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Investieren in Südostasien Malaysia, die Philippinen und Indonesien im Ländercheck

Pagode in Indonesien Foto: © / tawatchai1990 / FotoliaKleine Panther sind in zahlreichen Asienfonds zu finden.

Südostasien weckt Fernweh. Für das Wirtschaftswachstum in Malaysia und den Inselstaaten Indonesien und Philippinen ist die Tourismusindustrie von elementarer Bedeutung. Auch für Fondsanleger sind die aufstrebenden Märkte attraktiv.


Wer das Länderrisiko meiden will, setzt auf Fonds, die die gesamte Gruppe der ASEAN-Länder abbilden. Aus der bunten Staatengemeinschaft greifen wir die Philippinen, Indonesien und Malaysia heraus. 


Die Philippinen – zwischen Dutertismus und Wirtschaftsdynamik

Die Philippinen sind ein Archipel, der mehr als 7.100 zauberhafte Inseln umfasst. Die Bevölkerung besteht zu 90 Prozent aus Christen. Seit Juni 2016 ist Rodrigo Duterte Präsident des Inselstaates. Der Machtpolitiker gilt als unberechenbar und skrupellos. Nach seiner Amtsübernahme versprach Duterte, den philippinischen Drogensumpf trocken zu legen. Seither sind eklatante Menschenrechtsverletzungen an der Tagesordnung. Der sogenannte Antidrogenkrieg der philippinischen Regierung hat bereits zehntausende Tote gefordert und wird unvermindert fortgesetzt. Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag hat Vorermittlungen aufgenommen, die US-Geheimdienste sehen Duterte als Gefahr für die Demokratie in Südostasien. Der Präsident teilt verbal in alle Richtungen aus und sieht sich im Recht. Gleichzeitig unterdrückt er Justiz, Opposition und kritische Medien. Hinzu kommt, dass viele Regionen des Landes als unsicher gelten. Vor allem im Süden der Philippinen ist die Kriminalitätsrate hoch. Seit Jahren ist dort unter anderem die islamistische Terrorgruppe Abu Sayyaf aktiv. In manchen Landesteilen gilt Kriegsrecht.

Dessen ungeachtet zahlen sich die Investitionen in die Infrastruktur des Inselstaates aus. Die Wirtschaft wächst dynamisch, im Jahr 2017 um 6,7 Prozent. Die Regierung in Manila prognostiziert für dieses Jahr ein BIP zwischen sieben und acht Prozent. Analysten sind etwas vorsichtiger. Die Asian Development Bank erwartet für 2018 ein Wirtschaftswachstum von 6,7 Prozent, Moody´s von 6,8 Prozent. Damit blieben die Philippinen einer der dynamischsten Märkte in Südostasien. Wichtigster Wirtschaftsmotor bleibt der Dienstleistungssektor, unterstützt von einer Exporterholung und zunehmenden Infrastruktur-Investitionen. Um die Wirtschaftsdynamik aufrecht zu erhalten, arbeitet die Regierung an Änderungen im Steuer- und Investitionssystem. Allein in diesem Jahr sollen 5,4 Prozent des BIP in Infrastrukturprojekte fließen. Um die Vielzahl der Vorhaben umsetzen zu können, setzt Duterte auch auf ausländische Unterstützung bei Finanzierung und Durchführung. Zu einem der größten Geldgeber entwickelt sich China. Im Gegensatz zur Vorgängerregierung sucht der Präsident eine politische und wirtschaftliche Annäherung an Peking.


Malaysia – mit ehrgeiziger Planwirtschaft zur Industrienation

Malaysia ist eine konstitutionelle Wahlmonarchie und Parlamentarische Demokratie. Der König hat nur repräsentative Aufgaben. Das Land bildet in Südostasien den Übergang zwischen dem Festland Hinterindiens und der indonesischen Inselwelt. Hier treffen viele Kulturen aufeinander und bilden eine aufregende Mischung, die zu 61 Prozent aus Muslimen besteht. Malaien, Chinesen, Araber, Inder und kleine Minderheiten leben hier zusammen. Seit 1957 ist das Land unabhängig und zu Asiens siebtgrößter Volkswirtschaft aufgestiegen. Und es soll weiter aufwärtsgehen. Die Regierung in Kuala Lumpur hat das ehrgeizige Ziel, Malaysia bis 2020 auf das Niveau eines Industrielandes zu heben, das sich mit den führenden Nationen in Europa messen lassen kann. Theoretische Grundlage hierfür ist die „Vision 2020“ (Wawasan 2020). Sie untergliedert sich in rund 70 Projekte und wird mit Steuervergünstigungen und subventionierten Grundstücksüberlassungen gepusht. Unter anderem sollen Forschung und Hochtechnologie gefördert werden. Malaysias 11. Fünfjahresplan (2016–2020) sieht ein Wirtschaftswachstum von fünf bis sechs Prozent pro Jahr vor. Wichtigster Handelspartner ist China. Die Regierung von Premier Najib macht sich für den Freihandel stark und gehört zu den Unterzeichnern des Abkommens über eine Trans-Pacific Partnership (TPP), die mit dem Transatlantischen Freihandelsabkommen TTIP vergleichbar ist. Das Land ist Mitglied der Welthandelsorganisation, der APEC (Asia-Pacific Economic Cooperation) und des Weltwährungsfonds.


Indonesien – dem rohstoffreichen Archipel fehlen Investitionen

Indonesien ist der weltgrößte Inselstaat. Zur Republik gehören mehr als 17.500 Inseln, doch die meisten Touristen kennen nur Bali und vielleicht noch Lombok und die Gili Inseln. Rund 155 Millionen Menschen leben in dem Vielvölkerstaat, der weltweit die größte Anzahl von Muslimen stellt. Der Archipel ist reich an Bodenschätzen, was Segen und Fluch zugleich ist. Fallen die Weltmarktpreise für Rohstoffe, bricht auch der Export ein. Präsident Joko Widodo beabsichtigte bei seinem Amtsantritt Ende 2014, das Wirtschaftswachstum seines Landes bis spätestens 2019 auf sieben Prozent zu steigern. Vor allem der beschleunigte Ausbau der veralteten Infrastruktur sollte ein Konjunkturfeuer entfachen. Doch dazu ist es nicht gekommen. Das Wirtschaftswachstum hat sich bei fünf Prozent eingependelt. Unterm Strich ist das ein Erfolg, denn damit hängt Indonesien andere rohstoffreiche Länder wie Brasilien, Russland oder Südafrika ab. Laut dem nationalen Statistikamt BPS steuert der Konsum traditionell zu fast zwei Dritteln zur BIP-Verwendung bei. In dem Inselstaat wird vergleichsweise wenig investiert. Hauptgrund für die Zurückhaltung ist die noch immer kleine industrielle Basis. Aus Zahlen der nationalen Investitionsbehörde BKPM geht hervor, dass zwei Drittel aller getätigten Direktinvestitionen aus dem Ausland stammen. Besonders aktiv sind Kapitalgeber aus Japan. Seit einigen Jahren verstärken die Chinesen auch hier ihr Engagement. Jakarta hofft auf anziehende Rohstoffpreise, die die Konjunktur beflügeln. Zugleich will sich Indonesien ähnlich wie Malaysia und Thailand als Produktionsstandort für internationale Auto- und Elektronikkonzerne aufstellen. 

Mit Blick auf die Länderindices ist die Börse in Jakarta auf Sicht von fünf Jahren am besten gelaufen. Der Jakarta Composite hat 21,7 Prozent zugelegt. Auch der FTSE Philippines Index bewegt sich mit einem Plus von 7,62 Prozent im positiven Bereich. Negativ fällt dagegen die Performance des MSCI Malaysia aus, der auf Fünf-Jahressicht 18,5 Prozent verloren hat.     


Fonds im Fokus

Bei FondsDISCOUNT.de finden sie eine große Auswahl an Asienfonds ohne Ausgabeaufschlag. Beispielhaft haben wir drei Fonds verglichen, die auch in den Philippinen, Malaysia und Indonesien investiert sind. Sie sind sparplanfähig und über FondsDISCOUNT.de vom Ausgabeaufschlag befreit.

Der Stewart Investors Asia Pacific Fund (ISIN: GB00B0TY6S22) wurde 1988 aufgelegt und umfasst ein Volumen von über 800 Millionen GBP (FWW). Bei den Regionen hat das First-State-Stewart-Team Indien übergewichtet, weitere Schwerpunktländer sind Taiwan, Hongkong und Singapur. Bei den Branchen liegt der Schwerpunkt mit 25,4 Prozent auf Konsumgüter, gefolgt von Informationstechnologie und Industriegüter. Top Holding ist die Tata Consultancy Services (TCS), weltweit einer der führenden Anbieter von IT-Services, Beratungsleistungen und Geschäftslösungen. Auf Sicht von fünf Jahren hat der Stewart Investors Asia Pacific Fund satte 53,01 Prozent auf EUR-Basis zugelegt bei einer Volatilität von 13,81 Prozent. Die Sharpe Ratio liegt bei +0,71.

Den Vontobel Fund - Far East Equity B-USD (ISIN: LU0084408755) gibt es seit 1998. Der Fonds bringt mehr als 400 Millionen USD auf die Waage. Der Anlageschwerpunkt liegt auf Indien und China. Bis zu 1/3 des Fondsvermögens kann in Länder Ozeaniens investiert werden. Der Branchenschwerpunkt liegt auch hier auf Konsumgüter, gefolgt von Finanzen und Informationstechnologie. Die größten Positionen im Fonds werden von Alibaba, die HDFC Bank, Housing Development Finance und Taiwan Semiconductor Manufacturing gehalten. Auf EUR-Basis hat der Fonds auf Sicht von fünf Jahren 41,33 Prozent zugelegt, die Volatilität lag bei 12,56 Prozent, die Sharpe Ratio bei +0,56.

Den State Street Emerging Asia Equity Fund P (ISIN: LU1112180481) gibt es erst seit 2015 und er ist mit einem Fondsvolumen von rund 46 Millionen Euro noch ein Leichtgewicht. Doch alle drei vorgestellten Regionen sind in ihm vertreten. China ist mit 39,25 Prozent übergewichtet, weitere Schwerpunktländer sind Südkorea und Taiwan. Der Branchenschwerpunkt liegt auf Informationstechnologie mit fast 37 Prozent und Finanzen. Topholdings sind das chinesische Internet-Unternehmen Tencent, Samsung und Taiwan Semiconductor Manufacturing.




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30.04.2018,

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Produkte zu diesem Thema

Vontobel Fund - Far East Equity B-USD von Vontobel Asset Management S.A.
Stewart Investors Asia Pacific Sustainability Fund A Acc von First State Investments ICVC
State Street Emerging Asia Equity Fund P von State Street Global Advisors Luxembourg Management Sàrl

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