Will man wissen, wie es um die Stimmung unter den Anlegern bestellt ist, lohnt sich ein Blick auf die wöchentliche Kapitalmarktumfrage der Investmentboutique Sentix. Die Behavioral-Finance-Experten sind darauf spezialisiert, wiederkehrende Muster im Anlegerverhalten zu identifizieren und den hieraus entstehenden "Sentiment Value" in Anlagestrategien zu nutzen. Die jüngste Datenerhebung jedenfalls zeigt: Das Vertrauen in Aktien lässt nach. Donald Trump als Treiber von Konjunkturerwartungen und Aktienkursen verliert an Wirkung, was zur erwarteten Kurskorrektur beitragen könnte.

„Unsere Indikatoren sprechen eine deutliche Sprache“, erläutert Patrick Hussy, verantwortlicher Geschäftsführer für das Asset Management bei sentix, die Ergebnisse. „Seit der Wahl Donald Trumps sind die Erwartungen durch die Decke gegangen. Wenn Erwartungen so hoch gesteckt sind, müssen dringend auch Taten folgen. Die Anleger werden zunehmend ungeduldig, die Erfolgsmeldungen fehlen. In den letzten Wochen hat sich der Rückgang im strategischen Bias, also der mittelfristigen Markterwartungen der Anleger, beschleunigt. Seit dem Hoch Ende September 2016 im Dax hat die Grundüberzeugung für deutsche Aktien um sagenhafte 44 Prozentpunkte abgenommen. Das Risiko einer Kurskorrektur im Dax ist damit gestiegen.“ Kurzfristig könnten im deutschen Börsenbarometer Rückschläge um fünf bis zehn Prozent drohen.

Die Erkenntnisse aus der Börsenpsychologie werden bei Sentix in eigenen Investmentprodukten umgesetzt. Gemäß den aktuellen Erwartungshaltungen der Umfrageteilnehmer wurde die Aktienquote nun reduziert. „Wir treten auf die Bremse, reduzieren Risiken und haben unseren Investitionsgrad deutlich gesenkt, weil wir über die sentix-Indikatoren zunehmend Warnsignale über das Anlegerverhalten angezeigt bekommen. Als echte Contrarians würden wir erst wieder einsteigen und den Investitionsgrad in unseren Produkten“, beschreibt Hussy die Investmentstrategie.

Im 2013 aufgelegten sentix Fonds Aktien Deutschland (ISIN: DE000A1J9BC9) ist daher derzeit eine Untergewichtung angesagt. Anfang April lag der Investitionsgrad des Fonds bei 85 Prozent. Zum Vergleich: Im Spätherbst 2016 war sentix noch mit 120 Prozent auf der Bullenseite unterwegs. Die Steuerung der Investitionsquote, die konzeptbedingt zwischen 80 Prozent und 120 Prozent schwanken kann, erfolgt kostengünstig und flexibel über Dax-Optionen und Dax-Futures. Der Fonds zeichnet sich durch eine hohe Korrelation zum Dax und geringe Kosten aus, ist im Gegensatz zu ETFs jedoch aktiv gemanagt. Seit Jahresbeginn erwirtschaftete der Fonds ein Plus von 5,49 Prozent (Stand: 12.04.2017, Quelle: FWW).

Bei Flossbach wurde die Aktienquote ebenfalls gesenkt
Dass die Börsen nicht kontinuierlich nach oben laufen, sondern nach dem langen Anstieg nun wieder eine Korrektur folgen könnte, sieht man auch beim Kölner Vermögensverwalter Flossbach von Storch. Wurde der Aktienanteil im Publikumsliebling Flossbach von Stoch Multiple Opportunities (ISIN: LU0323578657) im Oktober vergangenen Jahres noch erhöht, sank die Investitionsquote seit Jahresanfang von 68 auf aktuell rund 58 Prozent. Die Cash-Quote stieg dagegen seit Anfang 2017 um zehn Prozentpunkte auf derzeit 24 Prozent.

Trotz dieser Vorsichtsmaßnahme zeigt sich Fondsmanager Bert Flossbach dennoch grundsätzlich positiv für Aktien gestimmt. Die Papiere seien trotz gestiegener Kurse im Vergleich zu anderen Anlageformen immer noch attraktiv bewertet. Aktien erstklassiger Unternehmen seien für den langfristigen Vermögensaufbau weiterhin unverzichtbar. Seine aktuelle Strategie jedenfalls zeigt Wirkung: Seit Jahresanfang konnte der Flossbach von Storch Multiple Opportunities eine Wertsteigerung von 4,00 Prozent verbuchen (Stand: 12.04.2017, Quelle: FWW).

Auch Börsenprofi Dirk Müller erwartete nach der Hausse eine Korrekturphase. Die Absicherung in seinem Dirk-Müller-Premium-Aktien Fonds (ISIN: DE000A111ZF1) ist entsprechend hoch, wie Müller im Video-Interview erklärt.

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