Service-Telefon täglich von 8 bis 22 Uhr:   030 2757764-00

Suche: WKN/ISIN, Beteiligungen, Gesellschaften

Finanzwissen Was ist ein „Soft Closing“?

Soft Closing - das bedeutet die Schließung eines Fonds Foto: © / Friedberg / FotoliaBei zu hohen Mittelzuflüssen können Fonds für Neuanleger geschlossen werden

Eigentlich freuen sich Fondsgesellschaften über hohe Mittelzuflüsse. Werden einzelne Fonds allerdings zu beliebt, kann dies den Anlageerfolg gefährden. In solchen Fällen wird ein sogenanntes Soft Closing verhängt. Wir erklären, was dies bedeutet.


Der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen als gefragter Klassiker, der sehr beliebte Mischfonds Nordea Stable Return Fonds, der Acatis ELM Konzept oder jüngst der ÖkWorld ÖkoVision Garant 20 – alle diese Fonds haben eins gemeinsam: Neue Anleger können bis auf Weiteres keine Fondsanteile mehr erwerben. Hintergrund ist jeweils ein sogenanntes Soft Closing, auch als Soft Closure oder Soft Close bezeichnet.

Ziel dieser von der Fondsgesellschaft beschlossenen Maßnahme ist es, die Mittelzuflüsse zu begrenzen. Denn ein steigendes Fondsvolumen kann der Anlagestrategie zuwiderlaufen. Insbesondere wenn das Anlageuniversum des Fondsmanagers eher eng gefasst ist, kann es passieren, dass die zufließenden Mittel nicht entsprechend der Anlagepolitik investiert werden können und schließlich die Performance darunter leidet. Grundsätzlich sollten die verwalteten Vermögenswerte zügig, flexibel und ohne Einfluss auf die Preisbildung am Aktienmarkt erworben oder verkauft werden können. Ist das Fondsvolumen jedoch sehr hoch, kann etwa eine in größeren Stückzahlen gehaltene Aktie nicht mehr veräußert werden, ohne dass dies den Kurs negativ beeinflusst. Ist die Kapazitätsgrenze eines Fonds aus Sicht der Fondsgesellschaft erreicht, wird die Anteilsausgabe daher begrenzt.

Bei einem Soft Closing wird der Fonds allerdings nicht komplett geschlossen – die komplette Einstellung der Anteilsausgabe bezeichnet man als Hard Closing. Stattdessen können Anleger, die den Fonds bereits im Depot haben, bei einem Soft Closing üblicherweise weitere Anteile hinzukaufen, in Einzelfällen ist die Summe hierbei allerdings limitiert. So dürfen Bestandskunden zum Beispiel beim eingangs genannten Nordea 1 Stable Return Fonds (ISIN: LU0255639139) Fondsanteile für maximal eine Million Euro am Tag erwerben. Nur für Neukunden ist ein Kauf nicht mehr möglich, es werden keine Kaufaufträge mehr angenommen. Diese Sperre gilt solange, bis der Soft Close wieder aufgehoben wird. Sparpläne laufen bei einem Soft Closing in der Regel unbeeinflusst weiter, denn diese Mittelzuflüsse sind für die Gesellschaften kalkulierbar. Auch Verkäufe sind weiterhin möglich, Anleger müssen also nicht befürchten, dass sie nicht mehr an ihr Geld kommen.

Die rechtliche Grundlage für deutsche Publikumsfonds bildet der „Nicht-Kontrahierungszwang“. Eine Fondsgesellschaft ist hiernach nicht dazu verpflichtet, Fondsanteile jederzeit und an jeden Interessierten unbegrenzt auszugeben. Die Ausgestaltung ist jedoch unterschiedlich, eine bindende Definition für ein Soft Closing gibt es nicht.

Tipp: Ihr Wunschfonds ist für Neuanleger derzeit gesperrt? Schreiben Sie uns eine kurze Nachricht, wir informieren Sie gerne, wenn das Soft Closing wieder aufgehoben ist.
05.12.2016,

Bei Fragen und Anregungen zu diesem Artikel schreiben Sie uns gerne eine E-Mail an die redaktion@fondsdiscount.de oder rufen uns unter der Service-Nummer 030 2757764-00 an. Wir freuen uns auf Ihr Feedback.

Produkte zu diesem Thema

Nordea-1 Stable Return Fund AP-EUR von Nordea Investment Funds S.A.
ACATIS Champions Select - Acatis ELM Konzept von Wallberg Invest S.A.
ÖkoWorld2 ÖkoVision Garant 20 C von ÖkoWorld Lux S.A.
Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen T von AXXION S.A.

Alle Anlagen an Wertpapierbörsen sind mit Risiken verbunden:

  • Die Wertentwicklung eines Fonds wird maßgeblich von der Wertentwicklung der Anlagewerte bestimmt. Daraus ergibt sich das Risiko von finanziellen Verlusten wenn sich Marktpreise von bestimmten Werten ändern.
  • Das Risiko des Fondsmanagements besteht darin, dass der Fondsmanager Entscheidungen trifft, die eventuell nicht den Zielvorstellungen der Anleger entsprechen, oder die dazu führen, dass sich der Fonds negativ entwickelt.
  • Von den angelegten Beträgen gehen Kosten für die Fondsverwaltung usw. ab. Das kann dazu führen, dass sich Fonds im Vergleich zur direkten Anlage, z.B. in Aktien, nicht proportional entwickeln.
  • Wertentwicklungen der Vergangenheit sind keine Garantie für zukünftige Erträge. Wer Ranglisten und Statistiken als Entscheidungsgrundlage für eine bestimmte Fondsanlage nutzen will, sollte auf die Voraussetzungen achten, unter denen derartige Rang- und Bestenlisten erstellt wurden.
  • Je nach Fondsart, Ausrichtung und Fondskonstruktion ergeben sich spezielle Risiken für den Anleger, z.B. Verluste durch Währungsschwankungen. Weitere Details entnehmen Sie bitte dem Verkaufsprospekt.

Ähnliche Artikel finden

» » » Finanzwissen - Was ist ein „Soft Closing“?

Suchbegriffe, die Leser mit diesem Thema verbinden


Mehr aus dem Bereich Investmentfonds

Diversifizieren mit Renditekick Diversifizieren mit Renditekick - Wallrich Wolf Prämienstrategie kassiert Stillhalter-Prämien Risiko breiter streuen: Die Wallrich Wolf Prämienstrategie eignet sich für Anleger, die ihr bestehendes Depot um eine weitere Strategie ergänzen wollen. Zum Beispiel durch die Kombination eines mehr...

Depotauswertung Depotauswertung - So investieren die FondsDISCOUNT.de-Kunden Aktienfonds, Rentenfonds oder Mischfonds – auf welche Anlagemöglichkeiten setzen die rund 17.000 FondsDISCOUNT.de-Kunden? Wir haben die Depotbestände ausgewertet und zeigen Ihnen außerdem mehr...

Angst, Gier, Optimismus Angst, Gier, Optimismus - Es menschelt an der Börse Allen technischen, automatisierten Handelssystemen zum Trotz: Anleger folgen immer auch ihren Emotionen, wenn es um Investmententscheidungen geht. Beim niederländischen Asset Manager NNIP setzt man daher mehr...

Unser Newsletter

... informiert Sie über aktuelle Kapitalanlagen & Marktentwicklungen
social media