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Rentenfonds Was geschieht bei einer Zinswende?

EZB in Frankfurt Foto: © / martinmfernan / FotoliaAnleger schauen heute nach Frankfurt: Wie wird sich die EZB entscheiden?

Mit der heutigen EZB-Sitzung könnte ein Ende der ultralockeren Geldpolitik eingeläutet werden. Dreht Draghi an der Zinsschraube, wäre dies erfreulich für klassische Sparer – für Renten-und Mischfonds-Besitzer hingegen drohen Verluste.


Wer auf klassische Sparformen wie etwa Tagesgeld setzt, dürfte sich an die „eins“ vor dem Komma schon gar nicht mehr erinnern. Etwa 0,7 Prozent werden derzeit für solche Einlagen von den Banken gewährt. Noch schlechter sieht es bei Bundesanleihen aus, bei zehn Jahren Laufzeit gibt es gerade einmal 0,3 Prozent Zinsen.

Vor dem Hintergrund anhaltender Niedrigstzinsen dürfte so mancher Sparer auf Investmentfonds umgestiegen sein – die Fondsbranche jedenfalls ist zufrieden und blickt laut einer aktuellen Umfrage des Fondsverbands BVI optimistisch auf das kommende Jahr. Für konservative Sparer gelten vor allem Rentenfonds oder auch Mischfonds mit einem hohen Anleiheanteil als attraktiv, da solche Produkte üblicherweise nicht so stark im Wert schwanken wie etwa Aktienfonds und dennoch Aussicht auf auskömmliche Renditen bieten. Laut BVI liefern etwa Rentenfonds mit Fokus auf langlaufende Anleihen im Durchschnitt eine Performance von 27 Prozent in fünf Jahren (Quelle: BVI, Stichtag: 30. September 2017).

Würde EZB-Chef Mario Draghi nun allerdings die Zinsen erhöhen, müssten Rentenfonds-Anleger zunächst mit Verlusten rechnen. Der Zusammenhang: Steigen die Zinsen, fallen die Preise der alten, noch laufenden Anleihen. Denn Investoren würden sich in einem solchen Fall lieber die neu begebenen, höher verzinsten Anleihen ins Depot legen. Folglich würden die alten Papiere mit den schlechten Zinsen nur noch mit einem Preisabschlag auf Interesse stoßen – und das bedeutet zumindest anfänglich einen Verlust. Genau umgekehrt verhält es sich bei sinkenden Zinsen – insofern konnten Rentenfonds-Anleger bislang vom herrschenden Zinsumfeld profitieren und könnten sogar Kursgewinne einstreichen, wenn die Zinsen noch weiter abrutschen. Würden die Zinsen allerdings weiterhin auf einem so geringen Niveau stagnieren, wäre auch dies schlecht für Rentenfonds – denn woher sollen die Fondsmanager bei den geringen Zinskupons noch Rendite generieren?

Marktbeobachter rechnen für die EZB-Sitzung am 26. Oktober zwar mit einer Drosselung des Anleihekaufprogramms der Notenbank. Denn aufgrund der anziehenden Konjunktur in der Eurozone könnte die Wirtschaft auch mit kleineren Geldspritzen zurechtkommen. So könnten die Anleihekäufe zwar bis September 2018 verlängert werden, aber das monatliche Volumen dürfte reduziert werden. Zugleich gehen viele Experten davon aus, dass an den Leitzinsen bis auf Weiteres nicht gerüttelt werden dürfte.

Welche Folgen hätte die ausbleibende Zinswende für Anleger? In einem solchen Fall könnte es sinnvoll sein, von langlaufenden Staatsanleihen auf Papiere mit gemischten Laufzeiten umzuschwenken (beispielhafte Auswahl entsprechender Fonds im Chartbild), da hier Verluste durch höherverzinste, neue Anleihen reduziert werden könnten. Kurzlaufende Euro-Anleihen würden in einem solchen Szenario („die Zinsen bleiben, wie sie sind“) nach einer Berechnung von Finanztest allerdings ins Minus rutschen.

Entscheidet sich die EU-Notenbank wider Erwarten aber doch für einen Zinsanstieg, würde die oben beschriebene Entwicklung in Gang gesetzt. In einem solchen Fall könnten Investoren auf Unternehmensanleihen ausweichen, welche höhere Zinskupons bei überschaubaren Laufzeiten bieten (Auswahl entsprechender Fonds im Chartbild, unten). Ansonsten müssten Anleger Geduld aufbringen, denn nach und nach könnten besser verzinste neue Anleihen die Verluste der alten Papiere im Fondsportfolio ausgleichen.

26.10.2017,

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