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Beteiligungsbranche Ernüchterndes Platzierungsergebnis in 2016

Immobilien waren die beliebteste Assetklasse Foto: © / Jakub Jirsák / FotoliaIm vergangenen Jahr dominierten Immobilienbeteiligungen den Markt

Das geplante Eigenkapitalvolumen geschlossener Publikums-AIF hat sich in 2016 gegenüber dem Vorjahr nicht erhöht, die Zahl der Fondsauflagen war sogar rückläufig. Im raren Angebotsumfeld dominierten Immobilienbeteiligungen.


Die Berliner Ratingagentur Scope hat sich den Markt für geschlossene Publikums-AIF – vormals bekannt als „geschlossene Fonds“ – genauer angesehen und kommt zu einer ernüchternden Bilanz für das abgelaufene Jahr. Demnach wurden in 2016 lediglich 24 geschlossene Publikums-AIF mit einem prospektierten Eigenkapitalvolumen von insgesamt 1,04 Milliarden Euro von der Finanzaufsicht BaFin zum Vertrieb zugelassen. Damit ist die Zahl der Fondsneuauflagen gegenüber dem Vorjahr sogar rückläufig – 2015 wurden noch 31 Fonds mit einem prospektierten Eigenkapitalvolumen in Höhe von 1,03 Milliarden Euro gezählt.

Dieses Platzierungsergebnis ist äußerst bescheiden im Vergleich zu den Hochzeiten geschlossener Sachwertbeteiligungen. Im Jahr 2012, ein Jahr vor der gesetzlichen Regulierung der Branche, betrug das insgesamt emittierte Eigenkapitalvolumen nach Angaben von Scope noch stolze 4,2 Milliarden Euro.

Damit kann die Regulierung durch das neue Kapitalanlagengesetzbuch im Jahr 2013 immer noch als deutlicher Einschnitt gewertet werden. Denn eigentlich müssten aufgrund mangelnder Alternativen im anhaltenden Niedrigzinsumfeld immer mehr Anleger auf Sachwertbeteiligungen zurückgreifen. Die Analysten von Scope nennen als Gründe für die rückläufigen Zahlen zum einen, dass sich viele Vertriebe bei der Vermittlung von AIF inzwischen zurückhalten – die Initiatoren reagieren hierauf mit einer weiteren Fokussierung auf spezielle Produkte für große institutionelle Investoren. Als weiteren Grund führt das Analysehaus die rückläufigen Renditen für Sachwerte an: Immer mehr Investoren konkurrieren um attraktive Assets – das treibt die Preise nach oben und lässt die prognostizierten Ausschüttungen abschmelzen. Insbesondere risikogemischte AIF, also Fonds, die in mehrere Anlageobjekte investieren, würden aufgrund mangelnder Investitionsmöglichkeiten, rarer.

Risikogemischte Fonds werden z.B. von Banken bevorzugt vertrieben und führen laut Scope in der Regel zu deutlich höheren Fondsvolumina, was wiederum längere Platzierungsphasen zur Folge habe und mit höheren Risiken in Bezug auf die Vor- und Zwischenfinanzierung verbunden sei. 2016 wiesen von den insgesamt 24 emittierten AIF sieben Fonds keine Risikomischung gemäß Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) auf. 17 Fonds hingegen seien als risikogemischte – überwiegend Mehr-Objekt-Fonds – konzipiert. Von den 17 risikogemischten AIF wurden nach Angaben von Scope allerdings zwölf Fonds emittiert, ohne dass das Investitionsobjekt bereits erworben wurde. Solche sogenannten Blindpools lassen sich häufig schwerer platzieren als bereits investierte Fonds.

Einige Initiatoren waren besonders aktiv, Immobilienfonds dominierten den Markt
Trotz des schwierigen Marktumfeldes waren im vergangenen Jahr einige Initiatoren besonders aktiv. Beispielsweise WealthCap legte in 2016 zwei AIF mit einem geplanten Eigenkapitalvolumen von insgesamt 217 Millionen Euro auf: einen US-Fonds, den WealthCap – Immobilien Nordamerika 17 „Silicon Valley“ und den WealthCap – Immobilien Deutschland 39, der in deutsche Büroimmobilien investiert. Auch der Immobilienspezialist Patrizia, erst vor kurzem in den Markt für geschlossene Publikumsfonds eingestiegen, schickte gleich drei Fonds mit einem geplanten Eigenkapitalvolumen von insgesamt 104 Millionen Euro in die Platzierung: Patrizia Grundinvest – Stuttgart Südtor, Patrizia Grundinvest – Den Haag Wohnen und den Patrizia Grundinvest – Kopenhagen Südhafen. Desweiteren startete der Projektenwicklungsfonds Project – Metropolen 16 im vergangenen Jahr und wer sich speziell im Gewerbeimmobilienmarkt engagieren möchte, erhielt mit dem Flex Fonds Select 1 eine Beteiligungsmöglichkeit.

Wie diese Beispiele – alle genannten Fonds sind weiterhin zur Zeichnung offen – zeigen, waren Immobilien die dominierende Assetklasse. Von den 24 in 2016 zugelassenen Publikums-AIF investieren 17 in Immobilien. Andere Assetklassen führen laut Scope gegenwärtig ein Nischendasein.

Eine Ausnahme bildet der lang erwartete und schließlich im Oktober 2016 emittierte HEH Madrid Flugzeugfonds 18, mit dem das Hamburger Emissionshaus seine erfolgreiche Regionalflugzeufonds-Reihe fortsetzte. Das Emissionskapital in Höhe von 14,5 Millionen Euro war nach Angaben von HEH innerhalb von acht Wochen vollständig platziert. Ende Dezember legte HEH nach und schickte den konzeptgleichen HEH Palma Flugzeugfonds 19 in die Platzierung – Anleger können sich hierüber wieder ab 20.000 Euro für eine geplante Laufzeit von 14 Jahren an einem Regionaljet vom Typ CRJ 1000 beteiligen. Dieses Beispiel verdeutlicht, dass geschlossene Publikums-AIF mit überzeugendem Konzept, attraktiven Assets und nicht zuletzt einer positiven Leistungsbilanz des Initiators bei Privatanlegern durchaus auch im eher schwierigen Marktumfeld auf großes Interesse stoßen.

Für 2017 könnte es nach Einschätzung von Scope leicht nach oben gehen. Die Agentur erwartet eine etwas höhere Anzahl an Fonds, allerdings sinkende durchschnittliche Fondsvolumina. Das Eigenkapitalvolumen dürfte daher in etwa gleich bleiben.

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06.01.2017,

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Auszug der wesentlichen Risiken Ausführliche Risikohinweise entnehmen Sie bitte dem Verkaufsprospekt.

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