Gründe für Korrekturen gibt es allemal, aber die Rahmenbedingungen sprechen momentan eine andere Sprache.

Emmanuel Macron wird Präsident eines zutiefst gespaltenen Landes
Emmanuel Macron wurde in der zweiten Wahlrunde zum neuen französischen Präsidenten bestimmt. Marine Le Pen als Chefin im Élysée-Palast wurde verhindert. Immerhin hatten gut ein Drittel der beteiligten Wähler für Le Pen gestimmt. Wer Macron gewählt hatte, tat dies oftmals bestimmt nicht, weil man den Kandidaten an sich so toll fand, sondern um Le Pen als Präsidentin zu verhindern. Außerdem waren viele gar nicht zur Wahl gegangen. Es gab über vier Millionen ungültige Stimmen und die Wahlbeteiligung war rekordverdächtig gering. All das zeigt, dass die Stimmung im Land – wie auch in der Antrittsrede Macrons angeklungen – von großen Problemen und einer starken Zerrissenheit geprägt ist.

Macron tritt jetzt mit vielen Vorschusslorbeeren an. Tatsächlich hat der neue französische Präsident eine spannende Vita. Vor drei oder vier Jahren kannte ihn fast überhaupt niemand, er wurde quasi aus dem Nichts aufgebaut. Der junge Macron ist bereits mit allen Meriten der Macht und den Salbungen der hinter den Kulissen Mächtigen versehen und wurde nun an die Spitze eines der wichtigsten Länder Europas gestellt, wo er nun seinen Job zu tun hat. Die Feier am Wahlabend vor der Pyramide des Louvre enthielt zumindest Symbolik pur für alle, die ein wenig Faible dafür haben. Es bleibt abzuwarten, was in den nächsten Monaten an Veränderungen passieren wird.

Große Gegenwehr ist bei den Franzosen – vor allem bei den Gewerkschaften und den vielen Menschen in Frankreich, denen es nicht so toll geht – auf jeden Fall zu erwarten. Die Vorhaben Macrons erinnern durchaus an die deutsche „Agenda 2010“, verbunden mit mehr Europa. Wir sind auf die Pläne Macrons und die Umsetzung derselbigen gespannt, verschütten wir noch nicht zu viel Kritik und Vorahnungen. Das gilt für alle, die an die Macht kommen. Im Vorfeld wird viel gesprochen, hinterher kommt vielleicht etwas ganz anderes heraus. Warten wir also ab, was passiert und ziehen daraus dann unsere Schlüsse. Aufmerksam muss man ohnehin immer sein – egal, wer da gerade an der Regierung sein mag.

Target-Salden steigen wieder deutlich an: 843 Milliarden Euro zu Gunsten Deutschlands!
Die Target-Salden Deutschlands innerhalb des Eurosystems sind auf inzwischen 843 Milliarden Euro angeschwollen. Für die Problematisierung dieser „Überziehungskredite“ ist ja einst der ehemalige ifo-Chef Prof. Hans-Werner Sinn berühmt geworden. Man kann knapp sagen, dass die Euro-Peripherie Deutschland eine ganze Menge Knete schuldet. Je größer diese Ungleichgewichte werden, desto größer ist die Schieflage in unserem Eurosystem und somit in unseren Wirtschaftsverhältnissen zueinander. Das zeigt, mit welchen Zerreißkräften die Eurozone – auch im wirtschaftlichen Bereich – zu tun hat.

US-Auto- und Studentenkredite erreichen Volumen von 2,6 Billionen Dollar
Auch die US-Automobil- und Studentenkreditschulden steigen in immer schwindelerregendere Höhen. 2,6 Billionen US-Dollar (kein Übersetzungsfehler!) erreichte das Schuldenvolumen alleine in diesen beiden Kategorien zuletzt. Es wird also weiterhin fleißig auf Pump konsumiert und auf Kredit ausgebildet. Viele Studenten gehen dann mit einem riesigen Schuldenberg ins Arbeitsleben. Alleine die ausstehenden Studentenkredite betragen zur Zeit 1,4 Billionen US-Dollar! Nun, da werden Lohnsklaven geboren...

Ihr
Dirk Müller

12.05.2017,

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