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Erweiterung der US-Quellensteuer Handel mit US-Derivaten vorerst eingeschränkt

US-Quellensteuer erweitert Foto: © / vege / FotoliaDer Handel mit Derivaten auf US-Papiere ist derzeit eingeschränkt

Seit dem 1. Januar 2017 gilt die US-Quellensteuerpflicht auch für sogenannte Dividendenersatzzahlungen von US-Papieren. Anleger müssen mit Einschränkungen beim Handel rechnen – die Branche muss sich auf die Neuregelung erst noch einstellen.


Wer seit Jahresbeginn Zertifikate, CFDs, Futures, Optionen oder etwa Aktienanleihen mit US-Aktien als Bezugsgröße kaufen möchte, dürfte enttäuscht werden – in zahlreichen Fällen können die deutschen Depotbanken die Order noch nicht ausführen. Hintergrund ist eine Erweiterung des US-amerikanischen Steuergesetzbuches. Denn mit den Verordnungen zu „Section 871 (m) IRC“ hat das US-Finanzministerium die bereits geltenden Regelungen zur US-Quellensteuer ergänzt.

Die neue Steuerpflicht umfasst derivate Finanzprodukte, wenn diese US-Aktien als Basiswert haben, auf die betreffenden US-Aktien während der Laufzeit des Derivats eine Dividende gezahlt wird und wenn diese Zahlung den Preis des Derivats beeinflusst. Mit Wirkung zum 1. Januar 2017 gilt die US-Quellensteuerpflicht damit auch für Dividendenersatzzahlungen. Angewandt wird die Regelung zunächst auf Produkte, die ein Delta (Hebel) von 1 aufweisen. Solche Derivate bilden die Kursentwicklung des Basiswertes eins zu eins ab. Ab dem 1. Januar 2018 werden dann Derivate mit US-Aktien als Basis steuerpflichtig, bei denen das Delta zwischen dem Finanzprodukt bzw. der Transaktion und der zugrundeliegenden US-Aktie bei Ausgabe größer oder gleich 0,8 ist. Ziel der Neuregelung ist das Schließen einer vermeintlichen Besteuerungslücke. Bestände, die vor dem 1. Januar 2017 aufgebaut wurden, sind von der Erweiterung nicht betroffen.

Aufgrund der Komplexität der Thematik, kurzen Fristen und noch ungeklärten Fragen, wie sich die Vorgaben in die Praxis umsetzen lassen, rechnen Experten mit einer vorerst eingeschränkten Handelbarkeit der betroffenen Wertpapiere bei Brokern und Depotbanken. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young etwa weist darauf hin, dass bei Investmentfonds die generelle Anlagestrategie sowie das aktuelle Portfolio überprüft werden müssen, um nachteilige Folgen ausschließen bzw. minimieren zu können. Die neue US-Quellensteuer müsse zudem bei der NAV-Berechnung berücksichtigt werden.

Fazit: Anleger, die sich über Derivate mit US-Aktien als Bezugsgröße am US-Markt engagieren möchten, sollten etwas Geduld aufbringen, bis die Branche praktikable Lösungen für die Umsetzung der Neuregelung gefunden hat.
05.01.2017,

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