Als Aktienfonds können Sie Volatilität kaum vermeiden – warum eignet sich der GSL Bank Aktienfonds (Insti-Tranche: DE000A1W2CL6, Privatanleger-Tranche: DE000A1W2CK8) aus Ihrer Sicht dennoch für Stiftungen?


Vanessa Bolmer: Aus drei Gründen: Zum einen bieten wir Stiftungen eine hohe sozial-ökologische Qualität im Portfolio, die wir durch ein strenges, hauseigenes Auswahlverfahren sicherstellen. Zweitens verfolgen wir eine auf langfristigen Wertzuwachs angelegte Anlagestrategie. Seit Auflage im Dezember 2013 erzielte der Fonds im Durchschnitt eine jährliche Rendite von sieben Prozent. Dies ist natürlich kein Garant für künftige Entwicklungen. Wir haben zudem ein hochdiversifiziertes Portfolio aufgebaut, das eine im Vergleich zum Markt deutlich geringere Volatilität aufweist. Und zum dritten schütten wir regelmäßig aus. Die Dividende betrug in den vergangenen Jahren ca. zwei Prozent.


Sie haben im laufenden Jahr ansehnliche Mittelzuflüsse zu verzeichnen. Von welchen Anlegergruppen stammen die Mittel?


Die Anlegerstruktur des Fonds ist sehr granular. Besonders hoch ist die Nachfrage bei Kunden*innen der GLS Bank. Dabei handelt es sich vor allem um Privatanleger und Stiftungen, die ihre Gelder im Einklang mit dem Stiftungszweck anlegen möchten. Mit Erreichen seines fünften Jahrestages gewinnt er auch für Family Offices und weitere institutionelle Anleger an Attraktivität.


Gemäß aktuellem Factsheet sind sie zu ca. 50% in Industrie, Healthcare und IT-Technologie investiert. In Zusammenhang mit Nachhaltigkeit fallen einem diese Branchen nicht als erste ein. Welche Gründe leiten Sie?


Die GLS Bank investiert in zukunftsweisende Geschäftsfelder. Die Branchenklassifikation „Industrie“ umfasst dabei unterschiedliche Akteure: innovative Industrieunternehmen, die sich über unsere Umwelt Gedanken machen, wie Recyclingunternehmen, Produzenten von Dämmstoffen oder Zulieferer nachhaltiger Mobilität. Im Bereich Healthcare ermöglichen Hersteller von Generika oder Medizintechnik einer breiten Bevölkerungsschicht den Zugang zu erschwinglicher Gesundheit. Und mit IT-Technik wie z.B. Videokonferenzen lassen sich Geschäftsreisen vermeiden. Oder intelligente Netze (Smart Grid) erleichtern den Aufbau dezentraler Erneuerbarer Energien.


Eine der größten Positionen ist die Deutsche Post. Setzen Sie da auf das E-Scooter-Projekt?


Wir begrüßen es, wenn sich ein großer Logistikkonzern in so hohem Maße zur Elektromobilität bekennt. Fast zehn Prozent der Fahrzeugflotte wird mittlerweile elektrisch angetrieben. Doch für das Unternehmen sprechen auch andere Gründe. So hat die Deutsche Post einen flächendeckenden Tarifvertrag eingeführt, der nun auch für Zulieferer, so genannte „Delivery Gesellschaften“, gilt. Damit erhalten Paketboten aus den Tochtergesellschaften den gleichen Lohn wie ihre Kolleg*innen der Deutschen Post. Hinzu kommen umfassende Weiterbildungsmöglichkeiten, gute Arbeitsschutzmaßnahmen sowie effektive Umweltrichtlinien.


Wie bewerten Sie das Marktumfeld und worauf müssen sich Kunden einstellen?


Das Marktumfeld bleibt herausfordernd. Das anhaltende Niedrigzinsumfeld und die lockere Geldpolitik sprechen unverändert für den Kauf von Aktien. Andererseits bestehen politische Risiken wie der Brexit, die Iran-Krise oder der globale Handelskonflikt. Kunden*innen sollten sich angesichts dieser Lage auf weiterhin volatile Zeiten einstellen und ihr Vermögen breit streuen.


Das Interview wurde vom Magazin „Die Stiftung“ durchgeführt. Der GLS-Fonds ist über FondsDISCOUNT.de ohne Ausgabeaufschlag erhältlich.