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Anlagebarometer Alternativen zum Sparbuch gefragt

Anlagebarometer Foto: © / Oscar Espinosa / Fotolia.com

Deutsche Anleger erwarten in den kommenden sechs Monaten keine Trendwende im Zinsbereich. Statt dem Sparbuch gewinnen stattdessen Aktien und Fonds an Attraktivität, so eines der Ergebnisse des Anlagebarometers von Union Investment.


Niedrige Zinsen und keine Ende – so die Meinung deutscher Anleger. Wie eine aktuelle Umfrage von Union Investment ergab, rechnet die Mehrheit der Befragten (61 Prozent) mit gleichbleibend niedrigen Zinsen. Im Vorquartal waren es knapp zwei Drittel (64 Prozent). 21 Prozent gehen sogar von weiter fallenden Zinsen aus. Das sind drei Prozentpunkte mehr gegenüber der letzten Erhebung. Vor diesem Hintergrund ist es kaum verwunderlich, dass zinsbasierte Anlageformen an Attraktivität verlieren, insbesondere das klassische Sparbuch. Hielt im letzten Quartal noch fast jeder dritte Anleger (29 Prozent) das Sparbuch für eine gute Geldanlage, ist es derzeit nur noch jeder Fünfte (19 Prozent). Das sei der niedrigste Wert seit Beginn der Fragestellung im ersten Quartal 2010, teilt Union Investment mit. Auch Tagesgeld, Festgeld, Kapitallebensversicherung und festverzinsliche Wertpapiere büßen laut Anlagebarometer an Attraktivität ein. Nur Aktien und Investmentfonds wurden zum zweiten Mal in Folge attraktiver beurteilt: Während Aktien von 30 Prozent im zweiten Quartal 2014 auf aktuell 33 Prozent stiegen, legten Investmentfonds im gleichen Zeitraum um acht Prozentpunkte auf 31 Prozent zu. „Das anhaltend niedrige Zinsniveau und ein Mangel an rentierlichen Anlagealternativen wecken nach und nach das Interesse der Anleger für Aktien und Investmentfonds“, kommentiert Giovanni Gay, Geschäftsführer bei Union Investment, das Umfrageergebnis.

Auswirkungen der Minizinsen unterschätzt
Doch die Abkehr von klassischen Sparformen hin zu Aktien und Investmentfonds erfolge erst schrittweise – viele Anleger hätten die Konsequenzen des Niedrigzinsumfelds offensichtlich noch nicht richtig realisiert. So glauben lediglich 36 Prozent der Befragten, dass die niedrigen Zinsen negative Auswirkungen auf sie persönlich hätten. 34 Prozent versprechen sich sogar einen Vorteil davon – etwa wenn sie ein Darlehen aufnehmen. Ein weiteres Drittel erwartet laut Umfrage weder positive noch negative Effekte. „Das Ergebnis zeigt, dass das Problem Minizinsen und seine Auswirkungen immer noch nicht überall angekommen ist“, erklärt der für das Privatkundengeschäft zuständige Geschäftsführer von Union Investment. Aus diesem Grund wird der Handlungsbedarf oft nicht gesehen: Nur 30 Prozent der Anleger nehmen das aktuell niedrige Zinsniveau zum Anlass, ihre Geldanlagen zu überdenken. Nur 27 Prozent haben schon einmal in Erwägung gezogen, monatlich einen festen Betrag in Investmentfonds anzulegen. Gleichzeitig erwartet knapp jeder Zweite steigende Aktienkurse im ersten Halbjahr 2015. Für Anleger, die auf dem jetzigen Kursniveau einsteigen und gleichzeitig Kursrückschläge meiden wollen, empfiehlt Gay sogenannte Multi Asset-Lösungen. „Mit ihnen haben Sparer die Möglichkeit, an steigenden Aktienmärkten zu partizipieren und gleichzeitig das Risiko durch die Investition in möglichst viele Anlageklassen zu minimieren.“ Für das Anlagebarometer ermittelt das Marktforschungsinstitut Forsa seit 2001 im Auftrag von Union Investment quartalsweise das Anlegerverhalten. Befragt werden 500 Finanzentscheider in privaten Haushalten im Alter von 20 bis 59 Jahren, die mindestens eine Geldanlage besitzen.

Rechenbeispiel: Fondsverband BVI rät zu Fondssparplänen
Dass sich Investmentfonds – zum Beispiel als Sparplan – als Alternative richtig lohnen können, zeigt folgendes Rechenbeispiel des Fondsverbands BVI: Demnach führen eine Sparrate von 100 Euro monatlich und eine Wertentwicklung von zwei Prozent jährlich bei einem Fondssparplan inklusive Ausgabeaufschlag nach 30 Jahren zu einer Summe von rund 47.000 Euro, 11.000 Euro davon sind allein der Wertzuwachs. Bereits bei sechs Prozent Wertentwicklung erhöhe sich dieser Zuwachs im gleichen Zeitraum auf 57.000 Euro – also auf das Fünffache. Fließe die Rate von 100 Euro monatlich dagegen auf ein unverzinstes Konto, summieren sich die Einzahlungen nach 30 Jahren lediglich auf 36.000 Euro vor Kosten, rechnet der Verband vor.
22.12.2014,

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