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Kein Ende des Booms Nachhaltige Geldanlagen – wie geht das eigentlich?

Kein Ende des Booms Foto: © / pingabel / FotoliaNachhaltige Geldanlagen schließen Dinge wie erneuerbare Energien ein und ökologisch und sozial bedenkliche Themen aus. Aber wie funktioniert nachhaltiges Investment überhaupt?

Anleger wollen immer öfter nachhaltig investieren. Aber wie funktioniert das mit den nachhaltigen Geldanlagen eigentlich und worauf ist bei einem Investment zu achten?


Nachhaltige Geldanlagen erleben seit einiger Zeit einen steilen Aufstieg und liegen noch immer voll im Trend – mit Blick auf die Zukunft vielleicht mehr, als je zuvor. Seit Mitte 2017 besteht außerdem das weltweit erste Klimarating für Investmentfonds.

Sparer können sich mit dem Klimarating an nun umfassend informieren und ihre finanziellen persönlichen Ziele mit nachhaltigen globalen und ökologischen Zielen unter einen Hut bringen. Aber wie funktioniert das mit den nachhaltigen Geldanlagen eigentlich und worauf ist bei einem Investment zu achten?

Der Stand der Dinge

Seit einigen Jahren investieren Anleger zunehmend in Papiere, mit denen nachhaltige Projekte gefördert werden. Die Verpflichtung der Schuldner, das Geld ausschließlich für umweltverträgliche und soziale Projekte einzusetzen, gefällt gerade vielen jungen Anlegern. Doch obwohl der Markt boomt und die Entwicklung eher als zukunftsweisend, statt als kurzer Hype bezeichnet werden muss, gilt er noch immer als Nische. Und das, trotz Klimawandel, Dieselskandal und ähnlicher Umweltskandale.

Ein anderes Bild mögen die Zahlen vermitteln. Am Beispiel der „Green Bonds“, der grünen Anleihen, wird das deutlich: 2017 ist ihr Emissionsvolumen zum ersten Mal über die 100-Milliarden-Dollar-Marke gestiegen. Schon in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres lagen die Neuemissionen mit 94 Milliarden US-Dollar damit über dem Volumen des gesamten Vorjahres 2016 mit 93 Milliarden US-Dollar. Diese Entwicklung des Marktes kommentierte Martin Wagenknecht, Head of DCM für Deutschland, Österreich und die Schweiz bei der Société Générale mit den Worten: „Für Green Bonds war das Jahr der Durchbruch“. Es sei nur zu erwarten, dass der Trend sich 2018 fortsetze.

Dennoch ist der Anteil nachhaltiger Investments in Deutschland noch immer sehr gering. Allerdings ist die Frage, ob den Deutschen dabei ein Vorwurf zu machen ist. Denn es scheint für private Anleger, die sich nicht allzu gut auskennen, nicht gerade einfach, herauszufinden, ob das Privatvermögen oder das Geld für die Altersvorsorge in Klimasünder investiert wird oder eben nicht. Und das obwohl das Interesse da ist: Nach einer Umfrage des Marktforschungsinstitutes GfK plant bereits jeder Dritte, nach ökologischen und sozialen Kriterien zu investieren. Es mangelt wohl einfach nur am Wissen über nachhaltige Geldanlagen. Bankberater weisen noch zu selten auf alternative Anlagemöglichkeiten hin, Institute informieren nur unzureichend über nachhaltige Produkte.

Wie Geld nachhaltig sein kann

Geld an sich ist weder nachhaltig noch nicht-nachhaltig. Nachhaltig wird es erst dann, wenn es entsprechend angelegt und investiert, bzw. nachhaltig verwendet wird. Grundsätzlich sollte klar sein, dass sowohl das Anlegen in konkrete Finanzprodukte, als auch die Anlage bei bestimmten Banken nachhaltig sein kann. Denn jede Bank arbeitet mit dem Geld ihrer Kunden und vergibt Möglichkeiten und Potenziale in bestimmten Wirtschaftsbereichen. Wer sich dafür entscheidet sein Geld einer nachhaltigen Bank anzuvertrauen unterstützt in der Regel umwelt- und sozialverträgliche Projekte. Ganz direkt lässt sich damit mitbestimmen, ob Banken das Geld ihrer Kunden also dazu nutzen, Kredite an Unternehmen zu vergeben, die beispielsweise Waffen herstellen oder lieber an regionale Unternehmen, die sich etwa auf den biologischen Gemüseanbau spezialisieren wollen. Reichte es vielen Kunden lange Zeit aus, die Arbeit der eigenen Bank einzig und allein an der Höhe der Zinserträge zu messen, steht das Interesse an den Verwandlungsmöglichkeiten des eigenen Kapitals immer mehr im Vordergrund. So veröffentlichen nachhaltige Banken in ihrer Transparenz mitunter sogar ihre Kredite (ausgenommen natürlich der Privatkredite).

Nachhaltige Geldanlagen wiederum – die „ethischsten“ unter allen Investments – sind direkte Anlagen, bei denen Anleger nicht nur die höchsten Renditen und besten Zinsen im Auge haben, sondern auch Wert darauf legen, dass der Ertrag nach bestimmten ethischen, ökologischen oder sozialen Kriterien dauerhaft stabil erwirtschaftet wird. Auf der roten Liste stehen damit natürlich beispielsweise Investments in fossile Brennstoffe. Kohlekraftwerke, Erdölförderung und Atomkraft schaden der Umwelt, verursachen hohe Folgekosten und unterliegen politischen Risiken – damit scheiden sie aus.

Stattdessen stehen etwa erneuerbare Energien im Fokus, die den Klimaschutz fördern und der Erderwärmung entgegenzuwirken versuchen. Erst die privaten Anleger machten die enorme Entwicklung der erneuerbaren Energien in den vergangenen 15 Jahren überhaupt erst möglich. Seit den 90ern investierten Privatanleger in Windkraftwerke, Solaranlagen und Biogasprojekte und finanzierten damit eine Branche, die in Deutschland inzwischen mehrere hunderttausend Arbeitsplätze

bietet. Das Kapital der Anleger floss beispielsweise über so genannte geschlossenen Fonds oder über Darlehen in die Kraftwerke und in den letzten Jahren häufig auch über Anleihen und Genussrechte.

Die sogenannte Brundtlandt-Kommission erarbeitete im Auftrag der Vereinten Nationen Kriterien für eine nachhaltige Wirtschafts-Entwicklung, aus denen schon im Jahr 1987 die Konsequenz gezogen wurde: „Die Menschheit ist einer nachhaltigen Entwicklung fähig – sie kann gewährleisten, dass die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt werden, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zur Befriedigung ihrer eigenen Bedürfnisse zu beeinträchtigen.“

Lohnen sich nachhaltige Geldanlagen?

Wenn das Motto ethisch motivierter Anleger also lautet, auf bewusst hohe Erträge zu verzichten, weil ihnen andere Ziele und die Art, wie das Geld verwendet wird, mindestens genauso wichtig sind, ist die Frage danach, ob sich nachhaltige Geldanlagen überhaupt lohnen, natürlich schwer zu beantworten. Je nachdem, wie wichtig einem nachhaltige Ziele sind, spielt der Gewinn mitunter gar nicht so eine große Rolle. Dennoch ist es natürlich sinnvoll, zu untersuchen, wie rentabel und sicher nachhaltige Geldanlagen sind.

Wertpapiere

Der Markt für ethische Fonds bietet inzwischen ein breit diversifiziertes Angebot an Investmentmöglichkeiten, in welchem im Grunde jeder Anlegetypus fündig werden sollte. Gerade jungen Leuten liegt das Thema Nachhaltigkeit oft sehr am Herzen, nicht zuletzt, da die Generation der potenziellen Nachkommen von Klimaerwärmung & Co. viel direkter betroffen ist, als noch die Elterngeneration. Dennoch schrecken viele etwa vor einer Kreditaufnahme, um die man für ein rentables nachhaltiges Investment oft nicht herumkommt, zurück und sind skeptisch. Denn auch wenn sich das benötigte Kapital hierfür mit einigen Tipps deutlich senken lässt, stellt sich gerade für diese junge Investorengruppe häufig die Frage, ob eine noch recht „neue“ Entwicklung genauso sicher ist, wie konventionellere Fonds. Und natürlich unterliegen nachhaltig-orientierte Ablagen den üblichen Marktrisiken. Selbst Totalverluste sind bei Unternehmensanleihen von nachhaltig wirtschaftenden Firmen nicht auszuschließen. – Um es kurz zu machen, lässt sich aber sagen: Der Zweifel an und die Skepsis gegenüber grüner Wertpapiere ist unberechtigt. Denn in einer Studie der Uni Kassel, verglichen Forscher nachhaltige und konventionelle Fonds derselben Emittenten in direkter Weise. Beim Vergleich des Rendite-Risiko-Verhältnisses von 35 Studien schnitten nachhaltige Fonds 14 Mal besser und nur sechs Mal schlechter ab.

Bankprodukte:

Bei Banken mit nachhaltigen Geldanlagen, wie etwa der GLS-Bank, Ökobank und Ethik-Bank, die Kundeneinlagen mit mindestens 100.000 Euro absichern, sieht es dagegen unprofitabler aus. Die GLS-Bank hat mit fast 213.000 Kundinnen und Kunden und mehr als 48.000 Mitgliedern (Stand: 31.12.2017) hat sich als Genossenschaft orientiert. Die Umweltbank AG dagegen ist eine Aktiengesellschaft. Und doch verbindet im Grunde alle nachhaltigen Banken eine Sache: Die Zinsen für Sparbriefe oder Tagesgelder liegen bei ihnen im Regelfall unter den vergleichbaren Konditionen konventioneller Banken. Die GLS-Bank verlangt sogar einen „GLS Beitrag“, der für die Sicherung der Garantie der Kernleistungen der Bank dient. Im Gegenzug erhalten Mitglieder 1-3% Dividende auf ihre Mitgliedsanteile. 

Der Umstieg auf nachhaltigere Geldanlagen

Bereits im Oktober 2017 haben wir darüber berichtet, dass Privatanleger trotz ihres Interesses an nachhaltigen Kapitalanlagen immer noch zögern. Dies mag zum einen an mangelnden Informationen liegen (welche inzwischen nun vorhanden sein sollten), vielleicht aber auch an den vermeintlichen Umständen, die ein Umstieg auf nachhaltigere Geldanlagen macht. Vermeintlich deshalb, weil der Umstieg eigentlich überhaupt nicht kompliziert ist.

Zum einen bieten nicht nur spezialisierte Banken, wie die erwähnte GLS-Bank oder die Umweltbank eigene Produkte aus dem Themenfeld. Auch traditionelle Bankhäuser und Sparkassen haben oft ethische Geldanlagen im Angebot – sei dies ein Sparbrief zum Thema erneuerbare Energien oder ein anderes Finanzprodukt zu einem aktuellen, nachhaltigen Thema. Spezialisierte Anlageberater, die sich um dieses Marktsegment kümmern, haben hierfür oft die passenden Ratschläge parat. Zum anderen sind auch Teilwechsel zu einer grünen Bank möglich. Wer beispielsweise über ein Wertpapierdepot verfügt, in welchem sich auch Aktien eines Waffenproduzenten befinden, kann auch dieses Depot mit zu einer grünen Bank nehmen. Allerdings werden die Bankberater einem aus Nachhaltigkeitsgründen dazu raten, diese Aktie aus dem Depot zu entfernen, weil sie natürlich nicht zum Konzept der Bank passt. Generell aber geht der Umstieg zu nachhaltigeren Geldanlagen ohne Probleme und unkompliziert vonstatten – die wenigen notwendigen Schritte sollten jedem, der Wert auf Nachhaltigkeit legt, aber sowieso nicht als Hürde vorkommen.

29.03.2018,

Bei Fragen und Anregungen zu diesem Artikel schreiben Sie uns gerne eine E-Mail an die redaktion@fondsdiscount.de oder rufen uns unter der Service-Nummer 030 2757764-00 an. Wir freuen uns auf Ihr Feedback.


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