Jedes Jahr am 22. März soll der Weltwassertag an die Bedeutung von sauberem Wasser erinnern. Dass das Bewusstsein für diese lebensnotwendige Ressource eine immer größere Bedeutung bekommt, macht der jetzt veröffentliche Weltwasserbericht 2019 der Unesco deutlich. Denn die Prognosen sehen düster aus: Bis zum Jahr 2050 könnten demzufolge Umweltschäden und schwindende Wasserressourcen 45 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts und 40 Prozent der gesamten Getreideproduktion bedrohen. „Sicheres Wasser und sichere sanitäre Einrichtungen sind Menschenrechte. Doch für Milliarden Menschen sind diese Rechte nicht verwirklicht: Über zwei Milliarden leben ohne sicheres Trinkwasser, 844 Millionen müssen mindestens eine halbe Stunde täglich für die Wasserbeschaffung aufwenden oder sie haben gar keinen Zugang. Das müssen wir ändern durch höhere und effektivere Investitionen in die Infrastruktur wie Wasseranschlüsse und Sanitärversorgung, gerechte Gebühren sowie mehr Forschung und Innovation“, unterstreicht Ulla Burchardt, Vorstandsmitglied der Deutschen UNESCO-Kommission, die Dringlichkeit des Problems.


Während die Wasserver- und Entsorgung in Deutschland für fast 100 Prozent der Haushalte sehr gut ist, leiden die Menschen in anderen Regionen vermehrt unter Wasserstress. Der Begriff bedeutet, dass mehr als ein Viertel der erneuerbaren Wasserressourcen genutzt wird. Nach jüngsten Schätzungen der UN leben über zwei Milliarden Menschen in Ländern mit hohem Wasserstress. Über 50 Staaten seien betroffen – 31 Länder nutzten zwischen 25 und 70 Prozent, weitere 22 Länder mehr als 70 Prozent der erneuerbaren Wasserressourcen.


Als größter Wasserverbraucher gilt übrigens die Landwirtschaft, die 69 Prozent der jährlichen Wasserentnahmen verschlingt. Die Industrie kommt auf 19 Prozent, Privathaushalte auf zwölf Prozent. Insgesamt, so die Vereinten Nationen, steigt der Wasserverbrauch seit den 1980er Jahren aber weltweit um etwa ein Prozent pro Jahr. Und wo Wasser verbraucht wird, fällt auch vermehrt Abwasser an. Allem wachsenden Fortschritt zum Trotz werden dabei immer noch über 80 Prozent des weltweit anfallenden Abwassers ungeklärt entsorgt – mit fatalen Folgen für Umwelt und Gesundheit. So ist etwa die Cholera in den Entwicklungsländern immer noch weit verbreitet.


Wasserfonds: Investments mit „Impact“


Diese Gegebenheiten machen die Ressource „Wasser“ auch für immer mehr Anleger interessant, die mit ihrem Investment auch einen sozialen bzw. ökologischen Nutzen erzielen möchten, Stichwort: Impact Investing. Dabei ist die Idee, Wasser als Investment zugänglich zu machen, nicht ganz neu: Bereits seit rund 19 Jahren ist etwa der Aktienfonds Pictet – Water (ISIN: LU0104884860) erhältlich – mit einem Volumen von über vier Milliarden Euro ist dies zugleich der größte Wasserfonds am Markt. Nach Fondsvolumen folgt der im Jahr 2015 aufgelegte Parvest Aqua (ISIN: LU1165135440), dem Anleger aktuell rund 1,5 Milliarden Euro anvertrauen. Mit 1,1 Milliarden Euro folgt dann der RobecoSAM Sustainable Water Fund (ISIN: LU0133061175). Die Ratingagentur Scope hat in untenstehender Tabelle alle 17 derzeit in Deutschland erhältlichen Wasserfonds aufgelistet. Nach Berechnungen der Analysten verwalten diese per Ende Februar 2019 ein Vermögen von rund 10,4 Milliarden Euro. Für Anleger ebenfalls interessant: 14 der 17 Wasserfonds verfügen über einen Track Record von mehr als fünf Jahren. Die durchschnittliche Performance nach Kosten über fünf Jahre liegt nach Angaben von Scope bei 7,4 Prozent p.a. Die Bandbreite reicht dabei von 4,4 Prozent p.a. (JSS Sustainable Equity - Water) bis zu 10,4 Prozent p.a. (Lyxor World Water UCITS ETF).



































































































































Fonds ISIN Investmentmanager Auflegungsdatum Volumen (Mio. EUR)
Pictet-Water LU0104884860 Pictet Asset Management 19.01.2000 4.397
PARVEST Aqua LU1165135440  BNP Paribas 17.07.2015 1.542
RobecoSAM Sustainable Water Fund LU0133061175 RobecoSAM 28.09.2001 1.100
Lyxor World Water UCITS ETF  FR0010527275 Lyxor International Asset Management 10.10.2007 1.041
KBC Eco Fund Water  BE0175479063  KBC Asset Management 01.12.2000 691
iShares Global Water UCITS ETF IE00B1TXK627 BlackRock 16.03.2007  547
KBI Water  IE00B2Q0L939  Kleinwort Benson Investors  19.05.2008  279
JSS Sustainable Equity - Water LU0333595436 J. Safra Sarasin 27.12.2007 207
Deutsche AM Global Water DE000DWS0DT1 Deutsche Asset Management 28.02.2007 148
Swisscanto (LU) Equity Fund Global Water LU0302976872 Swisscanto 18.09.2007 146
Tareno Waterfund LU0319773478 Tareno 10.09.2007 85
Allianz Global Water LU1890834598 Allianz Global Investors 24.10.2018 64
Vontobel Fund II - Sustainable Water LU0995510970 Vontobel Asset Management 13.12.2013 59
Hornet Infrastructure - Water Fund LI0034053376 IFM Independent Fund M 11.10.2007 32
Fidelity Funds – Sustainable Water & Waste LU1892829828 FIL Investment Management 07.11.2018 25
ÖkoWorld Water for Life LU0332822492 ÖKOWORLD LUX 28.01.2008 23
AMCFM Equity Global Water LI0046085168 Asset Management Consulting 07.04.2009 6

Quelle: Scope Analysis, Refinitiv, Stand: 28.02.2019


Im vergangenen Jahr starteten mit dem Allianz Global Water (ISIN USD: LU1861128061, ISIN: EUR: LU1890834598, jeweils nur für institutionelle Investoren) und dem Fidelity Funds – Sustainable Water & Waste (ISIN: LU1892829828), der zugleich Unternehmen aus dem Sektor Abfallmanagement abdeckt, zwei neue Investitionsmöglichkeiten.

 


Fazit: Infrastruktur, Pumpsysteme, Wassernetzbetreiber, Messgeräte oder zum Beispiel Speichermöglichkeiten – mit einem Wasserfonds erhalten Anleger Zugang zur gesamten Bandbreite aus dem Bereich Wasserver -und entsorgung. Die Branche hat aufgrund der weltweiten Entwicklungen viel Potenzial: Wasser ist kein kurzfristiger Trend, sondern eine Zukunftsaufgabe. 



Alle Anlagen an Wertpapierbörsen sind mit Risiken verbunden:

  • Die Wertentwicklung eines Fonds wird maßgeblich von der Wertentwicklung der Anlagewerte bestimmt. Daraus ergibt sich das Risiko von finanziellen Verlusten wenn sich Marktpreise von bestimmten Werten ändern.
  • Das Risiko des Fondsmanagements besteht darin, dass der Fondsmanager Entscheidungen trifft, die eventuell nicht den Zielvorstellungen der Anleger entsprechen, oder die dazu führen, dass sich der Fonds negativ entwickelt.
  • Von den angelegten Beträgen gehen Kosten für die Fondsverwaltung usw. ab. Das kann dazu führen, dass sich Fonds im Vergleich zur direkten Anlage, z.B. in Aktien, nicht proportional entwickeln.
  • Wertentwicklungen der Vergangenheit sind keine Garantie für zukünftige Erträge. Wer Ranglisten und Statistiken als Entscheidungsgrundlage für eine bestimmte Fondsanlage nutzen will, sollte auf die Voraussetzungen achten, unter denen derartige Rang- und Bestenlisten erstellt wurden.
  • Je nach Fondsart, Ausrichtung und Fondskonstruktion ergeben sich spezielle Risiken für den Anleger, z.B. Verluste durch Währungsschwankungen. Weitere Details entnehmen Sie bitte dem Verkaufsprospekt.

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