Nach einem rasanten Aufwärtstrend hat die US-Wirtschaft im ersten Quartal 2015 enttäuscht. Die Gründe dafür waren vielfältig. Neben einer Kaltwetterperiode mit heftigen Winterstürmen und dem Streik der Hafenarbeiter an der Westküste waren auch der niedrige Ölpreis sowie der starke Dollar Schuld an dem Abflauen der Konjunktur. Ökonomen gehen jedoch davon aus, dass die Beeinträchtigungen durch die Sonderfaktoren wie schlechtes Wetter und Streik bald nachlassen sollten. Anna Stupnytska, Volkswirtin bei Fidelity Solutions, ist zuversichtlich, dass die US-Wirtschaft schon in den kommenden Wochen wieder an Fahrt aufnehmen werde. Für die zweite Jahreshälfte rechnet sie mit einem wieder anziehenden Wachstum auf dann rund drei Prozent. Zudem trage der gemäßigte Ton, den die Fed bei ihrer März-Sitzung angeschlagen habe, dazu bei, den Dollar-Höhenflug zu stoppen, der spürbar auf die Unternehmensgewinne und Exporte drücke. „Mit dieser, wenn auch nur kurzzeitigen Verschnaufpause im Aufwärtstrend des Dollars dürften sich auch die Wachstumsaussichten im Spätjahr aufhellen“, meint Stupnytska. Erst dann sei davon auszugehen, dass die Fed beginnen werde, ihre Geldpolitik wieder in normalere Bahnen zu lenken – „vermutlich“, so die Volkswirtin „irgendwann zwischen September und Dezember, wobei Dezember aus meiner Sicht wahrscheinlicher ist.“

Keine Sorge vor Überhitzung

Wirft man einen Blick auf die US-Unternehmensbewertungen, so zeigt sich, dass diese derzeit durchaus ambitioniert sind. Grund zu einem Rückzug aus dem Markt besteht nach Ansicht vieler Analysten aber nicht. Im Gegenteil: Nach einem mehrjährigen Bullenmarkt in den USA hätten die Aktienkurse in den ersten drei Monaten 2015 eine Verschnaufpause eingelegt, die „sehr gesund“ sei und eine „gute Gelegenheit für Zukäufe“ biete, meint Till Budelmann, der einen amerikanischen Aktienfonds der Berenberg Bank verwaltet.

Zu einer ganz ähnlichen Ansicht kommt auch Angel Agudo, Fondsmanager des Fidelity America Fund (WKN: 973280). Zwar hätten US-Titel andere wichtige Märkte in den vergangenen Jahren outperformed und seien angesichts der kräftigen Kursgewinne mittlerweile nicht mehr günstig. Historisch betrachtet seien sie aber immer noch recht fair bewertet. „Von einer Überhitzung oder starken Überbewertung am amerikanischen Aktienmarkt kann daher nicht die Rede sein“, ist Agudo überzeugt. Als Beleg führt er das durchschnittliche Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) der US-Aktien an, das Aktienpreise ins Verhältnis zu den Unternehmensgewinnen setzt. Dies läge mit aktuell 19,2 nur knapp über dem 30-jährigen Durchschnitt von 18,4. Zudem sei die Dividendenrendite positiv zu bewerten. Diese liege trotz der starken Kursgewinne derzeit beim S&P 500 bei zwei Prozent. „Das ist mehr als zehnjährige US-Treasuries bringen, deren Rendite aktuell bei 1,8 Prozent liegt. Immerhin 239 Unternehmen aus dem S&P 500 schütten derzeit mehr aus als zehnjährige US-Treasuries abwerfen. Und bei 87 Firmen beträgt die Dividendenrendite deutlich über drei Prozent“, erläutert Agudo.

5-Jahres-Performance ausgewählter US-Fonds im Vergleich


Die Anleger-Lieblinge

Auch unsere Kunden wissen US-Aktien durchaus zu schätzen. Der beliebteste Aktienfonds mit Fokus auf die USA ist aktuell der Legg Mason Opportunity (WKN: A0X843), zu dessen Top-Holdings Blue Chips wie American Airlines, Delta Air Lines, United Continental und Amazon gehören. Den zweiten Rang belegt mit dem US Aggressive Growth (WKN: A0MUYY) ebenfalls ein Fonds aus dem Hause Legg Mason. Beliebte Fonds aus der Kategorie „Aktienfonds Nordamerika“ sind insbesondere der Franklin US Opportunities (WKN: A0MZKR) und der Morgan Stanley US Advantage (WKN: A0HG5T). Außerdem gefragt sind Fonds, die ihren Fokus auf Unternehmen aus der zweiten Reihe richten. Hier ist das Risiko zwar oftmals höher, dafür können Anleger aber auch von höheren Chancen profitieren. Zu den Favoriten aus der Kategorie „Aktienfonds - USA/Nebenwerte“ ein ETF von Comstage (WKN: ETF123) sowie die aktiv gemanagten Fonds JPM US Smaller Companies (WKN: 971611) und Janus US Venture Fund (WKN: 933850).

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