Update, November 2018: In Kürze geht der erste Hanf-Aktienfonds an den Start. Weitere Informationen

 „Der kanadische Cannabis Composite Index (3CI) verdreifachte sich innerhalb des ersten Jahres“, schreibt Marc Davis in einem Bericht für wallstreet:online. Den Index gibt es seit Januar 2017 und nach der Korrektur liegt der Anstieg der 20 größten kanadischen Cannabis-Produzenten nach Marktkapitalisierung nur noch bei Faktor 2,5. Doch die Meldung generiert Aufmerksamkeit für einen nachhaltigen Investment-Trend, der die Kurse der Cannabis-Unternehmen in den vergangenen 14 Monaten deutlich in die Höhe getrieben hat.


Investoren können allerdings derzeit nur über einen anderen Index in den Markt investieren. Der Horizons Marijuana Life Sciences Index ETF (ISIN: CA44054J1012) folgt der Performance des North American Marijuana Index. Alle großen Cannabis-Produzenten sind auch hier enthalten. Jedoch enthält der Index mit 37 Titeln fast doppelt so viele Werte wie der 3CI und Investoren können das Risiko damit wesentlich breiter streuen.


Eine weitere Möglichkeit, den Markt zu spielen, stellt das Wikifolio-Zertifikat BestofCannabis (ISIN: DE000LS9L5Q6) von Marktkenner Marc Davis dar. Es liegt deutlich im Plus, enthält allerdings nur elf Positionen und ist somit nur geringfügig diversifiziert. Das könnte ein Problem darstellen, denn der Markt ist jung und muss starken politischen Gegenwind aushalten.


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Bundesweite Legalisierung in den USA noch in weiter Ferne


In den USA ist Marihuana auf Bundesebene immer noch illegal. Wer also jetzt in Cannabis-Aktien investiert, muss damit rechnen, dass der Markt unter US-Präsident Trump wahrscheinlich nicht weiter liberalisiert wird. Eine Investition sollte also langfristig erfolgen und Investoren darauf setzen, dass die US-Politik im Laufe der Jahre das Potenzial von Cannabis erkennt und entsprechende Gesetze verabschiedet, die es den Unternehmen möglich macht, ihre Produkte auch über Staatsgrenzen zu exportieren. Das ist noch immer verboten.


Auch die Kreditvergabe an Unternehmen aus dem Sektor ist unterentwickelt. Viele US-Banken weigern sich, Kredite an Cannabis-Unternehmen zu vergeben, bevor die US-Regierung den Wirkstoff der Pflanze auf Bundesebene legalisiert hat. Das kann noch dauern, vor allem weil General-Staatsanwalt Jeff Sessions einen „Krieg gegen Marihuana“ ausgerufen hat und das Verbot auf Bundesebene auch in Staaten durchsetzen will, die den Konsum bereits legalisiert haben, wie z.B. in Kalifornien.


Weiterer Meilenstein in Kanada in Sicht


Das führt zu Verunsicherung bei Investoren. Dabei kippt die öffentliche Meinung in den USA zugunsten einer bundesweiten Legalisierung. Aktuellen Studien zufolge ist die Zustimmung dafür in den vergangenen Jahren von 46 Prozent im Jahr 2013 auf 59 Prozent in 2018 gestiegen. Gegen eine Legalisierung auf Bundesebene stimmen nur noch 32 Prozent, deutlich weniger als noch in 2013 (49 %). Investoren müssen also noch eine Weile warten, bis die größte Volkswirtschaft der Welt für die Marihuana-Wende bereit ist.


Die größten Produzenten sitzen in Kanada in Lauerstellung. Dort ist ab Juli ein weiterer Meilenstein in Sicht, wenn der Konsum von Marihuana als Genussmittel legalisiert werden soll. Der kanadische Premierminister Justin Trudeau will den Zeitplan einhalten und seine liberale Partei hat die Mehrheit in der Legislative. Dem Staat winken hohe Steuereinnahmen, wenn das Vorhaben wie geplant über die Bühne geht. Sollte das Experiment gelingen, könnte auch die US-Administration damit liebäugeln, den eigenen riesigen Markt für dieses Geschäft zu öffnen. Doch bislang sind das nur Spekulationen.


Neuigkeiten von Aurora – Umsatz in Deutschland steigt


Natürlich steigerte der Hype um die Legalisierung des Konsums von Cannabis in Kalifornien die Aktienkurse der Produzenten überdurchschnittlich stark. Parallel zum Abverkauf an den Börsen in den vergangenen zwei Wochen haben aber auch die Cannabis-Indizes deutliche Verluste erlitten. Die Zeit wird zeigen, ob und wann diese Verluste aufgefangen oder aufgeholt werden. Bis dahin lohnt sich ein Blick auf die Fundamentaldaten der Unternehmen.


Anleger müssen gar nicht über den großen Teich schauen, um ein Gespür für den Markt zu bekommen. Der kanadische Cannabis-Produzent Aurora produziert nämlich auch für deutsche Apotheken und hat mit Exporten medizinischen Marihuanas im vergangenen Quartal seinen Umsatz hierzulande deutlich steigern können. Aurora gehört, gemessen an der Marktkapitalisierung, zu den größten Cannabis-Produzenten und ist in beiden Indizes, also auch im ETF und im Wikifolio, enthalten.


Insgesamt stieg der Umsatz des Unternehmens in Q4 / 2017 um satte 200 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Das liegt vor allem daran, dass Aurora die Produktionskosten pro Gramm Marihuana einem Bericht von Seeking Alpha zufolge deutlich senken konnte, wohingegen die Verkaufspreise kontinuierlich steigen. Die Zahl der Patienten, die Aurora-Produkte erhalten, ist in zwölf Monaten von 12.200 auf 22.000 gestiegen. Auch die Produktions-Kapazität steigt und neue Labore sollen in Alberta und Quebec entstehen. Damit positioniert sich das Unternehmen für die Legalisierung des Konsums in Kanada wie auch für die Erschließung neuer Märkte in Australien, Dänemark und Italien.


Hohe Bewertungen oder hohes Wachstumspotenzial?


Die Zahlen von Aurora sind kein Spiegelbild für den gesamten Markt. Es wird auch bei den Cannabis-Produzenten Gewinner und Verlierer geben. Dennoch zeichnet sich eine für das hier vorgestellte Unternehmen gesunde Entwicklung ab, die nichts mit der Euphorie der vergangenen Monate oder einer Finanzblase zu tun hat.


Weitere Cannabis-Produzenten haben wir hier für Sie unter die Lupe genommen:
Diese Cannabis-Produzenten sind in ETF und Zertifikat enthalten
Erster Marihuana-ETF ist auch in Deutschland handelbar


Eine berechtigte Frage ist, wie viel von der Antizipation auf steigende Kurse bereits in den Aktien der Cannabis-Produzenten eingepreist ist. Gemessen an den Unternehmens-Gewinnen erscheinen die Bewertungen an der Börse recht hoch. Eine der größten Sorgen von Investoren ist die Unklarheit darüber, ob die Produzenten die vermutlich sehr hohe Nachfrage von Cannabis-Produkten nach der Legalisierung in Kanada auch tatsächlich werden bedienen können.


Investoren, die auf schnelle Gewinne hoffen, könnten angesichts dieser Unsicherheiten enttäuscht werden. Wer sich langfristig positioniert und seine Investition – z.B. mit dem Wikifolio oder dem ETF – auf mehrere Positionen streut, kann die hohen Schwankungen an der Börse beruhigt aussitzen und die spannenden Entwicklungen am Markt aufmerksam beobachten.

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