Die Zinswende in den USA wurde eingeleitet – und weitere Schritte werden folgen. Nur, in welchem Tempo? Das ist eine der entscheidenden Fragen, die Anleger in 2016 beschäftigen wird. Für den Rest des laufenden Jahres wird Marktanalyst Kornelius Barczynski zufolge nicht mehr viel passieren.

„Wir haben die Höchstkurse – insbesondere im Dow Jones – schon gesehen, so dass es sehr schwierig wird, jetzt noch eine Weihnachtsrallye zu starten“, sagt Barczynski im Interview mit Wirtschaft TV (siehe Video am Ende des Artikels).

Nachdem die Unsicherheit die Märkte im Zuge der Fed-Entscheidung verlassen hat, sind die Kurse in den USA und auch im DAX im Laufe dieser Woche gestiegen. Der US-Börsenindex Dow Jones ist zum Ende der Handelswoche allerdings wieder deutlich abgesackt. Das sehe man auch ganz deutlich am Dax. Nachdem der deutsche Leitindex am Donnerstag – einem Tag nach der Verkündung der Zinsanhebung in den USA – mit über 10.800 Punkten in nur einer Woche etwa sechs Prozent zulegen konnte, ging den Marktteilnehmern am Freitag die Luft aus. Viele nahmen die erzielten Gewinne kurz vor Weihnachten mit.

„Ich würde jetzt grundsätzlich erstmal an der Seitenlinie bleiben, bis sich die Lage beruhigt und der erste Zinsschritt von der US-Notenbank verdaut wurde, um dann günstige Einstiegskurse nutzen und wieder in den Markt reinzugehen“, so Barczynski. Erstmal müsse der aktuelle Abwärtstrend überwunden werden. Sollten die Kurse jedoch weiter fallen, dann könnten Anleger sich auf Zukäufe vorbereiten.

„Grundsätzlich denke ich, dass wir eher einen ruhigen Handel haben werden. Die großen Marktteilnehmer sind schon raus und haben ihre Bücher bereits geschlossen." Im Zuge des Window-Dressing können wir noch leicht steigende Kurse sehen, glaubt Barczynski.

Gemischte Signale der Zentralbanken
Für 2016 nimmt GKFX-Analyst an, dass nach der Anhebung der Zinsen in den USA Kapital nach Europa abfließen werde. Das werde auch dem DAX zugutekommen. Die Zinsen in Europa bleiben niedrig, das Anleihekaufprogramm läuft weiter bis 2017. Auch aus den Schwellenländern werde weiter Kapital in Richtung Europa fließen. „Wir haben gute Chancen, dass wir im nächsten Jahr den Dax wieder über 12.000 Punkte sehen werden.“

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