Geschichte des Earth Days: Vom kleinen Studentenprotest zur weltweiten Umweltbewegung


Dass der Umweltaktionstag „Earth Day“ in den USA Anfang der siebziger Jahre entstanden ist, hat seinen Grund. Im Januar 1969 liefen im Santa-Barbara-Kanal über zehn Tage lang bis zu 14.000 Tonnen Rohöl aus einer Bohrquelle. Trotz des Atomwaffensperrvertrages schwebte die nukleare Bedrohung wie ein Damoklesschwert über der Bevölkerung. Der neugewählte Präsident Nixon und dessen Festhalten am Vietnamkrieg lösten in den USA unter den Studenten massive Proteste aus. Dieses Engagement machte sich Senator Gaylord Nelson zunutze, um gemeinsam mit den Studenten auf die Verschmutzung der Luft und des Wassers und die generelle Umweltzerstörung durch Industrie und Verbraucher aufmerksam zu machen. Er organisierte zusammen mit dem jungen Aktivisten Denis Hayes „Teach-ins“ an den Universitäten und es gelang ihm, den republikanischen Kongressmann Pete McCloskey für seine Sache zu gewinnen. Gemeinsam wählten sie den 22. April als Stichtag für die „Teach-ins“, da dieser Tag in die Zeit zwischen den Klausuren und dem „Springbreak“ fiel. So erhofften sie sich, eine maximale Anzahl Studenten zu erreichen. Der erste „Earth Day“ bewirkte innerhalb kurzer Zeit landesweites mediales Interesse. Die Auswirkungen erreichten einen Höhepunkt, als zum Ende des Jahres 1970 die United States Environmental Protection Agency gegründet und mehrere Gesetze zur Verbesserung der Umweltprobleme verabschiedet wurden. In den nächsten Jahren folgten weitere Gesetze, die sich auf die Wasserqualität, Pestizide und bedrohte Tierarten konzentrierten.


Zum 20. Jubiläum 1990 organisierte David Hayes eine weitere Kampagne. Der 22. April dieses Jahres markierte den ersten Höhepunkt der Bewegung, da sich mehr als 200 Millionen Menschen in 141 Ländern für den „Earth Day“ mobilisierten. Die weltweite Beachtung führte unter anderem zum UNO-Umwelt-Gipfel in Rio de Janeiro 1992, der als erfolgreicher Schritt in Sachen Umweltschutz und Nachhaltigkeit gilt. Dort wurden die Agenda 21, die Klimaschutzkonvention und weitere Maßnahmen beschlossen.


In Deutschland hat die Earth-Day-Bewegung mittlerweile einen eigenen gemeinnützigen Verein mit Sitz in Frankfurt am Main. 1994 wurde das Earth Day International Deutsche Komitee e. V. gegründet. Es kümmert sich um Umweltaktionen im Zuge des Earth Days und um den Ausbau der Agenda 21, welche Leitlinien zur lokalen nachhaltigen Entwicklung enthält. Die Mitglieder des Komitees sehen die Verantwortung für den nachhaltigen Umgang mit Ressourcen aber nicht nur in der Politik. Für sie stehen Bildungsinstitutionen, Wirtschaft und Verbände in der Pflicht, sich für Nachhaltigkeit einzusetzen.


Der Tag der Erde 2021 im Zeichen von Wiederherstellung und Ernährung


Jedes Jahr findet der „Tag der Erde“ unter einem anderen globalen Motto statt. Dieses Jahr lautet es „Restore Our Earth“ – „Stellt unsere Erde wieder her“. Dafür hat die „Earth Day Organization“ vielfältige Bildungsangebote entwickelt. Ihr Ziel ist, alle Menschen zu einem Umdenken und bewussten Handeln zu bewegen. Es sei eine Notwendigkeit, unseren Planeten wiederherzustellen, da uns der Klimawandel und das Coronavirus zeigen, was bereits zerstört wurde. „Restore Our Earth“ offenbart uns die Möglichkeiten, die noch vor uns liegen. Auf ihrer offiziellen Website verweist die Organisation auf drei zentrale Punkte zur Regeneration der Erde. „Bildung und Wissenschaft“, „privates und gemeinschaftliches Handeln“ sowie „Erhaltung und Restauration“ bilden die Eckpfeiler für die Zukunft. Auch die Verwaltung unter US-Präsident Joe Biden engagiert sich. Der Präsident der Vereinigten Staaten wird am diesjährigen Earth Day einen virtuellen Klimagipfel leiten, zu dem er den russischen und den chinesischen Präsidenten sowie weitere Staats- und Regierungschefs einlädt.


In Deutschland bekommt der Tag ein Zusatzmotto und konzentriert sich auf die Nachhaltigkeit bei der Ernährung. „Jeder Bissen zählt. Schütze was du isst – schütze unsere Erde“ verweist auf den „Foodprint“, den ökologischen Fußabdruck durch die eigene Ernährungsweise.


Nachhaltigkeit bei der Kapitalanlage


Für Investoren zählt die Nachhaltigkeit inzwischen neben dem „Magischen Dreieick der Geldanlage“ – Rentabilität, Sicherheit und Liquidität – zu den wichtigsten Faktoren, die für oder gegen ein Investment sprechen. Das Verantwortungsbewusstsein gegenüber dem Planeten und den Mitmenschen steigt. Nicht nur das Gewissen der Anleger spielt dabei eine Rolle – ein langfristig angelegtes Investment lohnt sich nur dann, wenn dies nicht durch globale Krisen aufgrund des Klimas und des Raubbaus an den Ressourcen gefährdet wird. Mit einem Nachhaltigkeitsfonds haben Anleger nicht nur die Chance, ihr Geld gewinnbringend zu investieren, sondern auch Firmen zu unterstützen, die sich nachhaltigen Prinzipien verschrieben haben. Es werden sich immer mehr Unternehmen in der Pflicht sehen, diesem Trend zu folgen und so einen Beitrag für den Umweltschutz zu leisten. Um die tatsächlich nachhaltigen Unternehmen von jenen zu unterscheiden, die nur den „grünen Schein“ wahren, ist am 10. März 2021 die Offenbarungsverordnung der EU in Kraft getreten. Sie verpflichtet die Anbieter von Finanzprodukten nach und nach zur Offenlegung sämtlicher Informationen zum Thema Nachhaltigkeit. Diese Informationen sollen gleichermaßen für Finanzberater wie für Privatpersonen zur Verfügung stehen und ein „Greenwashing“ vermeiden.


Eine Auflistung nachhaltiger Fonds finden Sie hier: /fonds/nachhaltigkeitsfonds/