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Exchange Traded Funds Fondsgesellschaften sichern sich ab

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Die hohe Flexibilität beim Kauf und Verkauf von ETFs stellt Fondsmanager vor eine große Herausforderung. Wenn die Liquidität im Falle eines plötzlichen Abverkaufes nicht ausreicht, sichern sich die Fondsgesellschaften bei den Banken ab.


Große Fondsgesellschaften wie Vanguard, State Street Corp und Invesco sichern sich gegen Ausfallrisiken am Markt für ETFs ab. Sie erhöhen ihren Kreditrahmen bei Banken, um den ETF-Markt im Falle von mangelnder Liquidität stützen zu können. ETFs – auch Indexfonds genannt – sind börsennotierte Investmentfonds, die an der Deutschen Börse gehandelt werden. Die Exchange Trades Funds (ETF) gehören zu den passiv gemanagten Fonds und haben ein jährliches Volumen von über 60 Milliarden Euro. Die Performance der ETFs orientiert sich fast übereinstimmend mit dem Vergleichsindex, dessen Kurs sie abbilden. Weil sie nicht wie herkömmliche Investmentfonds mit einem Ausgabeaufschlag belegt werden und niedrige Transaktions- und Verwaltungskosten haben, zählen sie zu den nachfragstärksten Finanzprodukten.

Darüber hinaus zeichnen sich ETFs durch eine zügige Kauf- bzw. Verkaufsabwicklung aus. Doch genau in dieser Eigenschaft liegt auch das Risiko von ETFs. Wenn Investoren Fonds-Anteile verkaufen und es nicht genug ETF-Käufer im Markt gibt, müssen die Fondsmanager die Assets verkaufen, die als unterliegende Sicherheiten für die ETFs gelten. Ein plötzlicher Ausverkauf eines ETFs in einem Markt ohne Liquidität kann mit erheblichen Kursverlusten einhergehen, da der Fondsmanager die Sicherheiten zu jedem Preis verkaufen muss.

Fondsunternehmen brauchen höheren Kreditrahmen
Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, dass große Fondsgesellschaften wie Vanguard – der zweitgrößte Anbieter von ETFs – bereits ihren Kreditrahmen bei den Banken erweitert haben, um im Krisenfall selber eingreifen und Kurse stützen zu können. Nach eigenen Angaben bereitet sich das Unternehmen damit auf Liquiditätsengpässe vor. Das Risiko wurde auf mehrere Banken verteilt, so dass auch dann noch Geld verfügbar sei, „wenn die Banken selbst in Liquiditätsschwierigkeiten geraten“.

Auch die US-Finanzunternehmen State Street Corp und Invesco – Nummer drei und vier im ETF-Geschäft – haben ihren Kreditrahmen bei den Banken erhöht. Blackrock – der weltgrößte Manager von ETFs – hat Reuters zufolge seinen Kreditrahmen nicht erhöht, weil das Unternehmen sich nicht in den Teilen des ETF-Marktes bewege, die von Liquiditätsengpässen betroffen seien. Eine Sprecherin des Unternehmens betonte jedoch, dass Blackrock den Kreditrahmen für ETF-Aktien in Schwellenländern erhöht habe, um die Abwicklung des Handels in kleineren Märkten zu vereinfachen.

Die US-amerikanische Zentralbank Fed gibt zu bedenken, dass Fondsmanager im Falle einer weiteren Finanzkrise nicht in der Lage sind, Massenverkäufe zu verhindern. Dabei bezieht sich die Fed auf Fixed-Income ETFs, die in weniger liquiden Märkten, wie zum Beispiel Hochzins-Unternehmens-Anleihen investieren. Am Sekundärmarkt ist das Geld knapp. Nach der Börsenreform in den USA mussten Banken ihre Anleihenbestände abstoßen, was dem Anleihenmarkt Liquidität entzog. Seitdem werden weniger Anleihen gehandelt.

Investment in abgelegene Marktregionen
Mit dem Wachstum des ETF-Marktes steigen auch die Investitionen in abgelegene Marktregionen. Allein die Investitionen in Schulden-ETFs – also Anleihen auf Bankkredite, die an andere Firmen vergeben werden – haben sich in den vergangenen drei Jahren fast verfünffacht.

Die Fondsmanager müssen sich also im Notfall über die Banken Geld leihen, um auch Produkte zu behalten, die an Wert verlieren und schwer zu verkaufen sind. Der US-Finanzblog Zero Hedge nennt das ein Schneeballsystem: Sollte der Geldstrom abreißen, funktioniert dieses System nicht mehr.

Die Fondsgesellschaften versuchen ihre Handlungsfähigkeit zu erhöhen. So lange es nicht zu externen Schocks kommt, die Massenverkäufe nach sich ziehen könnten, so lange gilt diese Vorgehensweise als Prophylaxe. ETFs sind nicht die einzigen riskanten Wertpapiere, die Schwankungen auf den Finanzmärkten auslösen könnten. Durch das rasche Wachstum des Marktes entstehen jedoch Ungleichgewichte, gegen die sich die Unternehmen absichern müssen.

ETFs können ein gutes Anlageinstrument sein: Es gibt keinen Ausgabeaufschlag und nur geringe Managementgebühren. Der börsentägliche Handel garantiert transparente Preise. Die Fondsart eignet sich sowohl für die kurzfristige, als auch für die langfristige Geldanlage. Bereits ab 25 Euro monatlich können FondsDISCOUNT.de-Kunden Sparverträge abschließen. Anleger sollten die Risiken aber nicht außer Acht lassen: Neben den angesprochenen Liquiditätsproblemen gibt es bei ETFs keine Risikostreuung, da Anleger mit ETFs nur in einem bestimmten Markt investieren. Manche ETFs investieren zudem gar nicht in den Basisindex, sondern bilden diesen lediglich ab. Trotzdem können Kursverluste beim Basisindex sich direkt auf die ETFs auswirken.

Mehr zum Thema haben wir auf unserer ETF-Übersichts-Seite zusammengetragen.
06.08.2015,

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