Service-Telefon täglich von 8 bis 22 Uhr:   030 2757764-00

Suche: WKN/ISIN, Beteiligungen, Gesellschaften

Silikon und Botox Neuer Gesundheitsfonds setzt auf Nischen

Silikon und Botox Foto: © / DragonImages / Fotolia Der Gesundheitssektor bietet zahlreiche Möglichkeiten, um zu investieren.

Der Steady HealthCare der Münchner Fondsboutique nova ist ein bisschen exotischer als die üblichen Gesundheitsfonds. Denn statt auf die „Massenmärkte“ Biotech oder Pharma zu setzten, investiert das Management lieber in untypische Subindustrien.


Während typische Gesundheitsfonds etwa zwei Drittel ihres Volumens in Biotechnologie- und Pharma-Aktien stecken, schließt das Fondsmanagement des Steady HealthCare Biotech-Titel kategorisch aus: „Wir investieren nicht in Biotech- oder klassische Pharmaunternehmen, sondern konzentrieren uns auf die Auswahl von besonders stetigen Geschäftsmodellen aus tendenziell vernachlässigten Bereichen des weltweiten Gesundheitssektors“, sagt Oliver Kämmerer, geschäftsführender Gesellschafter bei nova, einer Fondsboutique, die auf Healthcare und den Gesundheitssektor spezialisiert ist.

Nur ein kleiner Teil des Volumens ist in Pharmazie-Aktien investiert – jedoch in recht untypische Vertreter, die im Vergleich zur üblichen Pharma-Branche auch eher untypische Produkte herstellen, wie etwa Botox-Spritzen, Silikonimplantate, Generika oder Tiermedikamente.

Der Großteil des Portfolios konzentriert sich aber auf andere Bereiche: Neben den beiden Riesen, Biotechnologie und Pharmazie, gibt es im Gesundheitssektor nämlich noch acht weitere Subindustrien. Diese werden zwar manchmal vernachlässigt, bieten aber attraktiven Renditechancen bei unterproportionalem Risiko. Diese „verborgenen Schätze“ sucht das Fondsmanagement ganz gezielt für den Steady HealthCare und investiert in Geschäftsmodelle mit Wachstumsperspektive wie etwa Hersteller von Brillengläsern, Hörgeräten, Zahnimplantaten, Diagnostika, Krankenhaus- und Pflegeheimbetreiber, Krankenversicherer, Generika, Medizintechnik, aber auch Ästhetik &Lifestyle.

Einige weitere Preistreiber mögen europäische Anleger noch etwas überraschen, in den Vereinigten Staaten sind sie schon lange Trend: Krankenhäuser für Tiere. Die Aktie des Tierhospital-Betreibers VCA Antech („Woof“ im NASDAQ) stieg in den vergangenen fünf Jahren um satte 388 Prozent. „Es gibt heutzutage viel mehr kinderlose oder Single-Haushalte und ältere, alleinstehende Menschen. Dieses führt zwangsläufig zu einer Zunahme von Haustieren. Für diese wird natürlich auch medizinisch gesorgt und somit mehr Geld ausgegeben. Es muss wirklich nicht immer Biotech sein“, so Kämmerer.

Fokus auf den USA
Es wundert nicht, dass der Anlageschwerpunkt des Fonds nach Ländern klar in den USA liegt. Doch auch deutsche Unternehmen könnten für das Fondsmanagement interessant sein – hier vor allem in der Medizintechnik und Betreiber von Gesundheitseinrichtungen wie Krankenhäusern oder Pflegeheimen.

Das Anlageuniversum für den Steady HealthCare (ISIN: DE000A1145J0) bilden rund 1.600 „untypische“ Gesundheitsaktien, doch nur zwanzig bis dreißig schaffen es ins Portfolio. „Die Grenze ist starr, sonst kommen irgendwann laufend neue Titel dazu und das Portfolio umfasst irgendwann achtzig bis hundert Titel, wie bei den gängigen Gesundheitsfonds. Wir grenzen uns hier bewusst von den Mitbewerbern ab. Außerdem schaffen es nur wenige Aktien, den hohen Qualitätsanforderungen des Fonds zu genügen“, so Kämmerer.

Die Zukunftsaussichten für den Gesundheitssektor scheinen äußerst rosig: „Laut Schätzungen der OECD wachsen die Gesundheitsausgaben schneller als das Bruttoinlandsprodukt. „Auf diesen Prognosen aufbauend erwarten wir – selbst unter Annahme von Kosteneinsparungen – etwas mehr als eine Vervierfachung der Gesundheitsausgaben in den Jahren 2010 bis 2060, ohne die Einsparungen sogar eine Versechsfachung. Das globale BIP wächst im Vergleichszeitraum aber nur um den Faktor 2,7.“

Neu auf dem Markt
Ein weiterer Pluspunkt für Kämmerer: „Der ganze Gesundheitsbereich ist relativ konjunkturunabhängig. Zudem basiert er auf konstanten Treibern.“ Dazu zählen mehrere Megatrends, die den Effekt noch verstärkten wie das Bevölkerungswachstum, die fortschreitende Alterung, medizinische Innovationen, der Aufbau der Gesundheitssysteme in den Schwellenländern und die Verwestlichung des Lebensstils. Anfang Oktober 2016 haben Forscher des Albert Einstein College of Medicine in New York einen Beitrag im Fachblatt „Nature“ veröffentlicht, indem die Wissenschaftler sogar davon ausgehen, dass der Mensch sogar maximal bis zu 125 Jahre alt werden kann. Die Untersuchung ergab weiter, dass die Zahl der Hundertzehnjährigen oder noch Älteren bis in die Neunzigerjahre gestiegen ist, seitdem stagniert sie. So kann davon ausgegangen werden, dass die Nachfrage nach Gesundheitsprodukten und -dienstleistungen weiterhin steigen wird. Diese Konjunkturunabhängigkeit macht auch das Wachstum sehr kontinuierlich.

Der Steady HealthCare wurde erst am 1. April 2015 aufgelegt und hat aktuell ein Volumen von rund 33 Millionen Euro. Daher ist es zu früh, nur auf die Performance zu schauen. Zu Jahresanfang hat der Fonds wie fast alle Aktienfonds deutlich verloren. Der Fonds schlug in den zwölf Monaten seit Auflage am seinen Vergleichsindex (MSCI World Health Care) um rund 3,6 Prozent, und dies bei einer um etwa 3 Prozent geringeren Volatilität. Das Fondskonzept richtet sich laut Emittent an Anleger, die auf risikoaverse Weise am Renditepotenzial des Aktienmarkts partizipieren wollen und mit einem Zeithorizont von mindestens drei Jahren planen.
20.10.2016,

Bei Fragen und Anregungen zu diesem Artikel schreiben Sie uns gerne eine E-Mail an die redaktion@fondsdiscount.de oder rufen uns unter der Service-Nummer 030 2757764-00 an. Wir freuen uns auf Ihr Feedback.

Produkte zu diesem Thema

nova Steady HealthCare P von Universal-Investment GmbH

Alle Anlagen an Wertpapierbörsen sind mit Risiken verbunden:

  • Die Wertentwicklung eines Fonds wird maßgeblich von der Wertentwicklung der Anlagewerte bestimmt. Daraus ergibt sich das Risiko von finanziellen Verlusten wenn sich Marktpreise von bestimmten Werten ändern.
  • Das Risiko des Fondsmanagements besteht darin, dass der Fondsmanager Entscheidungen trifft, die eventuell nicht den Zielvorstellungen der Anleger entsprechen, oder die dazu führen, dass sich der Fonds negativ entwickelt.
  • Von den angelegten Beträgen gehen Kosten für die Fondsverwaltung usw. ab. Das kann dazu führen, dass sich Fonds im Vergleich zur direkten Anlage, z.B. in Aktien, nicht proportional entwickeln.
  • Wertentwicklungen der Vergangenheit sind keine Garantie für zukünftige Erträge. Wer Ranglisten und Statistiken als Entscheidungsgrundlage für eine bestimmte Fondsanlage nutzen will, sollte auf die Voraussetzungen achten, unter denen derartige Rang- und Bestenlisten erstellt wurden.
  • Je nach Fondsart, Ausrichtung und Fondskonstruktion ergeben sich spezielle Risiken für den Anleger, z.B. Verluste durch Währungsschwankungen. Weitere Details entnehmen Sie bitte dem Verkaufsprospekt.

Ähnliche Artikel finden

» » » » Silikon und Botox - Neuer Gesundheitsfonds setzt auf Nischen


Mehr aus dem Bereich Aktienfonds

Neuer Allianz-Fonds Neuer Allianz-Fonds - Künstliche Intelligenz erobert Aktienfonds und die Börse Mit dem Global Artificial Intelligence startet AllianzGI den europaweit ersten Aktienfonds mit Fokus auf Unternehmen, die sich mit Künstlicher Intelligenz beschäftigen. KI kommt in vielen Bereichen mehr...

Kennzahlen-Vergleich Kennzahlen-Vergleich - Wie finde ich den besten Europa-Fonds? Die Analyse der Performance, Volatilität und Sharpe Ratio hilft bei der schnellen Vorauswahl der besten Fonds in Europa. Eine Entscheidung sollte jedoch erst nach Betrachtung der Fondskosten und der mehr...

Chancen in Europa nutzen Chancen in Europa nutzen - Mandelbrot A.M legt neuen Momentum Fonds auf Die Münchner Fondsboutique Mandelbrot Asset Management geht mit einer regelbasierten Long-Only-Strategie auf europäische Aktien an den Start. Der neue Fonds setzt auf eine Trendanalyse und investiert mehr...

Unser Newsletter

... informiert Sie über aktuelle Kapitalanlagen & Marktentwicklungen
social media