Die Kurse von langlaufenden Staatsanleihen in Europa sind in der jüngsten Vergangenheit so stark gefallen wie seit einem Jahrzehnt nicht. Damit stieg auch die Rendite wieder an – für zehn-jährige Bundesanleihen etwa kletterte sie innerhalb kurzer Zeit von 0,05 Prozent auf rund 0,75 Prozent. Ist die große Zinswende damit eingeläutet? Folgt man der Meinung von Marktexperten, ist das eher unwahrscheinlich. Vielmehr handele es sich um eine leichte Normalisierung, nachdem die Renditen auf ein absurd niedriges Niveau gefallen waren. Die jüngsten Kursverluste seien auf mehrere Faktoren zurückzuführen, wie Michael Mewes, Leiter des Anleiheteams bei J.P. Morgan Asset Management in Frankfurt, erklärt. Neben einer verbesserten Eurozonen-Konjunktur und der daraus folgenden Neubewertung der hiesigen Inflationsrisiken fehle es schlicht an natürlichen Käufern von Staatsanleihen – kein Wunder bei einer Rendite, die immer noch bei nahezu null Prozent liegt.

Weil auch die Volkswirte nicht in die Zukunft schauen können und die Schwankungen an den Anleihemärkten voraussichtlich noch einige Zeit anhalten werden, ist es umso wichtiger, das Geld breit zu streuen: „Mit taktischen Allokationen lässt sich flexibel auf Marktveränderungen reagieren und aktives Management ermöglicht es, das Zinsänderungsrisiken für Anleger zu senken“, unterstreicht Michael Mewes. Diesen Rat haben sich auch unsere Kunden zu Herzen genommen und im Mai verstärkt in europäische Rentenfonds mit gemischten Emittenten und Laufzeiten investiert. Der Vorteil solcher Fonds: Sie legen den einen Teil des Fondsvermögens in Staatsanleihen an, die in der Regel zwar eine vergleichsweise niedrige Rendite erzielen, aber dafür für Stabilität im Portfolio sorgen. Mit dem anderen Teil kaufen sie chancenreichere Unternehmensanleihen. Hier können die Ausfallrisiken zwar größer sein, es sind aber auch weit höhere Renditen möglich.

Auf einen Mix aus bonitätsstarken und chancenreichen Emittenten setzt beispielsweise der VPV-Rent von Pioneer Investments (WKN: 847244). Der Fonds war der Top-Aufsteiger im Mai. Ein weiterer breit gestreuter Europa-Rentenfonds, der bei unseren Kunden stark gefragt war, ist der FT EuroZins (WKN: 847801). Der Fonds investiert in verzinsliche Wertpapiere mit mittleren und längeren Laufzeiten, die auf Euro lauten. Dabei legt das Management besonderen Wert auf ein gute bis sehr gute Bonität der Aussteller. Ziel der Anlagepolitik ist es, eine angemessene Wertentwicklung bei begrenztem Risiko zu erwirtschaften. Doch nicht für alle Kunden von FondsDISCOUNT.de war die Sicherheit im Mai entscheidend. Einige setzten auch gezielt auf chancenreichere Anleihenfonds. So gehörte auch der Allianz Euro High Yield Bond (WKN: A0X78X) zu den Top-Aufsteigern des Monats. Der Fonds investiert zum weit überwiegenden Teil in hochverzinsliche Anleihen mit einer Bonität unterhalb von „BBB“. Das Ausfallrisiko ist hier erhöht – doch wer dies in Kauf nimmt, kann von beachtlichen Renditen profitieren.

Die Aufsteigerfonds im Mai

FondsKategorie
Allianz Euro High Yield Bond A € (WKN: A0X78X)Rentenfonds EUR / Unternehmen / Hochzins
AXA IM FIIS US Sh Dura HY (WKN: A0MP9C)Rentenfonds EUR / Unternehmen / Hochzins
FT EuroCorporates (WKN: 805809)Rentenfonds EUR / Unternehmen
FT EuroZins (WKN: 847801)Rentenfonds EUR / EUR hedged
Vontobel Abs Return Bond EUR A (WKN: 926237)Absolute Return / rentenorientierte Strategien
VPV-Rent Pioneer Investments (WKN: 847244)Rentenfonds EUR / EUR hedged
Quelle: w:o capital AG, 21.05.2015