Alle Börsenteilnehmer reden derzeit über die sogenannte Jahresend-Rallye, das Börsenphänomen, bei dem die Kurse zum Jahresende ansteigen. Finanzexperte Dirk Müller spricht im Interview mit Wirtschaft TV über EZB-Präsident Mario Draghi und dessen expansive Geldpolitik, die den Märkten in die Hände spielt. Müller verrät nicht nur seine Prognosen zu den Entwicklungen in den USA und in China, sondern verrät auch einen neuen, heißen Investment-Tipp (siehe Video am Ende des Artikels).

Keine rosige Zukunft in Europa
Müller zufolge hätten „unglaublich viele Marktteilnehmer ein großes Interesse an hohen Jahresschlusskursen“. Der Druck von großen Fonds und Pensionskassen, ihren Kunden zum Jahresende gute Vermögensanlagen zu präsentieren, treibe die Kurse in die Höhe. Nur extreme Marktverwerfungen könnten diesen Aufwärtsdruck noch unterbinden. Danach sehe es jedoch derzeit nicht aus.

Das billige Geld bleibe den Finanzmärkten weiterhin erhalten. Müller glaubt nicht daran, dass die Wirtschaft in Europa wieder auf dem Weg der Besserung sei, „wenn immer wahnsinnigere Maßnahmen getroffen werden müssen“, so der Finanzexperte. Mit einem Seitenhieb in Richtung der Zentralbanken sagt Müller: „Wenn alles so gut wäre, dann hätten wir schon andere Zinsniveaus.“ Es sei längst nicht alles rosig, die Märkte hätten sich massiv von der Realwirtschaft abgekoppelt.

Entwicklung in den USA ist „erschreckend“
Die USA hätten Mr. DAX zufolge den richtigen Zeitpunkt für die Zinswende verpasst. Schon 2014 hätte es so weit sein können. Seitdem gehe es dort wieder bergab. Im Hinblick auf die massive Intervention der US-Zentralbank Fed in den vergangenen Jahren sei es „erschreckend“, welch ein kleines Wachstum am Ende dabei rausgekommen sei.

Aus Peking droht neuer „Ärger“
In China sehe man eine „massive Abkühlung“ der Wirtschaft, das sei weit mehr als nur eine kleine Reduktion, sagt Müller und lässt wenig Hoffnung an der Annahme der wenigen Ökonomen, die noch von einer sanften Landung („soft landing“) der Wirtschaft sprechen.

Wenn es der Zentralregierung und der Notenbank in China „nicht gelingt, den Riemen wieder auf die Maschine zu werfen, dann kriegen wir in den nächsten 24 Monaten richtig Ärger aus Peking“. In Fernost sehe es also nicht gut aus.

Besuch auf der Lachsfarm
Müller investiert mit seinem Aktienfonds in die 40 stärksten Unternehmen weltweit, die in ihrer Branche Weltmarktführer sind. Einer dieser Weltmarktführer, sei die Firma BaccaFrost, eine Lachsfarm auf den Faröer Inseln. Ein Besuch dieser Lachsfarm habe den ausgezeichneten Zustand des Unternehmens bestätigt. „Dann ist man gern investiert“, sagt der DAX-Experte zum Abschluss.
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