Janet Yellen und Mario Draghi sind die wichtigsten Akteure für die weltweiten Finanzmärkte. Trader an der New York Stock Exchange erwarten, dass die Fed am 16. Dezember die Zinsen anhebt. „Sie hätte das schon lange tun sollen“, sagt Ben Willis, Trader beim US-amerikanischen Broker-Unternehmen Princeton Securites im Interview mit Wirtschaft TV. Die Fed habe bereits im September eine Gelegenheit dazu verpasst. Die Nullzinspolitik habe keine Auswirkungen auf die Wirtschaft gezeigt. Sie müsse abgeschafft und das Zinsniveau normalisiert werden.

Die Märkte erwarten eine leichte Anhebung der Zinsen um 25 Basispunkte. „Der Zeitpunkt der Zinsanhebung ist zu einer politischen Entscheidung geworden, es ist nicht mehr länger eine ökonomische Entscheidung“ (siehe Video am Ende des Artikels). Die Fondsgesellschaft Fidelity argumentiert in einer Marktanalyse, dass sich die Geldpolitik der Notenbanken positive auf Aktien- und Anleihemärkte auswirken wird.

Draghi muss Donnerstag liefern
Das einzige, was die Märkte zum Jahresende noch verunsichern könne, seien die Zentralbanken, sagt Willis. Mit Blick auf Europa gilt das für EZB-Chef Mario Draghi. Am Donnerstag kommt die EZB zu ihrer nächsten Sitzung zusammen. Dann – so die große Mehrheit der Marktbeobachter – werde die EZB ihre Einlagenzinsen für Bargeldbestände der Banken erneut senken. Bloomberg berichtet, dass die Märkte eine Absenkung des Zinses von -0,2 Prozent auf -0,3 Prozent bereits eingepreist hätten. Unklar ist, was die EZB darüber hinaus beschließen könnte.

Doch auch dazu gibt es Daten. Über 80 Prozent der Teilnehmer einer Umfrage unter Bloomberg-Analysten glaubt, dass die EZB ihr Anleihenkaufprogramm ausweiten wird. Bislang ist ein Ende des Programms für Oktober 2016 vorgesehen. Daran glaubt kaum noch jemand. Des Weiteren sind etwa 65 Prozent der Meinung, dass die EZB künftig noch mehr als bislang 60 Milliarden Euro pro Monat für den Ankauf der Anleihen ausgeben werde. Knapp die Hälfte hält es für wahrscheinlich, dass die EZB ihr Spektrum der Assetklassen ausweiten werde.

Draghi muss liefern. Die EZB hatte bereits am 20. November die Rhetorik verschärft. Man werde tun, „was nötig sei“, um die Inflation im Euro-Raum anzutreiben. Die Teuerungsrate für den Euro-Raum liegt bei 0,1 Prozent. Das EZB-Ziel von zwei Prozent solle „so schnell wie möglich“ erreicht werden, so der Notenbanker. Sollte Draghi seinen Andeutungen keine Taten folgen lassen, würde er an Glaubwürdigkeit verlieren und die Märkte übermäßig verunsichern.

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