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Folker Hellmeyer ‚Was mich die Börse lehrt? Demut!‘

Folker Hellmeyer startet neuen Mischfonds Foto: © / obs / BLBFolker Hellmeyer hat einen neuen Fonds aufgelegt

Folker Hellmeyer hat die Bremer Landesbank verlassen und sich mit der Fondsboutique Solvecon selbstständig gemacht. Im Interview spricht der bekannte Börsenprofi über die Hintergründe, das Marktgeschehen – und seinen neuen Multi-Asset-Fonds.


FondsDISCOUNT.de: Herr Hellmeyer, als Chefanalyst waren Sie 16 Jahre lang das „Gesicht“ der Bremer Landesbank; Ihre Analysen und Markteinschätzungen wurden von den Anlegern immer interessiert aufgenommen. Anfang dieses Jahres haben Sie sich mit der neu gegründeten Fondsboutique Solvecon selbstständig gemacht. Wie kam es zu dem Schritt und wie sind Sie mit Ihrer neuen Gesellschaft aufgestellt?
Folker Hellmeyer: Durch die „Schieflage“ bei der Bremer Landesbank / BLB und die dadurch bedingte vollständige Übernahme der Bank durch die Nord LB erwarteten wir große Veränderungen für die BLB. Diese Veränderungen würden sowohl das Geschäftsmodell als auch die Unternehmenskultur der Bank betreffen. Überdies würde die Bank die strukturellen Probleme des gesamten Sektors (Kosten- und Margendruck durch Regulierung und Zinsumfeld) mit einer durch das Schiffsportfolio belasteten Bilanz meistern müssen. Darüber hinaus stellte sich uns die grundsätzliche Frage, ob Banken bzw. deren klassische Geschäftsmodelle zukünftig überhaupt noch das optimale Umfeld für unser Business, die Vermögensverwaltung und das Fondsmanagement, bieten können.

Herr A. Krautscheid, Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken, hat vor kurzem Facebook und Google als die wohl zukünftig größten Konkurrenten für Banken bezeichnet. Amazon Pay oder Google Wallet und die Banklizenz von Facebook in Irland zeigen diesen Trend auf.  Diese Konzerne verfügen über das Kapital, den Markennamen und den Kundenzugang, um Bankdienstleistungen erfolgreich am Markt platzieren zu können. Aus unserer Sicht wird die Bankenbranche sich weiter strukturell verändern und spezialisieren.

Diese Erkenntnis hat uns bekräftigt nicht die Bank zu wechseln, sondern uns mit einem finanzstarken Partner selbstständig zu machen. Unter dem „Dach“ der Solvecon führen wir unser Kerngeschäft nun fort: Wir haben beide „Geschäftsfelder, also Vermögensverwaltung und die Anlageberatung von Investmentfonds und den Forex-Report, bewusst getrennt. Bei der Solvecon Asset Management GmbH haben wir uns für die Zusammenarbeit mit dem Haftungsdach-Anbieter BN & Partners entschieden. Hierdurch können wir uns auf das Portfoliomanagement und unsere Kunden fokussieren und sparen uns das eigene „Backoffice“, also umfangreiche administrative Prozesse.

Für die Solvecon Invest GmbH haben wir die Erlaubnis nach KWG § 32  für die Anlageberatung von Investmentfonds bei der BaFin erhalten. Diese Company ist Advisor für Investmentfonds, die wir über die LRI Invest S.A. in Luxemburg, einer Fondsplattform und Master KVG, auflegen lassen. Die LRI ist ein Partner mit dem wir bereits bei der BLB sehr gut zusammen gearbeitet haben. Auch der BLB Global Opportunities Fund wurde seiner Zeit über die LRI aufgelegt. Ein ähnliches, aber weiter optimiertes Konzept wird auch unserem ersten Investmentfonds unter der Solvecon Invest GmbH zu Grunde liegen.

Der FOREX-Report erscheint nun übrigens unter der Solvecon Invest GmbH. Die klare strukturelle und rechtliche Trennung der Aufgaben war uns insbesondere für unsere Vermögensverwaltungskunden wichtig.

Wie bereits angesprochen hatten Sie schon bei der Bremer Landesbank Ihren eigenen Fonds, nun machen Sie Anlegern Ihre Expertise mit dem „Solvecon Global Opportunities Fund“ (ISIN: LU1751487106) erneut zugänglich. Mögen Sie uns das Fondskonzept kurz skizzieren? Was ist Ihr Anlageziel und wie wollen Sie dieses erreichen?
Der Multi-Asset-Fonds basiert auf dem Fondskonzept, das das Team um unseren Geschäftsführer Thorsten Müller und mir bereits bei der Bremer Landesbank erfolgreich gemanagt hatte. Die interdisziplinäre Anlagestrategie basiert sowohl auf qualitativen makroökonomischen Analysen als auch auf quantitativem Research. Wir investieren in die wichtigsten Anlageklassen Aktien, Anleihen und Rohstoffe über fungible Finanzinstrumente wie Direktanlagen, aktiv und passiv gemanagte Zielfonds sowie Futures. Der Einsatz von Futures dient insbesondere der Risikoabsicherung des Aktien- oder Rentenexposures. Die Aktienauswahl basiert vorwiegend auf einer eigenentwickelten Quant-Scorecard, die die wichtigsten Asset-Charakteristika Value, Momentum, Risk, Size und Investment modelliert. Hierbei wurden von meinem Kollegen, PD Dr. Christian Fieberg, empirische und neue Forschungsergebnisse zusammengeführt. Die globalen makroökonomischen Kapitalmarktanalysen, die wir in fokussierter Form auch in unserem Forex-Report publizieren, fließen in bewährter Form in die Länderallokation und das Market-Timing ein.

Nach welchen Kriterien wählen Sie die Titel für Ihr Portfolio aus?
Die Auswahl der Aktiendirektanlagen erfolgt über unsere bereits beschriebene Scorecard und damit quantitativ. Die Selektion unserer Zielfonds folgt unserer Länderallokation. Hierbei präferieren wir in domestizierten Aktienmärkten, wie z.B. Euro, USA oder Japan replizierende Indexfonds. In den sogenannten Schwellenländern bevorzugen wir aktive Fondsmanager, die den jeweiligen Zielmarkt sehr gut kennen und zum Teil auch vor Ort in der Region sind.

Ist der Fonds eher für offensive oder doch mehr für risikobewusste Anleger ausgelegt?
Da wir in alle wichtigen Anlageklassen mit flexiblen Gewichtungen investieren dürfen, wird das Risiko auf die Anlageklasse mit der höchsten Volatilität bzw. dem höchsten Verlustrisiko abgestellt. Daher ist der Fonds eher für offensive Anleger geeignet. Allerdings werden wir die Risiken im Fonds regelmäßig sehr aktiv absichern, so dass wir über längere Anlagezeiträume ein sehr gutes Chance-/Risikoprofil realisieren wollen.

Mehr Volatilität, politische Risiken, steigende Zinsen in den USA – das Umfeld, in dem Sie jetzt starten ist herausfordernd. Worin sehen Sie die größten Einflussfaktoren für die Märkte?
Auch wenn die Diskussionen über Zölle, um den möglichen Ausbruch eines Handelskrieges, über den maladen Zustand von G-7, um die Krisenherde in Syrien und in der Ukraine oder über den Problemfall Italien aktuell im Vordergrund stehen, sind die Notenbankpolitik und der andauernde „Anlagenotstand“ die bestimmenden Faktoren. Aber die Risiken für die globalen Märkte durch den Isolationskurs der USA und die Uneinigkeit Europas nehmen zu und erfordern engste Begleitung im Rahmen eines aktiven Managements. Mit unserem Solvecon Global Opportunities Fund und der Möglichkeit durch den Einsatz aller wichtigen Anlageklassen und die flexiblen Gewichtungen auch auf stark schwankende Kapitalmärkte reagieren zu können, haben wir auch dafür eine Lösung!

Zum Abschluss gestatten Sie uns noch eine persönliche Frage: Wenn man so lange im Geschäft ist wie Sie – was lehrt einen die Börse?
Die Börse ist wie das Leben, es ist ein auf und ab. Somit lehren das Leben und die Börse Demut. Beides verlangt danach, aus Fehlern zu lernen, sie nicht zu wiederholen. Je erfolgreicher man an Börsen ist, desto kritischer muss man die eigene Position hinterfragen und überprüfen.

Herr Hellmeyer, herzlichen Dank für die Beantwortung unserer Fragen!

Tipp: Der jetzt gestartete Solvecon Global Opportunities Fund ist über FondsDISCOUNT.de ohne Ausgabeaufschlag erhältlich.

18.06.2018,

Bei Fragen und Anregungen zu diesem Artikel schreiben Sie uns gerne eine E-Mail an die redaktion@fondsdiscount.de oder rufen uns unter der Service-Nummer 030 2757764-00 an. Wir freuen uns auf Ihr Feedback.

Produkte zu diesem Thema

SOLVECON Global Opportunities Fund A von LRI Invest S.A.

Alle Anlagen an Wertpapierbörsen sind mit Risiken verbunden:

  • Die Wertentwicklung eines Fonds wird maßgeblich von der Wertentwicklung der Anlagewerte bestimmt. Daraus ergibt sich das Risiko von finanziellen Verlusten wenn sich Marktpreise von bestimmten Werten ändern.
  • Das Risiko des Fondsmanagements besteht darin, dass der Fondsmanager Entscheidungen trifft, die eventuell nicht den Zielvorstellungen der Anleger entsprechen, oder die dazu führen, dass sich der Fonds negativ entwickelt.
  • Von den angelegten Beträgen gehen Kosten für die Fondsverwaltung usw. ab. Das kann dazu führen, dass sich Fonds im Vergleich zur direkten Anlage, z.B. in Aktien, nicht proportional entwickeln.
  • Wertentwicklungen der Vergangenheit sind keine Garantie für zukünftige Erträge. Wer Ranglisten und Statistiken als Entscheidungsgrundlage für eine bestimmte Fondsanlage nutzen will, sollte auf die Voraussetzungen achten, unter denen derartige Rang- und Bestenlisten erstellt wurden.
  • Je nach Fondsart, Ausrichtung und Fondskonstruktion ergeben sich spezielle Risiken für den Anleger, z.B. Verluste durch Währungsschwankungen. Weitere Details entnehmen Sie bitte dem Verkaufsprospekt.

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