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Schattendasein ist vorbei Nachhaltigkeitsfonds boomen

Solar Foto: © delectus / istockphoto.com

Immer mehr Anleger greifen zu sogenannten Nachhaltigkeitsfonds. Doch was steckt eigentlich hinter diesem Begriff und worauf sollte man achten?


Zahlreiche neue Fonds wurden von Investmentgesellschaften neu aufgelegt, mittlerweile ist allein in Deutschland ein mittlerer zweistelliger Milliardenbetrag in dieser Fondskategorie investiert. Sowohl die Anzahl der Fonds als auch das investierte Kapital hat sich damit im Laufe des vergangenen Jahres um deutlich mehr als 10 Prozent erhöht. Das Angebot wird dabei im Wesentlichen geprägt von Aktienfonds, während Mischfonds und reine Rentenfonds nur kleinere Anteile ausmachen. Der Erfolg der Anlagekategorie hat viele Gründe. Längst ist es dabei nicht nur das ökologische Gewissen, das Anleger zu Nachhaltigkeitsfonds greifen lässt. Dies würde auch bei den Fondskonzeptionen zu kurz greifen, die mittlerweile am Markt erhältlich ist. Anbieter solcher Investmentprodukte haben die Fonds aus der „Öko-Nische“ herausgeholt. Der mittlerweile große Wettbewerb in diesem Bereich zwingt die Anbieter dazu, ihre Fonds verstärkt auf Rendite zu trimmen.

Mit dem Wachstum verändert sich das Angebot
Doch mit der Veränderung des Marktes kommt es zu einem mittlerweile weit verbreiteten Missverständnis. Denn Nachhaltigkeitsfonds sind bei weitem nicht identisch mit Fonds, die in „Öko-Aktien“ zum Beispiel aus der Solar- und Windenergieindustrie investieren. Der Blick auf verschiedene Fondsangebote zeigt, dass der Begriff der Nachhaltigkeit von Fondsgesellschaft zu Fondsgesellschaft sehr unterschiedlich interpretiert wird. Die Regeln, in welche Bereiche investiert werden darf, sind oftmals sehr allgemein gehalten. Die Investmentmöglichkeiten der jeweiligen Fondsmanager gehen aus diesem Grund oft weit über das hinaus, was viele Anleger eigentlich mit „Nachhaltigkeit“ verbinden: Den Umweltschutz bzw. Geldanlage unter ethischen Aspekten.

Vorsicht vor „Mogelpackungen“
Ein Beispiel aus der Praxis zeigt diesen Nachteil bei der Transparenz der Angebote. So kann es passieren, dass Anleger einen nachhaltig investierenden Fonds kaufen und erst im Nachhinein merken, dass sich darin sogar Unternehmen befinden, die in der Atomenergie tätig sind. Kaum jemand wird damit jedoch rechnen, wenn er sich einen solchen Fonds zulegt. Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Ereignisse in Japan könnte dies in Zukunft zu Umbildungen in verschiedenen Fondsportfolios führen. Der Tipp für Anleger: Man sollte sich in jedem Fall im Vorfeld des Fondskaufs ausführlich über die Zusammensetzung des Fonds und die jeweiligen Investmentregeln für das Fondsmanagement informieren. So kann man bösen Überraschungen vorbeugen, auch wenn beispielsweise die Atomindustrie in den Nachhaltigkeitsfonds derzeit nur eine sehr geringe Gewichtung hat. Wer diesen Schritt hinter sich gebracht hat, für den eröffnet sich ein spannendes Feld der Geldanlage. Viele Wirtschaftsbereiche, die sich unter dem Stichwort „Nachhaltigkeit“ zusammen fassen lassen, wachsen dynamisch und sind in den Nachhaltigkeitsfonds sehr hoch gewichtet. Entsprechend positiv könnten sich die Aktienkurse von Vertretern der jeweiligen Branchen und damit auch der Fonds entwickeln. Ein Beispiel hierfür ist der internationale Vormarsch der regenerativen Energien, allen kurzfristigen Kursproblemen mancher europäischer Solar- und Windenergieaktien zum Trotz. Nach der Havarie des japanischen Atomkraftwerkes in Fukushima könnte es weltweit zu einem noch schnelleren Umbau der Energieerzeugung in Richtung regenerativer Energieträger kommen als bisher erwartet. Der Branche, die in vielen Nachhaltigkeitsfonds hoch gewichtet ist, dürfte dies zugute kommen.
29.11.2011,

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