Befragt man die großen Asset Manager, dann ergibt sich ein sehr heterogenes Bild von Europas Finanzmärkten mit hoffnungsvollen Investmentoasen und weniger hoffnungsvollen Investmentwüsten. Für Deutschland ist die Stimmung unter den Kapitalmarktinvestoren so gut wie zuletzt im Februar 2015, wenn man einer aktuellen Studie der Bank of America Merril Lynch (BAML) glauben darf. Demnach sagen 53 Prozent aller befragten Fondsmanager, dass sie ihr Exposure in Aktien, die an der Frankfurter Börse gelistet sind, ausweiten wollen.

Das gesteigerte Interesse an deutschen Aktien hängt mit den Gewinnmeldungen der hier ansässigen Unternehmen zusammen, die positiver ausgefallen ist als erwartet. In der Folge konnte sich der DAX in den vergangenen Wochen aus seiner langen Seitwärtsbewegung befreien und am Montag mit über 10.800 Punkten einen Jahreshöchststand erzielen, bevor der Trend von Gewinnmitnahmen ausgebremst wurde (siehe Video). Wer diesen leichten Rücksetzer als Einstiegszeitpunkt nutzen möchte, könnte in besonders performancestarken Aktienfonds investieren, die ihren Schwerpunkt auf deutsche Unternehmen setzen.

In den letzten fünf Jahren konnte vor allem der beliebte MainFirst Germany Fund A (ISIN: LU0390221256) überzeugen. Aber auch der weniger bekannte DB Platinum IV Platow von Deutsche A.M. (ISIN: LU1239760371) kann gemessen an der Wertentwicklung gut mithalten. Er investiert zum Beispiel in Holdings wie Bechtle, Fresenius oder Sixt sowie in Derivate, die die Aktien dieser Unternehmen als Basiswert haben. Ein weiterer Top-Seller unter den FondsDISCOUNT.de-Kunden ist der Lupus Alpha Smaller German Champions A (ISIN: LU0129233093), der vor allem auf Investments aus dem MDAX- und SDAX-Universum setzt (siehe Grafik).

Brexit ist Gift für Londoner Investmentklima
Weniger hoffnungsvoll sieht es hingegen in Großbritannien aus. Obwohl der FTSE 100 die Verluste nach dem Brexit wieder aufgeholt hat, sind die Investoren immer noch skeptisch aufgrund der Unsicherheiten, die ein Austritt des Landes aus der EU mit sich bringt. Mehr als die Hälfte aller Fondsmanager (53%) geben deswegen an, Anteile an Investitionen in Großbritannien verkaufen zu wollen.

Die Ergebnisse der BAML-Studie suggerieren, dass es mit dem Aufwärtstrend am britischen Finanzmarkt bald vorbei sein könnte, wenn sich die Fondsmanager an ihre Aussage halten, berichtet die US-Tageszeitung Times. Vor allem, weil Großbritannien als Investitionsregion derzeit sogar riskanter eingeschätzt wird als Italien, das inmitten einer Bankenkrise steckt.

Der Zerfall der Europäischen Union ist also das derzeit größte Risiko für die Märkte, gefolgt von einer möglichen US-Präsidentschaft Donald Trumps und einer erneuten Abwertung der chinesischen Währung.

In den Sommermonaten befinden sich die Märkte in Wartestellung, die großen Entscheidungsträger erholen sich in dieser Urlaubsphase. Doch wenn die Sentiment-Studie der BAML korrekt ist, könnte es im September in Großbritannien wieder zu einem Kurseinbruch kommen.

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