„Die gleichen Geldanlagen wie bei Banken und Sparkassen - nur zu deutlich besseren Konditionen, denn über FondsDISCOUNT.de entscheiden Sie selbst, ganz ohne Beratung.“

Service-Telefon täglich von 9 bis 21 Uhr:   030 2757764-00

Suche: WKN/ISIN, Beteiligungen, Gesellschaften

USA und EU Banken sollen neue Russland-Anleihe nicht kaufen

USA und EU Foto: © / 3dsculptor / fotoliaSteuert Russland wirtschaftlich auf eine Katastrophe zu?

Schlechte Nachrichten für Russlands Finanzmarkt: Brüssel rät europäischen Banken und Fonds davon ab, eine neue russische Staatsanleihen zu kaufen. Die EU und die USA befürchten, der Kreml könnte auf diese Weise die Sanktionen umgehen.


Nach der Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim im Jahr 2014 haben die USA und Europa scharfe Sanktionen gegen Russland verhängt. Der internationale Handel von Gütern wurde eingeschränkt, ebenso dürfen US-amerikanische und europäische Unternehmen keine Geldgeschäfte mehr mit Russland abschließen. Der Kreml versucht diese letztgenannte Sanktion nun mit der Emission einer neuen zehn Jahre laufenden Staatsanleihe zu umgehen. Das Wertpapier soll gezielt bei europäischen Kreditinstituten Abnehmer finden.

Brüssel hat die europäischen Banken nun dazu aufgefordert, von dem Kauf der neuen Anleihe abzusehen. Diese Aufforderung lässt bei den Finanzmarktakteuren neue Zweifel an der Überlebensfähigkeit der neuen Russland-Bonds aufkommen, berichtet die Financial Times. Sollten die Banken diesem Aufruf aus Brüssel folgen, könnte der Westen Russland damit den Zugang zum internationalen Finanzmarkt weiter versperren – ein gewaltiger finanzieller und politischer Schlag gegen Russland.

Die Sanktionen auf Geldgeschäfte mit Russland richten sich in erster Linie gegen Unternehmen, nicht jedoch gegen den Staat. Das macht die Aufforderung der EU an die im gemeinsamen Währungsraum ansässigen Banken nicht bindend. Russland könnte also mit der Emission der Anleihe auch Erfolg haben, wenn sich die Banken der Aufforderung Brüssels widersetzen. Europas Banken halten sich bislang zurück. Die Deutsche Bank, HSBC, Credit Suisse, BNP Paribas und Barclays haben sich noch nicht zur Aufforderung aus Brüssel geäußert.

Die EU-Behörden warnen ihre Kreditinstitute jedoch vor den Risiken: Die neue Anleihe könne den Zweck erfüllen, die Sanktionen zu umgehen und der staatlichen russischen Entwicklungsbank VEB neue Finanzmittel zukommen zu lassen. Die VEB muss Verbindlichkeiten in Höhe von einer Billion Rubel erfüllen – davon sind allein in diesem Jahr 200 Milliarden Rubel für europäische Anleihen fällig.

Wann kommt Russland in Schwierigkeiten?
Russland befindet sich bereits in einer tiefen Rezession, die durch mehrere Faktoren ausgelöst wurde. Einerseits schaden die Sanktionen des Westens den russischen Exportunternehmen. Der niedrige Ölpreis gilt aber als Hauptgrund für den Abschwung in Russland – einem der größten Öl-Exporteure der Welt. Der Rückgang der Exporte lässt auch wichtige Investitionen ausfallen. Die Löhne sinken, der Binnenkonsum ist rückläufig. Der Rubel hat im vergangenen Jahr extrem abgewertet. Damit kann der Kreml zwar die die niedrigen Ölpreise ausgleichen. Nachhaltig ist diese Entwicklung jedoch nicht.

Im Gegenteil: Russland führt derzeit zwei Kriege in der Ostukraine und in Syrien. Beides belastet die Staatsausgaben. Präsident Wladimir Putin gab am Montag zwar bekannt, einen Großteil der russischen Truppen aus den Kampfgebieten in Syrien abziehen zu wollen. In wie weit er dieser Ankündigung jedoch Folge leisten wird, bleibt abzuwarten.

Schon jetzt gelten Investitionen in Russland als spekulative Anlagen. Die US-Ratingagentur Moody’s prüft derzeit sogar eine weitere Abstufung, was das Land weiter schwächen und die neue Staatsanleihe zu einem hochspekulativen Investment machen würde. All diese Faktoren werfen die Frage auf, wie lange Russland in diesem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld noch bestehen kann.

Der Rückzug der Soldaten aus Syrien ist ein sowohl finanzieller als auch geopolitischer Schachzug des Kreml und stärkt den Standpunkt der Verhandlungen mit den USA über das weitere Vorgehen im Nahen Osten. In der Ostukraine zeigt sich Russland jedoch weiterhin stur. Daher werden die Sanktionen des Westens wohl mittelfristig nicht abgeschwächt oder aufgehoben. Für Russlands Wirtschaft, für den Finanzmarkt und die Unternehmen, werden die schwierigen Zeiten wohl noch eine Weile anhalten.

Investmentfonds, die in Aktien russischer Unternehmen investieren, befinden sich in Wartestellung. Große Wertsteigerungen sind in so einem Umfeld nur schwer möglich (siehe Chartbild). Vor der Annexion der Krim sah das noch ganz anders aus. Russland galt als einer der am schnellsten wachsenden Wirtschaftsräume der Welt. Mit einem Anstieg des Ölpreises könnte sich auch der Rubel schnell wieder erholen. Mit einer Aufhebung der Sanktionen könnten auch die Staatsanleihen wieder Investmentgrade-Status bekommen.

Wann das Land allerdings wieder zu diesem Potenzial zurückfindet, liegt allein im Ermessen der politischen Führung.


15.03.2016,

Bei Fragen und Anregungen zu diesem Artikel schreiben Sie uns gerne eine E-Mail an die redaktion@fondsdiscount.de oder rufen uns unter der Service-Nummer 030 2757764-00 an. Wir freuen uns auf Ihr Feedback.

Produkte zu diesem Thema

DWS Russia von Deutsche Asset Management S.A.
JPM Russia A (acc) - USD von J.P. Morgan Asset Management
LYXOR UCITS ETF Russia (Dow Jones Russia GDR) C von Lyxor International Asset Management
Parvest Equity Russia C von BNP Paribas Investment Partners Luxembourg

Alle Anlagen an Wertpapierbörsen sind mit Risiken verbunden:

  • Die Wertentwicklung eines Fonds wird maßgeblich von der Wertentwicklung der Anlagewerte bestimmt. Daraus ergibt sich das Risiko von finanziellen Verlusten wenn sich Marktpreise von bestimmten Werten ändern.
  • Das Risiko des Fondsmanagements besteht darin, dass der Fondsmanager Entscheidungen trifft, die eventuell nicht den Zielvorstellungen der Anleger entsprechen, oder die dazu führen, dass sich der Fonds negativ entwickelt.
  • Von den angelegten Beträgen gehen Kosten für die Fondsverwaltung usw. ab. Das kann dazu führen, dass sich Fonds im Vergleich zur direkten Anlage, z.B. in Aktien, nicht proportional entwickeln.
  • Wertentwicklungen der Vergangenheit sind keine Garantie für zukünftige Erträge. Wer Ranglisten und Statistiken als Entscheidungsgrundlage für eine bestimmte Fondsanlage nutzen will, sollte auf die Voraussetzungen achten, unter denen derartige Rang- und Bestenlisten erstellt wurden.
  • Je nach Fondsart, Ausrichtung und Fondskonstruktion ergeben sich spezielle Risiken für den Anleger, z.B. Verluste durch Währungsschwankungen. Weitere Details entnehmen Sie bitte dem Verkaufsprospekt.

Ähnliche Artikel finden

» » » USA und EU - Banken sollen neue Russland-Anleihe nicht kaufen

Suchbegriffe, die Leser mit diesem Thema verbinden


Mehr aus dem Bereich Investmentfonds

Finanz-Union Fonds Finanz-Union Fonds - „Wir nehmen das Wort ‚Mischen‘ sehr ernst“ Der Finanz-Union Fonds – Multi Asset Fonds ist ein Geheimtipp. Er mischt nicht nur Assets, Regionen und Branchen im Portfolio. Auch die Anlagestile wechseln regelmäßig. Denn laut mehr...

Finanzwissen Finanzwissen - Was ist ein „Soft Closing“? Eigentlich freuen sich Fondsgesellschaften über hohe Mittelzuflüsse. Werden einzelne Fonds allerdings zu beliebt, kann dies den Anlageerfolg gefährden. In solchen Fällen wird ein mehr...

Mandelbrot Market Neutral Germany Mandelbrot Market Neutral Germany - Eine Momentum-Strategie braucht keine M&A-Aktien Die Performance einer Momentum-Strategie läuft ohne Aktien von Übernahmekandidaten deutlich besser, belegen neue Analysen. Der Mandelbrot Market Neutral Germany passt daher seine Anlagestrategie an mehr...

Unser Newsletter

... informiert Sie über aktuelle Kapitalanlagen & Marktentwicklungen

Anzeige

Kontakt

Service-Telefon
täglich von 9 bis 21 Uhr

030 2757764-00

Wir rufen Sie gern zurück! Nutzen Sie unseren kostenlosen Rückrufservice.

E-Mail: info@fondsdiscount.de
social media