Seit Monaten geht sie um – mal subtiler, mal offensichtlicher: die Angst vor Rezession. Ob sie berechtigt ist, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Das Wirtschaftswachstum weltweit sinkt – die OECD prognostiziert für dieses Jahr knapp einen Prozentpunkt weniger als das globale Wachstum von 2017 (3,8 Prozent). So leidet China unter dem andauernden Handelskonflikt mit den USA. In Europa steht die Industrie aktuell im schlechten Licht, speziell in Deutschland, wo die Industrieproduktion deutliche Einbußen zu verzeichnen hat. Nun hat auch die EU-Kommission ein Schreiben an die Finanzministerien der Mitgliedstaaten verschickt. Darin wird darauf gedrungen, dass Deutschland und andere finanzkräftige Mitglieder der Euro-Zone ihre Staatsausgaben erhöhen, um einer Rezession vorzubeugen. Angesichts einer möglichen Eskalation des Handelsstreits zwischen den USA und der EU, drohenden höheren amerikanischen Zöllen auf Auto-Importe und der Gefahr eines harten Brexit, könne sich das Konjunkturszenario noch erheblich verschlechtern, so die Verfasser des Papiers.


Large-Cap-Fonds: Too big to fail


Auch Fondsmanager sind von der Angst vor der Rezession getrieben. Laut einer Studie der Bank of America Merrill Lynch fürchtet mittlerweile gut ein Drittel von befragten Fondsmanagern weltweit, dass es in den kommenden zwölf Monaten zu einer globalen Rezession kommen wird. Das entspricht demnach dem höchsten Wert seit acht Jahren. Gerade in dieser Situation kann es Sinn machen, Large-Cap-Fonds im eigenen Portfolio höher zu gewichten. Diese Fonds sind mit Aktien von Unternehmen mit hoher Marktkapitalisierung (mindestens 10 Milliarden US-Dollar) bestückt. Wesentliche Vorteile sind die Widerstandsfähigkeit und die daraus folgende Stabilität. Es ist weniger wahrscheinlich, dass große Unternehmen auf einen geschäftlichen oder wirtschaftlichen Umstand stoßen, der sie zahlungsunfähig macht oder sie dazu zwingt, die umsatzbringenden Tätigkeiten vollständig einzustellen. Marktturbulenzen oder Wirtschaftskrisen können den Börsenschwergewichten nur wenig anhaben. Diese Unternehmen verfügen meist über genügend Reserven und finden leichter Investoren. Größere Verluste und Schwächephasen können sie so relativ unbeschadet überstehen.


Ein weiterer Vorteil von Large-Cap-Fonds ist die Möglichkeit einer konstanten Dividendenzahlung. Trotz des mangelnden raschen Wachstums des Aktienkurses zahlen große Unternehmen häufig Dividenden, um die Aktionäre zu entschädigen. Diese Dividenden können für Anleger zu beeindruckenden Gesamtrenditen führen, wenn sie im Laufe der Zeit in die Performanceberechnung einbezogen werden. Zudem sind die großen Konzerne mit hohem Eigenkapital ausgestattet und bieten Investoren und Fondsmanagern nicht zuletzt mit den Jahresabschlussberichten und Mitteilungen über die aktuellen Geschäftstätigkeiten eine hohe Transparenz zur Bestimmung der genauen Bewertung. Kapitalanlagen wie diese eignen sich gut als Basisinvestment. Im Falle einer Rezession sollten sie für Stabilität in den Depots sorgen.


 


Diese Large-Cap-Fonds konnten bisher überzeugen


MFS Meridian Funds - Global Equity Fund (ISIN: LU0094560744)


Der im Jahr 1999 aufgelegte Fonds legt in erster Linie in ein Portfolio von weltweit emittierten Aktienwerten an. Das Managertrio um David Mannheim, Roger Morley und Ryan McAllister verfolgt eine Strategie des „Wachstums zu einem angemessenen Preis“, um Aktienwerte mit höherer Marktkapitalisierung auszuwählen, die nach Ansicht von MFS überdurchschnittliche Wachstumsaussichten besitzen. Der Fonds strebt an, durch eine Bottom-up-Aktienauswahl Mehrwert zu erzielen. Mit einem Volumen von rund 4 Milliarden Euro liegt der Anlageschwerpunkt nach Branchen auf Gesundheit/Healthcare, Industriegüter und nicht-zyklische Konsumgüter.


Morgan Stanley INVF Global Opportunity Fund (ISIN: LU0552385295)


Im Fokus stehen Investitionen in erstklassige, gut etablierte und aufstrebende Unternehmen in aller Welt, die nach Ansicht des Anlageteams zum Zeitpunkt des Erwerbs unterbewertet sind. Um dieses Ziel zu erreichen, konzentriert sich das Team um Portfoliomanager Kristian Heugh auf Unternehmen mit nachhaltigen Wettbewerbsvorteilen und langfristigem wertschöpfendem Wachstum. Stützpfeiler bei der Aktienauswahl ist eine rigorose Fundamentalanalyse. Zu den Top Holdings im Portfolio zählen Technologieaktien wie Mastercard und Amazon, aber auch Finanzdienstleister wie VISA oder die indische HDFC Bank. Der Fonds wurde im Jahr 2010 aufgelegt und hält aktuell ein Volumen von rund 7,3 Milliarden US-Dollar.


Seilern/Stryx World Growth Fund (ISIN: IE00B5NLJK73)


Der Fonds aus dem Jahr 2001 ist bestrebt, in große, erfolgreiche Unternehmen mit einer nachgewiesenen guten Wertentwicklung zu investieren, die auch in Zukunft Wachstum bieten dürften. Diese Unternehmen verfügen in der Regel über überlegene Geschäftsmodelle, eine stabile und vorhersehbare Unternehmensökonomie, einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil und eine hohe Kapitalrendite. Auch hier bilden Technologieaktien (z. B. Mastercard, Alphabet) den Schwerpunkt im Portfolio. Der Fonds hält ein Volumen von rund 1,1 Milliarde US-Dollar.


 


Die Fonds in der 5-Jahres-Historie