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Investments made in Singapore

Eurokrise? Zukunft der EU? Was uns hierzulande tagtäglich beschäftigt, sind für Fondsmanager in Singapur zwar interessante, aber keine alles-entscheidende Fragegestellungen, so Pruksa Iamthongthong, Investment Managerin bei Aberdeen Asset Management.


Von Singapur aus steuern die Investmentspezialisten die Titelauswahl für die insgesamt 172 asiatischen Aktienfonds. Sebastian Höft, Vorstand der w:o capital AG, sprach mit der jungen Investment Managerin über ihre persönlichen Top-Fonds und die spezielle Herangehensweise bei der Auswahl interessanter Unternehmen.

Frau Iamthongthong, wie lange sind Sie schon im asiatischen Aktienteam und wie würden Sie die für Aberdeen typische Arbeitsweise beschreiben?
Pruksa Iamthongthong: Ich arbeite seit etwa fünf Jahren für Aberdeen und habe in dieser Zeit die besondere Herangehensweise – sowohl was die Zusammenarbeit, als auch was die Aktienauswahl betrifft – sehr schätzen gelernt. Kennzeichnend für Aberdeen ist die starke Betonung der Teamarbeit. Bei uns finden Sie keine einzelnen, stilisierten „Star-Manager“, wir treffen alle Entscheidungen gemeinsam, unser Rotationsprinzip bindet alle Teammitglieder gleichermaßen in die Analyse und Entscheidungsfindung ein. Das heißt: Wenn ich ein interessantes Unternehmen im Auge habe und mit ins Portfolio aufnehmen möchte, muss ich meine Kollegen von der Tragfähigkeit meines Vorschlags überzeugen – ich muss also gute Argumente sammeln, die jeweilige Performance genau analysieren und auch auf kritische Einwände gefasst sein. Diese Sorgfalt in der Vorbereitung und der Diskussion macht sich natürlich in der hohen Qualität unserer Investmententscheidungen bemerkbar. Ich persönlich schätze diese enge Zusammenarbeit sehr, sie trägt auch dazu bei, dass man ständig neu dazu lernt.

Um von Ihnen ins Portfolio aufgenommen zu werden, muss ein Unternehmen strenge Prüfkriterien bestehen. Wie läuft dieser Auswahlprozess ab – halten Sie zu allen in Frage kommenden Unternehmen direkten Kontakt?
Jedes in Frage kommende Unternehmen analysieren wir hinsichtlich Geschäftsausrichtung, Management, finanzieller Situation, Transparenz und Aktionärsstruktur. Hierzu ziehen wir einerseits harte, messbare Daten und Faktoren heran, zum anderen sind aber tatsächlich die direkten, persönlichen Kontakte zu den Vorständen unverzichtbar für unsere Auswahl. Wir sind in der Region sehr dicht vernetzt und besuchen die Unternehmen mindestens einmal im Jahr. Dabei machen wir uns ein persönliches Bild, nicht nur von der Geschäftslage, sondern auch vom Unternehmen insgesamt: Gibt es personelle Änderungen, welche Entscheidungen stehen an, wie verlässlich ist das Management? Wir investieren nur in Unternehmen, die wir gut kennen und einschätzen können. Koreanische Unternehmen mit ihren oftmals reichlich komplexen Share-Holder-Strukturen oder die beispielsweise für China typischen vielversprechenden, aber nur schwer einschätzbaren Start-ups sind für uns weniger interessant.

Der asiatisch-pazifische Raum umfasst Staaten wie Australien und Neuseeland, aber auch China, Bangladesch und Pakistan – ist also äußerst heterogen, was Wirtschaftsdaten und Währungen betrifft. Von welchen Regionen gehen derzeit die stärksten Impulse aus?
Mit zu den einflussreichsten Staaten zählt für mich ganz klar Singapur! Die dortige Volkswirtschaft hat eine rasante Entwicklung vollzogen, vom einstigen Schwellenland hin zu einer modernen, wachstumsorientierten Dienstleistungsgesellschaft. Die Unternehmen in Singapur sind stabil aufgestellt, werden gut gemanagt und viele expandieren mittlerweile in angrenzende Regionen. Dieser Erfolg und die attraktiven wirtschaftlichen Rahmenbedingungen machen Singapur natürlich auch für ausländische Investoren interessant. Wenn man nun den Fokus auf die einflussreichsten Währungen legt, würde ich dem Renminbi großes Potenzial zusprechen. Der Renminbi müsste aber stärker „internationalisiert“ werden, wenn er mit dem US-Dollar konkurrieren soll. Dazu müssten u.a. die restriktiven Kapitalflusskontrollen gelockert werden. Die chinesische Regierung bewegt sich offenbar in diese Richtung, und es wird spannend sein zu verfolgen, ob der Renminbi nun das Zeug zu einer Leitwährung hat.

Sie sind Stockpicker, wählen also nur die besten Unternehmen aus. Welche asiatisch-pazifische Unternehmen bzw. Branchen sind denn nach Ihrer Einschätzung besonders interessant?
Abgesehen von den Aberdeen Fonds würde ich thailändische Immobilien im Blick behalten. Ich sehe im Immobilienmarkt in Thailand enormes Potenzial… Aber bezogen auf Ihre Frage: Das ist richtig, wir wollen nur Top-Unternehmen im Portfolio, die Branchen oder Regionen sind für uns zweitrangig. Dennoch vollziehen sich derzeit interessante Entwicklungen. Ehemals rein exportorientierte Länder wie beispielsweise China, aber auch Singapur als neue Handels- und Finanzmetropole oder eben Thailand konzentrieren sich verstärkt auf ihre Binnenmärkte. Denn die Bevölkerungsgruppen, die konsumieren wollen und sich dies auch leisten können, wachsen stetig. Mit anderen Worten: Der gesamte Konsumsektor wird in diesen Regionen weiter an Bedeutung gewinnen. Unternehmen, die in dieser Branche agieren, schauen wir uns also derzeit genauer an.

Mit einem Aktienfonds verfolgt man in der Regel einen Growth-Ansatz – ein höheres Risiko wird zugunsten eines höheren Renditepotenzials in Kauf genommen. Richten Sie sich mit Ihren Fonds also vorwiegend an den risikofreudigen Anleger?
Nein, eben nicht! Ich würde sogar sagen, wir sprechen eher die – im besten Sinne – „langweiligen“ Kapitalanleger an. Wir schichten nicht bei jedem kurzfristig aufkommenden Trend unsere Portfolios um, wir setzen auf Beständigkeit. Dieser langfristige Ansatz sorgt für eine insgesamt eher defensive Ausrichtung unserer Fonds.

Sie sind in Thailand geboren und arbeiten im „neuen“ Finanzzentrum Singapur. Nimmt man dort die Eurozone tatsächlich schon als einheitliche, stabile Wirtschafts- und Währungsunion wahr oder gleicht die EU für Sie eher noch einem Flickenteppich?
Die Nachrichten aus Europa verfolgen wir natürlich mit Interesse. In Anbetracht der schwachen Wirtschaftslage und den teilweise bedenklichen Staatsfinanzen vieler EU-Mitglieder, stellt sich die Problemlage sehr komplex dar. Ich denke aber, dass Europa insgesamt auf einem guten Weg ist. Für unser Tagesgeschäft spielen diese Meldungen aber keine alles-entscheidende Rolle. Wir konzentrieren uns auf den asiatisch-pazifischen Raum, der in wirtschaftlicher, kultureller und politischer Hinsicht noch wesentlich diversifizierter als die Eurozone ist. Doch letztendlich liegt mein Interesse in der Auswahl erfolgreicher, gut geführter Unternehmen – ob diese klein oder groß, in diesem oder jenem Land ansässig sind, spielt in unseren Fonds nicht die Hauptrolle.

Abschließend würde uns natürlich noch interessieren, was Ihre Favoriten im Fondsbereich sind. Mögen Sie uns verraten, wo Sie selbst investiert sind?
Meine persönliche Lieblingsaktie? Samsung Electronics! Derzeit mit 4,1 Prozent übrigens die mit am stärksten gewichtete Aktie in unserem Aberdeen Global Asia Pacific Fund. Überzeugend finde ich den recht günstigen Kaufpreis und das im Gegenzug sehr gut aufgestellte Unternehmen, das dahinter steht. Samsung ist was Technik und Design angeht, weiter auf dem Weg nach oben und investiert an den richtigen Stellen. Mein privater Top-Fonds ist der Aberdeen Asian Smaller Companies Fund. Dieser hält ausschließlich Qualitätsaktien und bietet meiner Meinung nach gerade für jüngere Anleger mit etwas größerem Appetit auf Risiko interessante Renditepotenziale.

Vielen Dank für das Gespräch!

Mit rund 232 Milliarden Euro verwaltetem Vermögen zählt Aberdeen Asset Management zu den führenden Fondsgesellschaften weltweit. Die 1983 gegründete Investmentgesellschaft konzentriert sich auf die Anlageklassen Aktien, Renten und Immobilien.
30.11.2012,

Bei Fragen und Anregungen zu diesem Artikel schreiben Sie uns gerne eine E-Mail an die redaktion@fondsdiscount.de oder rufen uns unter der Service-Nummer 030 2757764-00 an. Wir freuen uns auf Ihr Feedback.

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