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Der Verlierer ist Deutschland Bundesanleihen unter Druck

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Der größte Verlierer des EZB- und Verfassungsgerichtsentscheids war schnell gefunden: Bundesanleihen. Rentenfonds hingegen können durchaus passable Renditen erzielen.


Nachdem Deutschland als größter Anteilseigner der Europäischen Zentralbank (EZB) künftig höhere Risiken schultern muss, fielen die Kurse der Bundeswertpapiere. Umgekehrt legten die Renditen zu. Auf der jüngsten Versteigerung fünfjähriger Bundesanleihen am Mittwoch wurde eine Durchschnittsrendite von 0,61 Prozent erzielt. Noch im August musste der Bund lediglich 0,31 Prozent zahlen. Aufgrund des Konjunkturabschwungs in Deutschland und des bereits unter Beobachtung stehenden „AAA“-Ratings dürften Bundesanleihen vorerst unter Druck bleiben. Staatsanleihen der Eurokrisenländer profitierten hingegen erwartungsgemäß von den EZB-Beschlüssen. So sammelte Italien am Mittwoch problemlos eine Milliarde Euro ein. Der Zins für die einjährigen Bonds fiel auf 1,69 Prozent, nachdem im Juli noch knapp vier Prozent gezahlt werden mussten. Bei dreijährigen Spanien-Titeln fiel die Rendite von 4,5 auf 3,4 Prozent. Obwohl Anleihekäufe der EZB die Kurse kurz laufender Bonds aus Italien und Spanien noch etwas heben könnten, ist das Potenzial jedoch begrenzt. Denn bereits jetzt notieren dreijährige Spanien-Anleihen bei 101,50 Prozent. Mehr als zwei Prozentpunkte Zuwachs sind aufgrund der kurzen Laufzeit somit nicht mehr möglich. Für Privatanleger, die Gebühren für den Anleihekauf zahlen müssen, lohnt der Einstieg daher nicht. Einzig die Bonds der akut von der Pleite bedrohten spanischen Provinzen bieten für spekulative Anleger noch die Chance auf hohe Kursgewinne. Hier ist die Wahrscheinlichkeit gestiegen, dass der spanische Staat den Regionalregierungen von Valencia oder Katalonien finanziell zur Seite springen wird.

Weitaus konservativer ist dagegen der Kauf von Unternehmensanleihen aus den Eurosüdstaaten. Auch hier sind nun — wenngleich geringere — Kursgewinne möglich. Potenzielle Profiteure der Draghi-Geldschwemme sind etwa die Bonds des italienischen Energiekonzerns Enel oder des spanischen Ölmultis Repsol. Allerdings sollten Anleger hier nur die zu erwartende Kursrally der nächsten Wochen mitnehmen und die Papiere dann abstoßen. So können sie Risiken minimieren. Bei Top-Unternehmensanleihen (Rating „AA“) aus den Staaten Nordeuropas dürfte es dagegen kaum zu Kurszuwächsen kommen. Hier ist das Kursniveau bereits so hoch, dass die Bonds zum Teil negative Realzinsen abwerfen. Lediglich Papiere mittlerer Bonität (Rating „BBB“) wie etwa die des Handelskonzerns Metro sollten noch moderate Kursaufschläge verbuchen können.

Wer die Anleiheauswahl lieber den Profis überlässt, kann auch zum Oyster European-Corporate-Bond-Fonds (ISIN: LU 016 781 312 9) greifen. Hier dominieren italienische Anleihen das Portfolio.
25.09.2012,

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