Der Dax: Eine deutsche Erfolgsgeschichte


Der Deutsche Aktienindex (Dax) wurde am 1. Juli 1988 eingeführt und bildet die Wertentwicklung der 30 größten und umsatzstärksten deutschen Unternehmen ab. Wichtige Marken waren etwa die Einführung der T-Aktie (Telekom) und deren Vermarktung als „Volksaktie“ im Jahr 1996, die Dot-Com-Blase in den 2000ern und der Kursrutsch im Zuge der Finanzkrise 2008/2009. Trotz aller Rücksetzer gilt der Dax insgesamt als Erfolgsgeschichte: Aus dem Startwert von 1.000 Indexpunkten am ersten Handelstag wurden nach rund 30 Jahren inzwischen etwa 12.000 Punkte – wer damals investiert hätte, hätte sein Vermögen also ungefähr verzwölffacht. Ein Engagement am Aktienmarkt sollte daher immer langfristig ausgelegt sein. Neu-Aufnahmen in den Index sind übrigens immer ein Ereignis. Im vergangenen Jahr etwa wurde der Zahlungsabwickler Wirecard in die Liste aufgenommen. Zugleich erfolgte im September 2018 eine größere Indexreform, wonach sich die Zusammensetzung von Dax, MDax, SDax und TechDax änderte. Die aktuelle Zusammensetzung ist z.B. hier einsehbar.


Gut zu wissen: Der Dax ist ein sogenannter Performance-Index


Im Gegensatz etwa zum EuroStoxx-Index oder zum Dow Jones wird beim Dax in der öffentlichen Wahrnehmung der sogenannte Performance-Index verwendet. In diese Berechnungsmethode fließen auch die Dividenden und deren Wiederanlage ein. Strenggenommen gilt also, dass – will man den Dax mit anderen großen Indizes vergleichen – hierfür der Kurs-Index des Dax herangezogen werden sollte. In dieser Variante sind die Ausschüttungen nicht berücksichtigt, der Kurs-Index des Dax spiegelt somit die reinen Kursveränderungen der enthaltenen Werte wider (Chart z.B. hier).


Aktienfonds oder Dax-ETFs?


Wer nun von der Wertentwicklung der deutschen Top-Werte profitieren möchte, kann sich ein Portfolio aus verschiedenen Einzelwerten zusammenstellen. Aufgrund der Einstiegspreise und des erheblichen Research-Aufwands, der damit verbunden ist, eignet sich für Privatanleger alternativ zum Aktienkauf aber eher die Investition in Aktienfonds. Bei aktiv gemanagten Aktienfonds kümmert sich ein Fondsmanager um die Titelauswahl und kann je nach Marktgelegenheit Positionen aufstocken oder reduzieren. Oftmals sind Aktienfonds auch nicht strikt an die Benchmark gebunden, sondern fassen ihr Anlagespektrum etwas weiter, sodass weitere Opportunitäten genutzt werden können. Bei der Auswahl eines Aktienfonds sollte unter anderem die Performance in der Vergangenheit – üblich ist ein Betrachtungszeitraum von fünf Jahren – herangezogen werden. Die Volatilität ist eine Kennzahl, die Aufschluss über die Schwankungsbreite des Fonds gibt. Auch die Kosten eines Fonds sind nicht unerheblich: Bei Aktienfonds liegen die laufenden Kosten im Schnitt bei etwa 1,5 Prozent – verlangt die Gesellschaft mehr, sollte der Fonds auch entsprechend performen. Bleibt man rein auf Kostenebene, erscheinen ETFs, also börsengehandelte Indexfonds, als günstige Alternative. Hier liegen die Kosten in der Regel bei etwa 0,5 Prozent. Aber: Im Gegensatz zu einem Aktienfonds, bei dem ein guter Manager auf eine Outperformance abzielt, vollzieht man mit einem passiven ETF lediglich die Marktentwicklung nach. Auch Kursrutsche machen sich somit ungebremst im Depot bemerkbar.


Breit streuen und den „Home Bias“ umgehen


Gemäß dem Leitgedanken, dass man bei der Geldanlage möglichst breit streuen sollte, um Verlustrisiken zu begrenzen, sollten sich deutsche Anleger nicht zu sehr auf den heimischen Leitindex versteifen. Im Fachjargon nennt man diese Neigung „Home Bias“ (Heimatmarktneigung). Als Gründe gelten etwa die besseren bzw. besser zugänglichen Informationen über den Heimatmarkt, die Vermeidung von Wechselkursrisiken und das Bestreben, die Transaktionskosten gering zu halten. Ein diversifiziertes Depot sollte somit immer verschiedene Anlageregionen bzw. global streuende Fonds enthalten, unterschiedliche Branchen abdecken und sich keinesfalls auf die Assetklasse Aktien beschränken. Anleihen, Immobilien und Rohstoffe lassen sich ebenfalls über Investmentfonds ganz bequem in den Anlagemix integrieren.