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Finanzwissen Fachbegriffe kurz erklärt

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Im Finanzbereich werden Begriffe wie zum Beispiel Smart Beta wie selbstverständlich verwendet. Doch nicht allen Anlegern ist klar, was sich dahinter verbirgt. Wir haben einige Fachwörter, die in letzter Zeit häufiger zu lesen sind, kurz erklärt.


Smart-Beta-ETFs
Exchange Traded Funds, kurz: ETFs, verzichten auf ein aktives Management und bilden stattdessen einen Index wie etwa den MSCI World oder den Dax ab. Anleger erhalten auf diese Weise kostengünstigen Zugang zu ganzen Märkten. Doch die börsengehandelten Indexfolger haben sich inzwischen weiterentwickelt. „Smart Beta“ gilt als neuer Trend in diesem Bereich. Der Begriff umschreibt die Tatsache, dass nicht mehr nur ein Vergleichsindex passiv nachgebildet wird, sondern das Kapital wird regelbasiert investiert. Indizes werden also neu interpretiert und damit intelligenter, also „smart“. Hierzu werden alternative Gewichtungsmethoden angewendet. So kann beispielsweise das Übergewicht besonders hoch bewerteter Titel in einem Index reduziert werden: Alle im Index enthaltenen Aktien werden zu gleichen Teilen im Portfolio aufgenommen, damit steigt der Anteil von aktuell niedrig bewerteten Titeln, die ein größeres Wachstumspotenzial aufweisen. Die Folge: Der „Smart-Beta-ETF“ kann stärker als die zugrunde liegende Benchmark von der Wertentwicklung schwach bewerteter Titel profitieren. Auch die Merkmale Volatilität (Schwankungsbreite) oder zum Beispiel die Dividendenrendite können intelligent gewichtet werden. Die beabsichtigte Wirkung: Der Smart-Beta-ETF kann sich besser entwickeln, als der herkömmliche Index. Anleger sollten jedoch bedenken, dass auch diese „smarten“ ETFs kein aktives Management ersetzen können, bei dem die Titelauswahl benchmarkunabhängig erfolgt und damit an aktuelle Marktgegebenheiten angepasst werden kann. Die neue Generation der Smart-Beta-ETFs eignet sich daher eher als Portfolioergänzung.

Faktor-ETFs
Auch dieser Begriff ist seit einiger Zeit häufiger zu lesen. Ebenso wie „Smart Beta“ stellt das sogenannte Factor Investing eine Methode dar, den Vergleichsindex zu übertreffen, dabei aber die Kostenvorteile eines ETF beizubehalten. Faktor-ETFs greifen hierzu eine bestimmte Eigenschaft, einen „Faktor“ in der Bewertung von Index-Titeln heraus und gewichten danach ihr Portfolio. Zu diesen Faktoren, mit denen der Index geschlagen werden kann, zählen zum Beispiel eine niedrige Volatilität, die Dividendenrendite, das Momentum, Nebenwerte, Qualität und Value. Lesetipp: Wie dieses Factor Investing in der Praxis aussehen kann, erklärt Markus Kaiser von Star Capital ausführlich im Interview „Faktor-ETFs: Was steckt hinter diesem Anlagetrend?“

Active Share
Die Kennzahl Active Share verdeutlicht, wie sehr ein Fonds mit seinen Investments von einer bestimmten Benchmark – zum Beispiel dem deutschen Leitindex Dax – abweicht. Fonds mit einem hohen Active Share wird nachgesagt, dass sie besonders häufig die Benchmark schlagen. Als hoch gilt ein Active Share ab einem Anteil von 60 Prozent und darüber. Doch der Begriff kann in die Irre führen. Denn die Kennzahl sagt nichts über die tatsächliche Aktivität des Fondsmanagements aus. Zum Beispiel kann ein Aktienfonds aufgrund seiner Anlagestrategie über Jahre hinweg ein unverändertes oder ähnliches Portfolio halten, das sich an keinem Index orientiert. Obwohl gar keine oder nur wenige Investments getätigt werden, können diese Fonds einen regelmäßig hohen Active Share vorweisen. Der Einsatz von Derivaten spielt für die Berechnung des Active Share keine Rolle. Das ist ein deutlicher Schwachpunkt. Denn sogar passive Produkte wie ETFs können die Index-Performance nachbilden, indem sie ausschließlich Derivate handeln. Der Active Share dieser Indexfonds liegt dann sogar bei 100 Prozent. Deshalb sollten Anleger in Zukunft noch mindestens eine weitere Kennzahl für die Beurteilung der Aktivität des Managements hinzuziehen – den Tracking Error.

Tracking Error
Im Gegensatz zum Active Share kann man am Tracking Error erkennen, wie sehr ein Portfolio einem bestimmten Index folgt. Der Tracking Error wird bestimmt durch die Standardabweichung, die sich aus der Differenz der Portfolio- und der Indexrendite ergibt. Anders ausgedrückt: Je größer die Standardabweichung, desto mehr Rendite wird durch Investments außerhalb der Benchmark erzielt. Wer diese Kennzahl monatlich und jährlich rückwirkend betrachtet, bekommt ein realistisches Bild davon, wie intensiv das Fondsmanagement auf den Markt reagiert. Umgekehrt funktioniert es genauso: Je niedriger der Tracking Error, desto präziser folgt ein Fondsmanagement dem Index. ETFs haben durchschnittlich einen Tracking Error von 0,77. Die meisten aktiven Fonds haben einen Wert, der deutlich darüber liegt.

Tipp: Die Definitionen häufig verwendeter Begriffe rund um das Thema „Fondskosten“, finden Sie hier: „Finanzwissen: Fondskosten kurz erklärt“
12.05.2016,

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