Boxer, die angeschlagen sind, können enorme Kräfte zur Verteidigung entwickeln. Ein Adrenalinschub löst Höchstleistungen aus, die vorher nicht abrufbar waren. So ähnlich habe sich EZB-Chef Mario Draghi verhalten, sagt Robert Halver von der Baader-Bank. Draghi habe die dramatischen Entwicklungen zur Kenntnis genommen und entsprechend reagiert.

„Draghi hat Wirkung gezeigt, wie ein Boxer, der angeschlagen ist“, sagt Robert Halver im Interview mit Wirtschaft TV. Eine schwache Weltkonjunktur, China, die Schwellenländer, der Ölpreis und die Turbulenzen an den Finanzmärkten hätten den EZB-Chef „schon beeindruckt“.

Die Abwärtsrisiken nehmen Draghi zufolge zu. Sollten sich die Konjunkturindikatoren nicht verbessern, werde Draghi liefern müssen, so Halver. „Er muss die Euro-Zone zusammenhalten“. Auch im Hinblick auf einen möglichen Brexit – ein Austritt Großbritanniens aus der EU – werde Draghi alles tun, um nicht noch mehr Öl ins Feuer zu gießen.

Der EZB stehen noch weitere Möglichkeiten zur Intervention zur Verfügung. „Die EZB kann die Bankenrisiken aufkaufen“, erläutert Halver. Die Privatwirtschaft werde sich dadurch allerdings nicht verbessern. Es fehlt an Investitionen in der „Reformwüste“ der Euro-Zone.

Der steigende Ölpreis dürfte an den Märkten zu den guten Ergebnissen zum Wochenausklang beigetragen haben. Mit seinen Aussagen am Donnerstag hat der EZB-Chef aber maßgeblich zu einer besseren Stimmung beigetragen.
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