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Interview „Frauen investieren anders als Männer“

Interview Foto: © / PhotogenikaAutorin Katja Eckardt

Autorin Katja Eckardt fordert Frauen auf, „endlich reich zu werden.“ In ihrem Buch gibt sie Tipps, wie Frauen anlagetechnisch aus dem Schatten der Männer treten. Denn die besseren Anleger sind das vermeintlich schwache Geschlecht.


FondsDISCOUNT.de: Warum braucht es ein Finanzbuch für Frauen?
Katja Eckardt: Weil es so etwas noch nicht gab. Schauen Sie sich in einem Buchladen vor dem Finanzbuchregal um. Auf den Covern sieht man hauptsächlich ältere Männer mit allwissendem Gesichtsausdruck. Ich will das mit meinem Buch ändern, damit sich auch junge Leute, insbesondere Frauen angesprochen fühlen.

Es heißt ja, Frauen können besser mit Geld umgehen – warum klappt das nicht bei der Geldvermehrung?
Es liegt daran, dass sie erstens statistisch weniger Geld verdienen, und somit vergleichsweise höhere Fixkosten haben. Heißt: Sie können von ihrem hart verdienten Geld nur geringe Beträge beiseitelegen. Das bedeutet auch, dass sie vorsichtiger und langfristig anlegen müssen. Sie können keine spekulativen Investment-Manöver starten.

Frauen verdienen weniger und tun sich schwerer bei Gehaltsverhandlungen, zudem gehört fast das gesamte globale Vermögen den Männern. Wieso ist dann Reichtum Frauensache?
Den besten Beweis liefert die Pleite-Top-Ten. Sie besteht ausschließlich aus ehemals superreichen Männern. Darunter sind Jordan Belfort, der wahre Wolf der Wallstreet, und MC Hammer, dessen Besitz unter den Hammer kam.

Reichtum ist also Frauensache. Allerdings würde ihnen der Vermögensaufbau mit einem höheren Gehalt wesentlich einfacher und schneller gelingen. Deswegen sitze ich bereits an meinem nächsten Buch zu diesem Thema! Ich will Wege aufzeigen, wie sie es schaffen, ihre große Angst vor Gehaltsverhandlungen zu besiegen.

Interessieren sich Ihrer Erfahrung nach Frauen überhaupt im selben Maße für Geldanlagen und Finanzen wie Männer?
Dass Frauen sich weniger fürs Investieren und die Börse interessieren hat verschiedene Gründe – darunter der Zuschnitt der Finanzprodukte selbst. Aber ein weiterer Grund liegt sicher in den Wirtschaftsmedien. Die allermeisten Wirtschaftsmedien schreiben für die Zielgruppe der älteren, im Beruf und im Leben angekommenen Erwachsenen – vor allem der dort angekommenen Männer – und wundern sich dann, wenn sich alle anderen nicht angesprochen fühlen.

Und was schreckt Frauen vom Investieren ab?
Die Finanzwelt erscheint vielen Frauen häufig kompliziert, langweilig und spießig und folglich uninteressant. Sie spiegelt einfach nicht ihre Ideale und die finanziellen Möglichkeiten wider.

Sie raten Anlegerinnen, auf Ihr Bauchgefühl zu hören, gleichzeitig kritisieren sie, dass Männer bei der Geldanlage zu impulsiv sind. Was ist denn der kleine, aber feine Unterschied?
Frauen investieren anders! Typisch für Männer ist ihre Ungeduld, ihr Spieltrieb und ihre Bereitschaft große Risiken einzugehen. Beim Investieren liegt genau da das Problem, denn durch diese Eigenschaften sind Männer impulsiver. Sie investieren oft kurzfristig und denken weniger darüber nach, welches Ziel sie langfristig verfolgen.
Frauen sind in der Regel geduldiger und vorsichtiger und bevorzugen konservative, langfristige Investments wie Fonds oder Aktien. Fakt ist: Frauen fahren mit smarter Vorsicht gut. Ein bisschen mehr Gehalt und Risikofreude könnte ihnen zuweilen nicht schaden. Im Ernst: Frauen sind an der Börse weniger aktiv. Soweit sind sich alle Statistiken einig.

Sie schreiben: „Es war noch nie so einfach, an der Börse ein Vermögen zu holen“. Es können aber nicht alle gewinnen – welche Merkmale unterscheiden Gewinnerinnen von Verliererinnen?
Daimler-Chef Dieter Zetsches Arbeitsleistung ist zwar mit fast zehn Millionen Euro Jahreseinkommen mehr als 200-mal so viel wert wie die eines durchschnittlichen Angestellten. Das Jahreseinkommen der Facebook-Geschäftsführerin Sheryl Sandberg hingegen liegt bei 26 Millionen Dollar. Macht es sie dadurch automatisch zu einer Gewinnerin? Ich denke nicht. Mehr Geld zu haben macht keinen Gewinner aus.

Entscheidend ist die Bereitschaft Risiken einzugehen und zu handeln. Ein Gewinner ist ein Macher. Wer sich hingegen nicht um sein Geld kümmert, verliert.

In Ihrem Blog kündigen Sie die nächste Finanzkrise an, warnen vor globaler Verschuldung und Niedrigzinsen. Wie können sich Anlegerinnen, aber auch Männer, auf diese Situation vorbereiten?
Es ist jetzt ratsam, Verluste zu vermeiden anstatt Gewinnen hinterherzujagen.Denn: Spätestens wenn Sparkassen und Landesbanken über TV-Sender propagieren, dass man aufgrund der niedrigen Zinsen Immobilien zu historischen Höchstpreisen kaufen soll, muss dem Anleger klar sein, dass der Markt vergiftet ist.

Wir spielen aktuell kein anderes Spiel als die Amerikaner vor nicht weniger als zehn Jahren. Es scheint, als hätte hierzulande kaum jemand aus deren Fehlern gelernt. In der amerikanischen Immobilienkrise fielen die Häuserpreise. Sehr viele Leute haben in kurzer Zeit ihr Vermögen verloren. Aus der Krise gingen allerdings diejenigen als Gewinner hervor, die noch Geld übrig hatten, um die plötzlich sehr günstigen Immobilen zu erwerben.

Was war Ihre erste Geldanlage?
Ein rosa Sparschwein.

Was ist Ihre „Lieblings-Aktie“?
Activision Blizzard

Wovon raten Sie im Moment ab?
Generell rate ich von Investments ab, die man nicht versteht. Aktuell sage ich: Finger weg von Anleihen und Immobilien in vermeintlichen deutschen TOP-Großstädten. Zudem ist der Aktienmarkt sehr hoch bewertet. Ich selbst bin im Moment eher zögerlich und warte zunächst das Wahlergebnis in den USA ab.

Wann ist der Moment erreicht, dass man sagen kann: „Ich bin reich“?
Reichtum ist eine Illusion. Damit meine ich, dass jeder Mensch seine persönliche Definition von Reichtum hat – und jeder sollte versuchen, diese in seinem Leben zu verwirklichen. Geld allein macht allerdings nicht glücklich, sondern der Weg, wie man sein Geld verdient - das alles garniert mit großen Herausforderungen und vielen kleinen Glücksmomenten.

Arnold Schwarzenegger hat es einmal auf den Punkt gebracht mit dem Satz, er habe jetzt 50 Millionen, sei aber nicht glücklicher, als zu dem Zeitpunkt, als er noch 48 Millionen gehabt habe.

Und das Schwierigste: Wie bleibt man reich?
Indem man die Einnahmen und Ausgaben im Blick behält. Viele finanzielle Standbeine sorgen in Kombination mit regelmäßigem passivem Einkommen dafür, dass man erstens reich bleibt und zweitens das Erreichte auch genießen kann.

Wer es aus eigener Kraft geschafft hat, zu Reichtum zu gelangen, kennt und lebt den feinen Unterschied, der manche Menschen reich macht und andere nicht. Anstatt das Geld in überteuerte Luxusgüter (= Verbindlichkeiten) zu stecken, gibt man es lieber für Vermögenswerte aus.

Frau Eckardt, wir danken Ihnen vielmals für dieses Interview!

Über das Buch
„Reichtum ist Frauensache – Werde eine Finanzdiva“ von Katja Eckardt kann über den FinanzBuchVerlag bezogen werden.

Über die Autorin
Katja Eckardt ist studierte Betriebs- und Volkswirtin. Ihre Leidenschaft fürs Investieren macht sie mit diesem Buch zum Hobby und Beruf. Ihr Ziel ist es, Frauen finanziell weiterzubilden und zu motivieren. Sie sollen sich aktiv eine unabhängige Zukunft aufbauen, indem sie die Angst vor Finanzthemen verlieren. Verständlich und spannend bereitet sie die einzelnen Themen zu einer unterhaltsamen Lektüre auf. Frauen sollen der Armutsfalle endlich entkommen und zu Reichtum gelangen.
20.10.2016,

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