FONDS SPEZIAL: Der von Ihnen gemanagte DWS Top Dividende ist nicht nur einer der erfolgreichsten Dividendenfonds Deutschlands – er ist zudem mit über 20 Milliarden Euro Fondsvolumen auch der größte deutsche Aktienfonds und europaweit der Fonds mit den meisten Anlegern. Wie managt man diese große Verantwortung? Was dürfen Anleger von Ihnen erwarten?


Thomas Schüßler: Neben Durchhaltevermögen und Disziplin ist ein starkes Team entscheidend. Gerade in schwierigen Situationen brauchen sie Kollegen, die ihnen helfen. Der Verantwortung ist man sich natürlich jederzeit bewusst. Daher versuchen wir, unserem defensiven Fondsprofil auch bei „Gegenwind“ an den Märkten treu zu bleiben. Unsere Investoren erwarten eine gute risikoadjustierte Wertentwicklung und keine, die sich anfühlt wie eine Achterbahnfahrt. Dafür sind unsere Renditeerwartungen für die nächsten Jahre moderat. Die Dividenden dürften den Großteil des Gesamtertrags ausmachen.


Der DWS Top Dividende feiert am 28. April 2023 sein 20-jähriges Jubiläum. Gibt es noch Titel im Portfolio, die seit dem ersten Tag vertreten sind?


Durchaus, denn wir besitzen einen langfristigen Anlagehorizont. Aufgrund unserer niedrigen Umschlaghäufigkeit (im Schnitt weniger als 20 Prozent p. a.) halten wir Werte über viele Jahre hinweg und in manchen Fällen, wie z. B. einen Schmierstoff-Hersteller aus Mannheim oder einen Rückversicherer aus Hannover, seit Auflage.


Gab es in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten sektorbedingte oder strukturelle Veränderungen bei den Dividendenzahlern und -zahlungen?


Die gab es durchaus; z. B. während der Finanzkrise 2008 mussten viele Banken die Dividenden kürzen oder sogar ganz streichen. Vorher war der Sektor der mit Abstand größte Dividendenzahler gewesen. Nach der Coronakrise wurden Rohstoffaktien zu sehr attraktiven Dividendenzahlern. Das waren sie vorher viele Jahre lang nicht.


Das Jahr 2022 war in vielen Facetten ein sehr herausforderndes Börsenjahr. Ihr Fonds hat sich trotzdem sehr gut gehalten. Wie haben Sie das Jahr aus Sicht eines Fondsmanagers erlebt und wie hat sich dies im Portfolio ausgewirkt?


Wir sind froh, dass wir unsere Positionierung in Substanzwerten durchgehalten haben, obwohl diese lange nur ein Schattendasein geführt haben. Langfristig sollte man eher in billige Aktien als in teure investieren. 2022 hat gezeigt, dass Bewertungen eben doch wichtig sind. Gemacht haben wir im letzten Jahr nicht besonders viel. Der Markt hat unsere Strategie wiederentdeckt. Emotional schwierig waren die Jahre vorher. Das Comeback von Value hat sich besonders in den Rohstoffbereichen widergespiegelt. Das sind klassische Inflationsgewinner. In diesen Industrien herrscht eine disziplinierte Kapitalallokation, welche sich in einer hohen Profitabilität sowie sehr hohen Dividendenrenditen zeigt. Zudem haben diese Werte kaum noch Schulden, was in einem steigenden Zinsumfeld positiv zu werten ist. Darüber hinaus haben wir auch den Finanzsektor aufgestockt. All dies führte zu einer leicht positiven Gesamt-Performance in einem schwachen globalen Aktienmarkt. Kapitalerhalt ist und bleibt ein wichtiges Ziel unserer Strategie.


In den vergangenen Monaten zeigte sich eine Erholung an den Aktienmärkten, die europäische und US-amerikanische Wirtschaft zeigen sich vorerst stabiler als angenommen. Was bleibt ist die Unsicherheit rund um Rezessionsängste den russischen Angriffskrieg in der Ukraine und weitere Unabwägbarkeiten, die 2023 noch mit sich bringen könnte. Wie positionieren Sie sich in diesem Umfeld mit Ihrem Fonds?


Trotz der seit Mitte Oktober laufenden Erholung an den globalen Aktienmärkten sind wir von der Positionierung her weiterhin vorsichtig aufgestellt. Das steigende Zinsniveau sollte auch 2023 auf die Bewertungen von Aktien drücken. Unsere Strategie ist aktuell geprägt von zwei größeren Säulen: Zum einen sind wir in stabilen Sektoren wie Versorger, Gesundheit, Telekommunikation und dauerhafter Konsum investiert und zum anderen in Value-Sektoren wie Finanzwerte, Energie und Rohstoffe.


Im November vergangenen Jahres hat der Hauptfonds DWS Top Dividende LD (ISIN: DE0009848119) 4,30 Euro pro Anteil an seine Anleger ausgeschüttet. Nun war Anfang März der SICAV-Teilfonds DWS Invest Top Dividend LD (ISIN: LU0507266061) dran. Wie hoch war die Ausschüttung – und worin unterscheiden sich die beiden Fonds?


Der DWS Invest Top Dividend ist ein in Luxemburg registrierter Fonds, welcher die Strategie des DWS Top Dividende spiegelt und vor allem für Kunden außerhalb Deutschlands in verschiedenen Anteilklassen die Möglichkeit bietet, an unserer globalen Dividendenstrategie zu partizipieren. Die aktuelle Ausschüttung beträgt 6,09 Euro pro Anteil.


Herr Schüßler, vielen Dank für diese interessanten Einblicke!


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Investmentfonds unterliegen Kursschwankungen. Damit sind Kursverluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals möglich. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Allein verbindliche Grundlage des Kaufs eines Investmentfonds sind die derzeit gültigen Verkaufsunterlagen („Wesentliche Anlegerinformationen“, Verkaufsprospekt sowie Jahres- und Halbjahresberichte, soweit veröffentlicht). Diese Unterlagen, die in englischer und/oder deutscher Sprache vorliegen, erhalten Sie hier oder direkt beim Emittenten. Dieser Text dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar.