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Fluglinie in Turbulenzen Welche Folgen hat die Air-Berlin-Pleite für Flugzeugfonds?

Zwei Piloten im Cockpit Foto: © / romanb321 / FotoliaWohin geht die Reise für Air Berlin?

Die angeschlagene Fluggesellschaft meldet Insolvenz an, für Branchenkenner war dies nur eine Frage der Zeit. Doch was bedeutet der Schritt für die geschlossenen Fonds, die mit Air Berlin kooperiert haben?


Seit dem Jahr 2008 schreibt Air Berlin fast durchgängig Verluste. Der einzige kleine Gewinn stammt aus dem Jahr 2012 aufgrund des Verkaufs des Vielfliegerprogramms an Etihad. Im vergangenen Jahr musste die Fluggesellschaft mit rund 780 Millionen Euro Miese einen Rekordverlust vermelden, insgesamt beläuft sich der Schuldenberg auf 1,2 Milliarden Euro. Von daher überrascht die aktuelle Zahlungsunfähigkeit wenig.

Die Bundesregierung gewährt Air Berlin einen Übergangskredit von 150 Millionen Euro, um den Flugbetrieb fortzuführen (obwohl dieser nach den zahlreichen Ausfällen und Verspätungen in der vergangenen Zeit wahrscheinlich unter Anführungszeichen zu setzen ist). Der Betrag soll laut Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries für drei Monate ausreichen.

Gleichzeitig scheint die Lufthansa an der Übernahme von gewissen Teilen der Airline interessiert zu sein, wie das Unternehmen selber mitteilt. Die Lufthansa unterstütze „gemeinsam mit der Bundesregierung“ die Restrukturierung von Air Berlin – den großen Schuldenberg will die Lufthansa ziemlich wahrscheinlich nicht übernehmen.

Für die Anleger in Flugzeugfonds werden die kommenden Wochen und Monate ebenfalls entscheidend – je zwei Gesellschaften haben mit jeweils zwei Fonds insgesamt vier Flugzeuge des Herstellers Airbus gekauft und an Air Berlin verleast. Die Fluggesellschaft wiederum hat die Maschinen teilweise untervermietet.

Mit den Fonds „Flight Invest 47“ und dem „Flight Invest 48“ hat Hannover Leasing jeweils einen Airbus vom Typ A321-200 bis Ende des kommenden Jahres an Air Berlin vermietet. Die beiden Air-Berlin-Flugzeuge sind wiederum jeweils seit Dezember 2016 beziehungsweise Januar 2017 im Rahmen eines Sub-Lease Vertrages an die NIKI Luftfahrt GmbH vermietet: „NIKI ist neben Air Berlin zur Zahlung der Leasingraten in vertraglicher Höhe verpflichtet. Zudem ist Air Berlin vertraglich zur Abtretung der Mietzahlungen von NIKI verpflichtet – bislang wurden alle Leasingraten planmäßig gezahlt. Momentan gehen wir davon aus, dass NIKI vom Insolvenzantrag der Air Berlin nicht betroffen ist“, kommentiert Hannover Leasing die aktuellen Meldungen gegenüber FondsDISCOUNT.de

Auch das Emmissionshaus CFB-Fonds hat mit dem „CFB-Fonds 176“ und dem „CFB-Fonds 178“ zwei Airbusse an Air Berlin verleast, die zwischenzeitlich auch an die Air-Berlin-Tochter NIKI untervermietet waren.

Neben der jetzigen Air-Berlin-Pleite gibt es weitere schlechte Nachrichten aus dem Flugzeug-Segment – allerdings bei den Langstreckenfliegern. Der A380 von Airbus wird immer seltener nachgefragt, der ersten Generation des Super-Jumbos droht sogar die Verschrottung. Zudem gerät neben Airbus auch der zweite Branchenführer Boeing aufgrund sinkender Bestellungen immer weiter unter Druck.

Die Air-Berlin-Pleite ist wohl der Eigentümer-Struktur und individuellen Fehlern beim Management geschuldet. Denn obwohl der Luftkampf immer enger wird, sind die Prognosen für dieses Segment durchwegs positiv: Trotz allem handelt es sich beim Luftverkehr um eine Wachstumsbranche mit prognostizierten Wachstumsraten in Höhe von rund fünf Prozent jährlich bis zum Jahr 2033, gemessen in transportierten Passagierkilometern. Hier ist vor allem der Regionalverkehr das Zugpferd der Branche – seit dem Jahr 1971 liegt die jährliche Steigerung des Passagieraufkommens in diesem Segment bei über 10 Prozent pro Jahr.

16.08.2017,

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